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Spielen unterm Blätterdach in Schottens Stadtwald

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Die neue Waldgruppe mit dem Erziehungsteam, der Leiterin der Kita Am Schloss, Elke Adolph, und Bürgermeistrein Suanne Schaab ist begeistert von ihrem neuen Domizil. © Stefan Weil

Ein Beitrag für Bildungsvielfalt, in dem man besondere Talente behutsam fördern will - das soll die neue Waldgruppe in Schottens Stadtwald sein. 20 Kindern bietet sie eine Betreuungsmöglichkeit.

Natur hautnah erleben, unter freiem Himmel spielen und toben, mit allen Sinne lernen - das ist jetzt für 20 Kinder im Schottener Stadtwald möglich. Am Mittwoch eröffnete offiziell die Waldgruppe der Kita am Schloss. Es ist erst die zweite Waldgruppe im Vogelsbergkreis.

»Die Idee für eine Waldgruppe kam aus der Reihe unserer Erzieherinnen«, erzählt Bürgermeisterin Susanne Schaab bei der Begrüßung der vielen Gäste vom rund zweijährigen Vorlauf zur Eröffnung der Anlage. Der Standort im Stadtwald sei sehr gelungen. »Neben ebenen Bereichen, auf denen sich auch Sitzgruppen aufstellen lassen, gibt es auch mehrere kleine Hänge, die sich gut zum Spielen und Entdecken eignen. Zudem hat das Erzieherteam jederzeit einen guten Überblick«, so die Rathauschefin. Man habe das großzügige Gelände bewusst nicht eingezäunt, sondern nur optisch begrenzt. Das sei mit dem Vogelsberger Jugendamt und der Unfallkasse abgestimmt, so Schaab. Organisatorisch angeschlossen ist die Waldgruppe an die Kita am Schloss.

Umgebauter Zirkuswagen

Das Betreuungsteam besteht aus den Erzieherinnen Jenny Steuer und Mia Zimmerling, dem Erzieher Alessio Astore sowie dem Auszubildenen Björn Borgosch. »Es ist schön, dass wir für die Waldgruppe auch zwei männliche Kräfte gewinnen konnten«, freut sich die Bürgermeisterin.

Das eigentliche Herzstück der Anlage ist der Waldwagen. Das in Schotten ansässigen Unternehmen Stagedriving hat einen ehemaligen Zirkustransportwagen umgebaut, der den 20 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren als Ausweichmöglichkeit bei extremen Wetterverhältnissen wie Dauerregen oder starken Minustemperaturen dient. Bei Sturm kann man auch einen Schutzraum im nahe gelegenen Schützenhaus nutzen. »Für dieses Angebot danken wir dem Schützenverein. Das ist nicht selbstverständlich«, betont Schaab.

Der Waldwagen bietet genügend Platz, um die Kinder auch einen ganzen Tag zu beschäftigen. Ausgestattet ist er mit einer Gasheizung, Strom aus einer Batterie und einer Toilette mit Möglichkeit zum Händewaschen. Das Innenleben vervollständigt eine kleine Küchenzeile einschließlich Herd und eine Garderobe sowie viele Spielmöglichkeiten.

Grundsätzlich ist für die Kinder Betreuung im Freien angesagt, wie Kita-Leiterin Elke Adolph sagt. Und das in jeder Jahreszeit. Susanne Schaab zeigt sich vom Konzept nach den Wochen des Probebetriebs im Wald angetan. Sie dankt den Mitarbeitern der Verwaltung und des Bauhofs, die in rund zweimonatiger Arbeit die umfangreichen Vorbereitungen gesteuert und größtenteils umgesetzt hatten. So befestigten sie den Aufstellplatz des Wagens mit einem 30 Zentimeter tiefen Schotterbett und gossen mehrere Betonblöcke als Unterlage, um die Stabilität des Wagens zu gewährleisten. Das Wagen-Äußere verschönerte man mit einem kleinen Holzzaun und sicherte die Treppe des Haupteingang mit einem Geländer. Ebenso die Treppe des seitlichen Ausgangs. Außerdem modellierten die Bauhofmitarbeiter das Gelände und befreiten Bäume von dürren Ästen. Ein überdachter Bereich ist für die Morgenkreise, Frühstück und andere Anlässe gedacht. »Das ist alles sehr gelungen«, betont die Bürgermeisterin, die damit wohl auch die Meinung der Einweihungsgäste traf. Zu den Vorbereitungsarbeiten gehörte auch die Gestaltung der Zu- und Abfahrt zur Anlage.

Angebot wird gut angenommen

»Die Kinder kommen gerne hierher«, sagt Elke Adolph. »Sie erleben hautnah die Natur, können spielen und toben unter freiem Himmel. Sie lernen mit allen Sinnen. Sie hören, riechen und manchmal schmecken sie auch, was die Natur bietet.« Die neue Waldgruppe sei ein wesentlicher Beitrag zur Bildungsvielfalt, die Schottens Kitas vermittelten. »Besondere Talente werden in der Waldgruppe behutsam im natürlichem Umfeld gefördert«, so Adolph. Geplant seien auch verschiedene Projekte und Exkursionen in die nähere Umgebung. »Wir möchten den Kindern eine optimale Entwicklungsmöglichkeit geben, damit sie sich zu selbstständigen, selbst- und verantwortungsbewussten Mitmenschen entwickeln.«

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Bei schlechtem Wetter können sich die Kinder in den Waldwagen zurückziehen. © Stefan Weil

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