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Seit 25 Jahren in der Erfolgsspur auf dem Hoherodskopf

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Das Team, das die Berghütte Hoherodskopfklause zu einer Erfolgsgeschichte macht (v. l.): die beiden Hotelfachfrauen Vanessa Brand und Gina-Maria Besser, Seniorchef Ewald Däsch, Andreas Däsch und Thorben Laas. © Stefan Weil

Was 1997 mit einem Pachtvertrag begann, hat sich für Familie Däsch aus Bermuthshain als großer Erfolg erwiesen. Ihre Berghütte Hoherodskopfklause ist ein Publikumsmagnet.

E r habe damals schnell zugegriffen. »Ich fand das eine gute Idee«, erzählt Ewald Däsch. Vor einem guten Vierteljahrhundert stand die Hoherodskopfklause, damals noch Eigentum der Stadt Schotten, auf dem oberhessischen Hausberg zur Verpachtung. Für Däsch hat sich diese Investition gelohnt.

Die Familie Däsch aus Bermuthshain pachtete das Haus nicht lange, sondern erwarb es bald als Eigentum. »Wir wollen das Jubiläum nicht groß feiern. Wir sind froh, dass wir hier oben an der touristischen Entwicklung mit unserem Engagement mitarbeiten konnten«, sagt Andreas Däsch, der die nächste Generation der Unternehmerfamilie verkörpert. Vater und Sohn haben ein großes Lob für Thorben Laas parat, der seit Beginn den Restaurantbetrieb leitet. »Thorben hat Maßgebliches bewirkt. Die Klause ist zu einem der Aushängeschilder auf dem Hoherodskopf geworden«, betont Ewald Däsch.

Zugpferd Fernsehkoch

Der Küchenchef ist zudem seit April 2015 bei »Hallo-Hessen« im HR-Fernsehen als Live-Koch zu sehen, mittlerweile zum 107. Mal. Seine mediale Präsenz und auch seine drei Kochbücher »Vogelsbergküche« haben den Bekanntheitsgrad der Hoherodskopfklause immens gesteigert. Sie hat sich von einem reinen Ausflugslokal zu einer angesehenen Gaststätte mit einem gutbürgerlichen Speisenangebot gemausert.

Zum urigen Ambiente und einem einladenden Außenbereich passt die bodenständige, regionale Küche mit alpenländischen Einfluss. Folgerichtig war auch die Namenserweiterung zur Berghütte Hoherodskopfklause. »Wir haben in all den Jahren viel investiert in Form von Renovierungen und Erweiterungen. Heute erfreut sich das Haus so großer Beliebtheit, wie nie zuvor. Wie sind sehr zufrieden«, sagt Andreas Däsch.

2020 standen umfangreiche Sanierungen an. Die öffentlichen Toiletten im Untergeschoss - sie befanden sich noch im Besitz der Stadt - lagerte man aus. Die Stadt baute eine neue Toilettenanlage, Däschs stellten dafür ein Teil ihres Grundstücks zur Verfügung. Die Küche wurde umgebaut und erhielt einen Anbau. Auch den Biergarten gestaltete man neu und sanierte das komplette Dach.

Gaststättenbetrieb im Wandel der Zeit

»Die Unterschiede seit den Anfängen sind schon gewaltig«, sagt Ewald Däsch. Im Winter beim Skiliftbetrieb gingen früher in der Klause schon mal die Lichter aus, weil die Sicherungen noch nicht für größeren Strombedarf ausgelegt waren. Besonders sonntagmittags in Zeiten des größten Andrangs. »Wir haben dann ordentliche Vogelsberger Wurstbrote angeboten, um die Gäste nicht hungrig ziehen zu lassen.« Was man damals noch gelassener hinnahm, führe heute schnell zu Zorn und Unmut. »Manchen Gästen fehlt es an Toleranz und Geduld«, bedauert Andreas Däsch. Durch die Begleiterscheinungen der Corona-Pandemie, wie dem Personalmangel, oder durch die Energiekrise und den damit verbundenen Preiserhöhungen habe sich diese Tendenz noch verschärft.

Gerne erinnern sich Däschs an Erlebnisse zusammen mit vielen Menschen. Unter anderem an die beliebten Vulkanfeste unter Federführung der Verkehrsgesellschaft Oberhessen am 1. Mai, die Andreas Däsch und Thorben Laas wie die anderen Betriebe auf dem Hoherodskopf mit initiiert hatten. In den vergangenen drei Jahren fiel das Fest wegen Corona aus. Däsch und Laas hoffen jetzt, dass 2023 wieder viele Menschen am 1. Mai in das Ausflugszentrum des Vogelsbergs kommen werden.

Generell optimistisch ist ihr Blick in die Zukunft gerichtet. »Wir wollen uns noch nachhaltiger aufstellen und so noch attraktiver für den Tourismus werden«, betonen Andreas Däsch und Thorben Laas, die auch für die anderen Gastronomiebetriebe sprechen. Geplant sei die Einführung eins einheitlichen To-Go-Bechers, und das Thema Regionalität soll noch mehr Bedeutung erhalten.

Es gibt allerdings ein Thema, das zu einem ärgerlichen Dauerbrenner geworden ist - die Parkgebühren. »Unser Personal und wir merken ständig den Unmut vieler Touristen und Wanderer. Viele Menschen fühlen sich nicht mehr willkommen auf dem Hoherodskopf«, sagt Andreas Däsch. Dazu gehörten insbesondere Motorradfahrer. Sie müssen seit Jahresbeginn - wie schon die Autofahrer seit 2016 - Gebühren bezahlen. Der Gastronom hat andererseits Verständnis, dass die Stadt das Parken nicht kostenlos gestatten kann. »Die Gebühren sind eine wichtige Einnahmequelle für den städtischen Haushalt.« Andererseits seien sie als Gastronomiebetrieb um Motorradfahrer sehr bemüht. »Die Biker sind willkommene Gäste«, sagt Andreas Däsch.

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