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„Auf der Toilette sah ich plötzlich Füßchen“: Frau bemerkt Schwangerschaft erst bei der Geburt

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Von: Sina Alonso Garcia

Charlotte Wheeler bei der Geburt ihrer Tochter (links) und die beiden nach fast einem Jahr.
Zuckersüß: Charlotte Wheeler bei der Geburt ihrer Tochter Evelyn (links) und die beiden nach fast einem Jahr. (Fotomontage BW24) © Insagram/Slimming And The City

Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die schier unglaublich klingen. Eine Frau aus Amsterdam machte eine solche Erfahrung am eigenen Leib. Monatelang merkte sie nicht, dass sie schwanger war - bis zum Tag der Geburt ihrer Tochter.

Amsterdam/London - Eigentlich wollte sie nur joggen gehen: Als die 31-jährige Charlotte Wheeler eines Tages im Sommer 2020 das Haus verließ, wurde sie plötzlich von lähmenden Bauchschmerzen heimgesucht. Wie die heute 33-jährige Anwältin gegenüber The Sun berichtet, nahm sie zunächst an, dass sie ihre Periode bekommen würde. Aber die Bauchschmerzen waren so quälend, dass ihr Partner Dominic den örtlichen Arzt anrief. Das Paar lebte damals in Amsterdam. Der Arzt untersuchte Wheeler, diagnostizierte die Schmerzen als Symptome eines Reizdarmsymptoms und verschrieb ihr Verdauungstabletten. Als der Arzt gegangen war, erlebte die junge Frau den Schock ihres Lebens. Auf der Toilette spürte sie plötzlich einen Wasserschwall.

Wie sie im Interview mit The Sun sagt, sei zunächst eine Nabelschnur zum Vorschein gekommen. „Danach sah ich plötzlich Füßchen.“ Wheeler konnte es kaum glauben: „Ich dachte wirklich, ich hätte Halluzinationen.“ Während ihr Baby kurz vor dem Tod stand, realisierte sie erstmals, dass sie seit Monaten schwanger war. Ihr Partner Dominic war in dem Moment außer Haus, um kurz joggen zu gehen. Sie war also zunächst auf sich alleine gestellt.

Charlotte Wheeler: Überraschungsbaby überlebte dank Tipp aus TV-Sendung

Geistesgegenwärtig erinnerte sich Wheeler an eine Sendung namens „One Born Every Minute“, in der sie gelernt hatte, dass eine sich lösende Nabelschnur bedeutete, dass das Baby zu wenig Sauerstoff bekam. „Ich wusste einfach, dass ich mit aller Kraft pressen musste, um das Baby herauszuholen, wenn es überleben sollte.“ Gleichzeitig merkte sie, dass sie trotz der einsetzenden Wehen „seltsam ruhig“ war.

Wie Wheeler berichtet, sei Dominic nach Hause gerast, um bei ihr zu sein und einen Krankenwagen zu rufen. „Er rechnete damit, dass die Wehen mehrere Stunden dauern würden.“ Tatsächlich habe das Überraschungsbaby nach nur dreimal Pressen den Mutterleib verlassen. Die Plötzlich-Eltern tauften sie liebevoll auf den Namen Evelyn.

Baby Evelyn kämpfte minutenlang um ihr Leben - „als wir gerade aufgeben wollten, kam der Notarzt“

Da Evelyn schon seit geraumer Zeit keinen Sauerstoff mehr bekommen hatte, war sie laut ihrer Mutter schlaff und hatte eine bläuliche Haut. „Wir versuchten, sie mit Herzdruckmassage wiederzubeleben und befürchteten das Schlimmste“, so Wheeler. „Wir haben es immer wieder versucht, aber nichts hat funktioniert. Als wir gerade aufgeben wollten, kam der Notarzt.“ Nach vollen sechs Minuten sei die Kleine zum Leben erwacht.

Weil die Ärzte befürchteten, dass Evelyn aufgrund des langen Sauerstoffmangels schwere Hirnschäden davontragen könnte, wurde sie auf die Intensivstation des örtlichen Krankenhauses gebracht. Das Kind wurde drei Tage lang einer speziellen Kühltherapie unterzogen. Eine anschließende MRT-Untersuchung offenbarte „wundersame“ Ergebnisse. Wheeler erinnert sich: „Der Neurochirurg kam zu unserem Facharzt und sagte: ‚Sind Sie sicher, dass das die richtigen Aufnahmen sind? Das Gehirn dieses Babys ist absolut in Ordnung?‘“

Charlotte Wheeler: In ihren 20ern wog sie 171 Kilogramm

Die frisch gebackene Mutter konnte ihr Glück kaum fassen: „Wir konnten es einfach nicht glauben, dass unser wunderschönes Mädchen gesund werden würde.“ Wie die Ärzte ihr mitteilten, hätte die Herz-Lungen-Wiederbelebung, die Wheeler vor dem Eintreffen des Krankenwagens am Baby durchgeführt hatte, den entscheidenden Unterschied ausgemacht. Fast einen Monat nach der Geburt war es dann so weit: Evelyn durfte endlich mit ihren Eltern nach Hause.

Bevor sie unwissentlich schwanger war, hatte Wheeler laut eigenen Angaben schon länger davon geträumt, Mutter zu werden. Da sie es jahrelang erfolglos versucht hatte, hatte sie angenommen, dass es wohl nie passieren würde. „In meinen 20ern wog ich 171 Kilogramm und meine Periode trat sehr unregelmäßig auf. Ich wusste also, dass es schwierig werden würde“ schreibt sie auf ihrem Blog. Mit dem Ziel, ihr Gewicht zu reduzieren, schloss sie sich 2017 der Organisation „Slimming World“ an. Innerhalb von nur 18 Monaten verlor sie unglaubliche 95 Kilo. Sie begann, über ihre Verwandlung zu bloggen und lernte kurz darauf ihren heutigen Partner Dominic auf einer Dating-Plattform kennen.

Charlotte Wheeler: Fälle von unbemerkten Schwangerschaften sind selten - aber es gibt sie

Rückblickend auf die Geburt ihres Wunderbabys sagt Wheeler, sie habe eine „verrückte Mischung von Gefühlen“ empfunden. „Ich hatte wirklich keinen offensichtlichen Babybauch und meine Periode war regelmäßig. Evelyn war also wirklich die magischste Überraschung, die man sich vorstellen kann.“ Dass eine Schwangerschaft bis zum Ende unbemerkt bleibt, ist zwar höchst selten - es gibt allerdings ähnliche Fälle wie den von Charlotte Wheeler. Auch in Australien berichtete kürzlich eine junge Mutter, dass sie ihre Schwangerschaft neun Monate nicht bemerkt und ihr Baby unerwartet beim Duschen bekommen hat.

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