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Depeche Mode: Keyboarder Andy Fletcher gestorben - Insider-Aussagen zur Todesursache

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Von: Armin T. Linder

Die Musikwelt trauert um Andy Fletcher: Der Keyboarder von Depeche Mode starb unerwartet im Alter von 60 Jahren. Es gibt erste Berichte zur Todesursache. Was wird nun aus der Band?

Update vom 28. Mai 2022: Zur Todesursache bei Depeche-Mode-Keyboarder Andy Fletcher gibt es nach wie vor keine offiziellen Statements - laut Insider-Aussagen (siehe Erstmeldung) starb er wohl an einer natürlichen Ursache.

Zahlreiche Experten äußerten sich inzwischen über die Bedeutung von Andy Fletcher für die Band - und über Depeche Mode selbst. Etwa der britische Musikjournalist Dorian Lynskey. „Im Ausland wurden sie als sehr eindrucksvoll und mysteriös wahrgenommen. Zuhause konnten die Leute oft nicht die Tatsache ausblenden, dass sie diese Synthesizer-Jungs aus Essex waren“, sagte Lynskey der BBC am Freitag. Dabei füllen Depeche Mode seit Jahrzehnten bei ihren Konzerten riesige Hallen, Lieder wie „Never Let me Down Again“ haben Kultstatus.

Fletcher spielte seinen Beitrag zum Erfolg der Gruppe stets herunter. In einem Interview aus dem Jahr 1989 sagte er einmal: „Martin ist der Songwriter, Alan ist der gute Musiker, Dave ist der Sänger und ich gammle herum.“

Dennoch warnte Lynskey davor, die Rolle des Keyboarders zu unterschätzen. Fletcher habe die Band zusammengehalten und als Brücke zwischen Songwriter Gore und Sänger Gahan fungiert. Jeder verstehe, dass es in einer Band Leute gebe, die das Songwriting und das Singen übernehmen. Extrem wichtig sei auch der psychologische Aspekt, der Freundschafts-Aspekt, der die Band davon abhalte, sich zu trennen. Fletcher sei ein extrem angenehmer Mensch gewesen, ohne alle Allüren, und das habe es ausgemacht. Lynskey fügte hinzu: „Ich frage mich, ob sie ohne ihn tatsächlich weitermachen.“

Unser Artikel vom 27. Mai 2022:

London - Der Keyboarder der britischen Synthie-Pop-Band Depeche Mode, Andrew „Andy“ Fletcher, ist im Alter von 60 Jahren gestorben. „Wir sind schockiert und von unermesslicher Traurigkeit erfüllt über den vorzeitigen Tod unseres lieben Freundes, Familien- und Bandmitglieds Andy „Fletch“ Fletcher“, schrieb die Band am Donnerstagabend bei Twitter. Fletcher hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

Depeche Mode Andy Fletcher tot
Foto links: Andy Fletcher (l.) mit Dave Gahan und Martin Gore in Mailand 2017. Foto rechts: Seine Ehefrau postete noch Fotos aus Barcelona an Ostern 2022, nachdem sich Fletcher das Handgelenk gebrochen hatte. © Francesco Castaldo/Mondadori Portfolio/dpa / Grainne Fletcher bei Instagram

Depeche Mode: Keyboarder Andy Fletcher ist tot - „Er hatte ein wahres Herz aus Gold“

„Fletch hatte ein wahres Herz aus Gold und war immer da, wenn man Unterstützung, eine lebhafte Unterhaltung, ein Lachen oder ein kaltes Bier brauchte“, schrieben Depeche Mode weiter. Man sei im Herzen bei seiner Familie und bitte darum, deren Privatsphäre in dieser schwierigen Zeit zu respektieren.

Depeche Mode: Keyboarder Andy Fletcher unerwartet gestorben - Erste Berichte zur Todesursache

Zur Todesursache wurden keine offiziellen Angaben gemacht. Wie eine Person aus dem näheren Umfeld der Band der Nachrichtenagentur AP sagte, sei Andrew Fletcher an einer natürlichen Ursache verstorben. Um wen es sich bei dem Insider handelt, wird nicht benannt, da er nicht befugt sei, offizielle Aussagen zu machen. Die Quelle sagt weiter, Andy Fletcher sei in seinem Haus in England gestorben.

Depeche Mode: Insider berichten von natürlicher Todesursache bei Andy Fletcher

Auch das Magazin Rolling Stone berichtet, er sei an einer natürlichen Ursache gestorben. Eine „Quelle nahe der Band“ habe auch dem großen Musikportal Pitchfork.com erklärt, dass Fletcher an einer natürlichen Ursache verstorben sei. Ob es in sich allen drei unterschiedlichen Berichten um den selben Insider handelt, bleibt unklar.

Depeche Mode: Keyboarder Andy Fletcher ist tot - Ehefrau postete zu Ostern noch Fotos aus Barcelona

Über ernsthafte gesundheitliche Probleme bei Andy Fletcher war bisher nichts bekannt - er schrieb stattdessen Schlagzeilen mit einem Fahrradunfall im April 2022, bei dem er sich in Barcelona bei einem Urlaub das Handgelenk brach. Seine Ehefrau teilte damals Fotos bei Instagram und schrieb „So haben wir uns das erste Wochenende unseres Urlaubs nicht gerade vorgestellt. Kein Fahrradfahren mehr für eine Weile.“ Dazu wünschte sie frohe Ostern.

Depeche Mode: Tod von Andy Fletcher stürzt Musikwelt in Trauer

Die Todesnachricht jetzt löste bei Anhängern und Kollegen große Trauer aus. Der Ex-Drummer von der Band The Cure, Lol Tolhurst schrieb auf Twitter, er habe Fletcher für einen Freund gehalten. „Wir haben als junge Männer viele gleiche Wege gekreuzt.“ Und die Pet Shop Boys schrieben auf Facebook, sie seien traurig und schockiert. „Fletch war ein warmherziger, freundlicher und lustiger Mensch, der elektronische Musik liebte und auch vernünftige Ratschläge über das Musikgeschäft geben konnte.“

Andy Fletcher
Andy Fletcher (l.) wurde nur 60 Jahre alt. Das Foto aus dem Jahr 2016 zeigt ihn mit Frontmann Dave Gahan (M.) und Gitarrist Martin Gore. © Lena Klimkeit/dpa

Depeche Mode: Andy Fletcher war Mitbegründer der Kultband

Fletcher, der in Nottingham geboren wurde, hatte Depeche Mode 1980 zusammen mit Dave Gahan und Martin Gore in Basildon gegründet. Mit dem Debütalbum „Speak And Spell“ und der Hitsingle „Just Can‘t Get Enough“ wurden Depeche Mode als Teil der New-Wave-Szene berühmt. Mit Pop-Klassikern wie „Everything Counts“, „Enjoy The Silence“ oder „Personal Jesus“, die weit über den Synthie-Sound anderer Künstler ihrer Zeit hinausgingen, wurden Depeche Mode zu einer der weltweit erfolgreichsten Bands - mit weltweit mehr als 100 Millionen verkaufter Tonträger. Zuletzt erschien 2017 das Album „Spirit“. Vor zwei Jahren wurde die Band in die „Rock & Roll Hall of Fame“ aufgenommen.

„Eines unserer Vermächtnisse ist es, elektronische Musik in der breiten Masse populär zu machen“, sagte Fletcher in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP 2017, als das letzte Studioalbum der Band herauskam. Frontmann Dave Gahan wurde unlängst 60 Jahre alt. (dpa/lin)

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