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In einem Arbeitseinsatz sorgten die Helfer des Wasser- und Fischerei-Sportclubs Schotten mit (von links) Uli Heitmann, Jenny Marienfeld, Matthias Wetzel und Harry Naumann für einen fachgerechten Rückschnitt von Hecken und Bäumen.

Nidda-Stausee

Was macht der Wasser- und Fischerei-Sportclub Schotten eigentlich im Winter?

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Nachdem 1970 die Nidda-Talsperre eingeweiht wurde, zog das angestaute Gewässer auch Wassersportler an - etwa den Wasser- und Fischerei-Sportclub (WFC) Schotten. Was macht der im Winter?

Im vergangenen halben Jahrhundert sind auf dem Nidda-Stausee zahlreiche Regatten in verschiedenen Bootsklassen ausgetragen worden. Viel Wert legten die Verantwortlichen des WFC immer auf die Förderung des Segelnachwuchses, für den vereinseigene Übungsboote zur Verfügung gestellt wurden.

Der Nidda-Stausee hat sich im Lauf der Jahrzehnte zu einem Freizeit-Eldorado für die Menschen aus der Region und darüber hinaus entwickelt. Dazu trägt der städtische Campingplatz bei, der Dauer- und Tagescampern Wohn- und Übernachtungsmöglichkeiten bietet.

Besucherströme nehmen stetig zu

Die Besucherströme, insbesondere in den Sommermonaten, haben beständig zugenommen. Nicht zuletzt in Zeiten von Corona ist das weitläufige Gelände mit dem knapp fünf Kilometer langen Rundweg ein willkommenes Ausflugsziel, um zu entspannen und um sich zu erholen. Neben Spaziergängen - besonders beliebt ist der 500 Meter lange Damm, mit Blick auf die Wasserfläche und zur anderen Seite auf Rainrod und das Niddatal - bietet das Areal vielfältige Wandermöglichkeiten, zum Beispiel in das idyllische Läunsbachtal oder zu den Mammutbäumen auf halbem Weg in Richtung Wingershausen.

Ganz groß geschrieben wird Wassersport. Beliebt sind neben dem Schwimmen, Segeln und Surfen - es gibt seit vielen Jahren eine Surfschule - Tretbootfahren oder das stark in Mode gekommene Stehpaddeln auf speziellen Brettern. Wer das Wasser »scheut«, für den besteht auf dem Rundweg das Angebot zum Jogging, zu einem mehr oder weniger ambitionierten Lauftraining, zum Radfahren, Inlinern oder Rollskifahren. Auch die Liebhaber des Angelns kommen voll auf ihre Kosten. In den Wintermonaten bietet das Stauseeareal ebenfalls reichlich Platz für erholsame Spaziergänge oder sportliche Betätigungen.

Die Mitglieder des WFC nutzen nicht nur ihr »Schottener Meer« für das Freizeitvergnügen oder sportliche Belange. Sie sehen sich auch in der Pflicht, notwendige Dienste, zum Beispiel die Regelung des Zugangs an Wochenenden, oder pflegerische Arbeiten, vorzunehmen. So wurden im Februar vergangenen Jahres hoch gewachsene Hecken am Rundweg im Bereich des Bootsstegs zurückgeschnitten. Damit wurde der Blick auf den See für Segler und Besucher des oberhalb des Rundwegs gelegenen WFC-Clubheims wieder besser geöffnet. Bestandteil des Gebäudes ist seit vielen Jahren das Café Windrose, das der Verein regelmäßig an einen Betreiber verpachtet. Gäste haben vom Innenraum oder von der Terrasse einen schönen Blick auf den See.

Um dies auch weiterhin zu ermöglichen, wurde die Freischneide-Aktion jetzt von einigen WFC-Mitgliedern unter Leitung von Bootsliege-Platzwart Matthias Wetzel wiederholt. Für die fachliche Beratung und Unterstützung zuständig war Berndt Ott. Der frühere Leiter des Schottener Forstamtes ist selbst begeisterter Segler und Vereinsmitglied.

Bei dem Arbeitseinsatz wurden unter Beachtung von Naturschutzaspekten neben Hecken und Sträuchern auch dickere Stämme kurz geschnitten. Im Laufe der Jahre haben sich auf der Uferböschung Hecken und verschiedene Baumarten zu einem sehr natürlichen Bewuchs vermischt. Im Zuge der Arbeiten entdeckten und entsorgten die ehrenamtlichen Helfer zudem allerlei Müll, der sich zwischen dem Zaun am Rundweg und dem Ufer des Sees »angesammelt« hatte.

Neben den zum Teil mit der Ordnungsbehörde der Stadt Schotten abgestimmten Diensten bietet der WFC eine breite Palette an Kursen an, um Vereinsmitgliedern und Interessierten das Steuern unterschiedlichster Bootsgattungen zu ermöglichen. So fanden in diesem Jahr wieder Lehrgänge zum Erwerb des Sportbootführerscheins »Binnen« und »See« statt. Wegen Corona wurde der theoretische Unterricht im Frühjahr nicht in Präsenz, sondern online abgehalten.

Dies galt auch für die jährliche Infostunde, die mit 27 Teilnehmern ein sehr großes Interesse gefunden hatte. Die Praxisteile der Ausbildung wurden im Rahmen eines mit der Stadt Schotten abgestimmten Hygienekonzepts durchgeführt, berichtet Burkhard Schlichte, der Leiter der WFC-Bootsschule. Trotz des zum Teil nicht immer günstigen Wetters konnten Ende Mai die Prüfungen abgenommen werden. »Unser Vorteil ist, dass Theorie, Praxis und Prüfung alles an einem Ort, am Nidda-Stausee, stattfindet«, so der Ausbilder.

Klimaneutrale Fortbewegung

Auch gab es erfolgreiche Prüflinge für den Sport-Küsten-Schifferschein. Sie sind damit berechtigt, Yachten auf der Ostsee oder auf dem Mittelmeer zu chartern. »Generell für das Segeln spricht die klimaneutrale Fortbewegung«, sagt Burkhard Schlichte. »Die Fertigkeiten, die man beim Segeln auf größeren Gewässern wie auf der gut zu erreichenden Ostsee braucht, kann man auf dem Nidda-Stausee schon erlernen und üben«, ergänzt Berndt Ott.

Für 2022 sind wieder dieselben Kurse wie in diesem Jahr geplant. Die Infostunde findet am 9. Januar um 11 Uhr im Café Windrose statt (Anmeldungen bei Burkhard Schlichte unter E-Mail ausbildung@wfc-schotten.de). Und wie immer liegt dabei ein Schwerpunkt auf der Förderung des Segelnachwuchses.

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