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Schottener Wehren proben den Ernstfall

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Von mehreren Positionen aus werden die »brennende« Maschinenhalle und die angrenzende Vegetation mit Wasser besprüht, um den Brand zu löschen und ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern. © Stefan Weil

Das Szenario ist klar: Der Brand einer Maschinenhalle droht auf angrenzende Bäume überzuspringen. Wie man dem begegnet, übten jetzt vier Schottener Stadtteilwehren gemeinsam.

Wingershausen (sw). Die zum Himmel emporsteigenden Rauchschwaden waren schon von Weitem zu sehen. »Auf dem Waltersköppel« oberhalb von Wingershausen, rechts neben der Straße nach Schotten brannte eine Maschinenhalle. Bei Montagearbeiten war eine Stichflamme entstanden und hatte die Hütte in Brand gesetzt. Gravierender war die Gefahr, dass die Flammen auf die angrenzenden Wald- und Wiesenflächen übergreifen könnten, die nach der langen Trockenperiode stark gefährdet waren. So lautete das Szenario für rund 50 Einsatzkräfte einer Gemeinschaftsübung der vier Freiwilligen Feuerwehren aus Wingershausen, Eichelsachsen, Eschenrod und Schotten.

Wasserversorgung sicherstellen

Zwar hatte das Wetter seine sommerlichen Spitzen verloren, doch das Thema Waldbrand erlangte in jüngster Zeit große Bedeutung, die in den kommenden Jahren kaum nachlassen dürfte. Einsatzleiter Dennis Luft (Wingershausen) koordinierte die Löschmaßnahmen. Grundsätzlich bestehen im offenen Gelände zwei Möglichkeiten, Wasser heranzuschaffen: durch Wasser führende Einsatzfahrzeuge und große, in der Landwirtschaft eingesetzte Wasserfässer, oder über Schlauchleitungen, die an einen Hydranten angeschlossen werden. Die Auswahl hängt von der Entfernung zwischen Wasserquelle und Einsatzstelle ab.

Bei der Übung in Wingershausen zapfte man im Bereich des Friedhofs Frischwasser an. Problem dabei war die etwa 500 Meter lange Strecke, die bis zum Einsatzort zu überwinden war sowie der Höhenunterschied von rund 70 Metern. Dafür reichten die Pumpen am Friedhof nicht aus, so dass man ein Löschfahrzeug mit Pumpanlage zwischenschalten musste, um das Wasser zu den C-Rohren am Brandherd zu befördern.

Schneller eingerichtet war die alternative Löschangriffsschiene mit mobilen Wasserbehältnissen. Neben den Einsatzfahrzeugen brachten die Kräfte aus Wingershausen zwei landwirtschaftliche Gespanne mit einem 6000 und einem 2000 Liter großen Wasserbehälter im Pendelverkehr zur Einsatzstelle. Dazu stand das Wasserfass der Feuerwehr Eichelsachsen zur Verfügung. Um das Wasser in den Pumpenkreislauf des Feuerwehrfahrzeuges zu bekommen, baute man ein mobiles, kleines Pufferbecken auf, in das man das Fasswasser abließ. Mittels Pumpleitung und Tragkraftspritze eines Einsatzfahrzeugs gelangte das Wasser dann zu den insgesamt sechs C-Rohren am Einsatzort.

Kommunikation und Kompetenzen

Während der »Löscharbeiten« bekämpften die Einsatzkräfte den »Brandherd« in der Hütte mit viel Wasser. Andere Einsatztrupps überzogen die angrenzenden Bäume, Hecken und Wiesen mit einem Wasserbad, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Am Ende der Übung zog Dennis Luft ein positives Fazit: »Bei diesen Einsätzen im Gelände mit größerer Entfernung zum Hydrantennetz müssen wir immer zuerst entscheiden, welche Wasserentnahmestellen sich eignen. Dabei spielt auch der notwendige Materialaufwand eine Rolle.« Etwa die Anzahl der Schlauchleitungen und Pumpen, die man benötigt, der eventuelle Aufbau eines Pufferbeckens oder die notwendigen Verteiler und C-Rohre. Eine wichtige Frage sei zudem, wie viel Wasser sich kurzfristig aus einem Hydranten entnehmen lasse.

Um die reibungslose Koordination des Einsatzes zu gewährleisten, sind zudem eine Kommunikation über Funk einzurichten und Führungskompetenzen festzulegen und abzustimmen, erklärte der Einsatzleiter. Viel Aufwand für die freiwilligen Einsatzkräfte in ihrer Freizeit - zum Nutzen der Allgemeinheit.

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