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Niddernarren sehen sich gestärkt zurückgekehrt aus der Krisenzeit

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Dank vieler helfender Hände erstrahlt die Narhalla im alten Glanz: Die Niddernarren freuen sich nach den Coronajahren auf ihre beiden Fremdensitzungen im Dorfgemeinschaftshaus Sichenhausen. © Stefan Weil

Zwei Jahre Zwangspause sind vorbei: Sichenhausens Narren starten am Samstag wieder in die Hochphase der Fastnacht. Die erste der beiden Karnevalssitzungen steigt im Dorfgemeinschaftshaus.

A m kommenden Samstag, 28. Januar, wird es ernst für die Sichenhäuser Niddernarren. In der Narrhalla im Dorfgemeinschaftshaus steigt die erste der beiden Sitzungen, die zweite folgt eine Woche später am 4. Februar.

Die Vorbereitungen sind zum großen Teil abgeschlossen. Am Montag räumte man das Dorfgemeinschaftshaus zunächst komplett aus, danach hängte man den fastnachtlichen Schmuck - lange bunte Stoffbahnen - an der Decke auf, arrangierte das närrische Bühnenbild, baute das Podest für den Fünferrat auf und stellte auch die Bütt bereit. »Jeder hat sein festes Aufgabengebiet, es hat sich im Laufe der Jahre alles gut eingespielt«, sagt Martin Grundl, Vorsitzender und Sitzungspräsident.

Die beiden Corona-Jahre hatten das Vereinsleben der Karnevalisten stark beeinflusst. Während man vor drei Jahren die Kampagne gerade noch vor Ausbruch der Pandemie zu Ende bringen konnte, ging ein Jahr später gar nichts - Veranstaltungen waren nicht erlaubt. Auch die Kampagne im vergangenen Jahr fiel zum großen Teil behördlich verordneten Schutzmaßnahmen und Beschränkungen zum Opfer. »Wir waren trotzdem nicht ganz untätig«, erzählt Martin Grundl. In den beiden Corona-Jahren haben sie einige der Programmpunkte vom »Heimstudio« aus online ins Internet übertragen. Und am Fastnachtswochenende im Februar vergangenen Jahres organisierten die Niddernarren sogar den ersten Karnevalsumzug in Sichenhausen.

Im Hochsommer - bei tollem Wetter - konnten sie auch endlich das Vereinsjubiläum feiern. Nach mehrmaligem Verschieben kamen schließlich »22 + 11« Jahre und Monate dabei heraus, die der Verein mit einer großen Jubiläumssitzung und einem Umzug mit vielen befreundeten Vereinen und Akteuren beging.

Dreistellige Mitgliederzahl

»Wir haben die Coronakrise schadlos überstanden«, freut sich Grundl. »Wir sind sogar gestärkt aus der ungewissen Zeit hervorgegangen«, betont der Sitzungspräsident. »Unser Verein ist sehr gefestigt, darauf können wir stolz sein.« Die Niddernarren haben im vergangenen Jahr, auch bedingt durch die Jubiläumsfeierlichkeiten, weitere Mitglieder gewonnen, sowohl als Passive aber auch einige als Aktive. Dank der 20 »Neuen« ist die Gemeinschaft jetzt dreistellig und damit ist - rechnerisch - jeder zweite Einwohner des Ortes Mitglied bei den Niddernarren.

Nicht alle haben ihren Lebensmittelpunkt im Dorf unterhalb des Ernstbergs, was dem Gemeinschaftsgeist aber keinen Abbruch tut. »Vor allem auf unsere Helfer ist immer Verlass«, betont Martin Grundl. So war es auch wieder bei den Aufbauarbeiten für die beiden Sitzungen. Zum abschließenden Gruppenfoto versammelten sich knapp 25 Helfer auf der großen Bühne. Mit dabei waren mit Paul und Fabian auch zwei Kinder, die ebenfalls tatkräftig mit anpackten. »Schön ist, dass dabei immer eine gute Stimmung herrscht. Da macht man auch mal das eine oder anderer Späßchen, aber wir nehmen alles nicht so ernst. Das ist sicher schon die Vorfreude auf die beiden Sitzungen«, meint Grundl.

Urgestein ebenfalls im Einsatz

Natürlich fehlte beim Aufbau auch das Urgestein der Niddernarren, Otto-Heinrich »Heine« Adolph, nicht. Der 75-Jährige war 1999 Mitbegründer des Vereins und viele Jahre Vorsitzender und Sitzungspräsident. »Heine« Adolph ist auch weiterhin auf der närrischen Bühne aktiv. Die Rolle des »Dorfdieners« ist ihm auf den Leib geschnitten, wenn er die Neuigkeiten aus Unter- und Oberdorf der interessierten Zuhörerschaft verkündet.

Dass sich die Gäste in der gut 100 närrische Besucher fassenden Narrhalla erneut auf ein abwechslungsreiches und gut gefülltes Programm freuen können, dafür sorgen wieder die bewährten Kräfte mit ihren lustigen Sketchen, stimmungsvollen Gesängen, mitreißenden Tänzen sowie pointenreichen und manchmal auch ein wenig nachdenklichen Redebeiträgen. Insgesamt 17 Programmpunkte kündigt der Sitzungspräsident an. Dabei sind wie immer auch Gruppen befreundeter Fastnachtsvereine. Beginn ist um 20.11 Uhr, das Ende des Programms ist gegen Mitternacht eingeplant.

Für die erste Sitzung am kommenden Samstag, 28. Januar, sind noch einige wenige Restkarten erhältlich. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0170/5475130 melden.

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