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So viele Gäste wie nie: Ortenberger Freibad profitiert vom heißen Sommer

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Von: Corinna Willführ

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Schwimmmeister Carsten Meißner (links) und sein Kollege Peter Duvnjak haben noch viel Arbeit vor sich, um das Ortenberger Freibad winterfest zu machen. © Corinna Willführ

Der lange heiße Sommer hat den Freibädern eine Supersaison beschert. Auch in Ortenberg, wo so viele Gäste wie noch nie verzeichnet wurden. Jetzt geht das Bad in den Winterschlaf.

Die Sonnenschirme sind schon eingepackt. In langen Reihen harren rund 50 Mülltonnen der Säuberung mit dem Hochdruckreiniger, ebenso wie Dutzende kiloschwerer Überlauf-Schutzmatten und vieles mehr, was im Ortenberger Schwimmbad penibel gereinigt und winterfest gemacht werden muss.

Für die Gäste der Freizeiteinrichtung ging die Saison 2022 am vergangenen Sonntag um 19 Uhr bei einer Wassertemperatur von 23 Grad unter spätsommerlichem Sonnenschein zu Ende. Für Schwimmmeister Carsten Meißner und seinen Kollegen Peter Duvnjak dauert sie noch einige Wochen.

Die beiden haben eine anstrengende Saison hinter sich. Denn die Besucherzahl aus dem Jahr 2018 (vor Corona) mit 90 000 Gästen wurde in diesem heißen Sommer noch übertroffen. Meißner: »Wir haben um die 95 000 gezählt«.

Viele davon seien »neue Gesichter« gewesen, so der Schwimmmeister, der seit 15 Jahren in Ortenberg tätig ist. Inwieweit das Badeverbot wegen Blaualgen im Gederner See im August sich für die Besucherzahlen auf das Ortenberger Schwimmbad ausgewirkt haben, vermag er nicht zu beurteilen.

An heißen Tagen - und derer gab es in diesem Extrem-Sommer viele - seien insbesondere an den Wochenenden samstags wie sonntags mehr als 3000 Menschen gekommen. Das erforderte von früh (9 Uhr) bis spät (20 Uhr) die volle Konzentration der beiden.

Viel zu tun vor dem Winter

Auch galt es Freischwimmerabzeichen abzunehmen und Schwimmkurse zu organisieren. Gut angenommen waren die Kurse des TGV Ortenberg, ob es nun Aqua-Jogging, Aqua-Gymnastik oder Aqua-Zumba waren.

Auch etliche Sportliche legten ihre Schwimmprüfung für das Sportabzeichen beim TGV ab. Nicht zuletzt wurden auf dem Gelände Kindergeburtstage gefeiert, Beachvolleyball-Spiele und Tischtennis-Matchs ausgetragen.

Peter Duvnjak beugt sich am Rand des Schwimmerbeckens nach einer etwa 1,50 Meter langen Überlaufschutz-Matte. Er hält einen Marker in der Hand.

»Jede einzelne müssen wir vor der Reinigung per Hochdruck markieren, um sie im kommenden Jahr an der entsprechenden Stelle im Schwimmer-, wie im Nichtschwimmerbecken wieder einsetzen zu können.« Das Sonnensegel am Planschbecken hat das Team bereits tags zuvor demontiert.

Die nächsten Tage werden alle Sitzbänke der Anlage erst einmal ins Depot gebracht. Duvnjak: »Die wird der Carsten über den Winter dann schleifen und neu lackieren.« Dann wird die Solaranlage längst gespült und entleert sein - und die Hecken im Oktober geschnitten. Drinnen wie draußen auf dem Gelände. Vom Schwimmmeister. Das anfallende Laub werden Mitarbeiter des Bauhofs entsorgen.

Und was passiert mit dem Wasser in den Becken? Carsten Meißner: »Das wird teilweise abgelassen und hochgechlort. Der Rest wird bis April mit Überwinterungsmitteln gesichert und zudem mit Eisdruckpolstern versehen.«

Auch Technik muss entstaubt werden

Noch sind diese einzeln in hohen Stapeln gelagert. Bevor sie zum Einsatz kommen, müssen auch sie gründlich gereinigt und mit Seilen verbunden werden. »Zum Schutz, dass eventuelles Eis den Edelstahl des Beckens nicht eindrücken kann.«

Auch die Technik gilt es zu »entstauben«, für die Wintermonate zu konservieren und für die Saison 2023 fit zu machen. Eine Saison, der Freibäder - wenn auch weniger als Hallenbäder im Winter - wegen der steigenden Energiepreise mit Sorge entgegensehen.

»Dass sowohl das Wasser in den Becken wie die Duschen unseres Freibads über Solarenergie erwärmt werden, ist sicherlich gegenüber anderen Bädern, was die Kosten der Energieversorgung angeht, sicher ein Vorteil«, so Meißner.

Zudem wird das Ortenberger Freibad mit Wasser aus dem Stadtbrunnen in der Altstadt versorgt. Indes: Die Pumpen, die auch dort für die stete Reinigung und Qualität des Wassers während des Schwimmbad-Betriebs erforderlich sind, verbrauchen viel Strom. »Da werden auch unsere Stromkosten sicher in die Höhe gehen«.

In diesem Jahr waren die Preise für die Tageskarte für den Schwimmbadbesuch von fünf auf sechs Euro, die für eine Dauerkarte von 90 auf 100 Euro angehoben worden. Der Preis der Familienkarte bei einmaligem Besuch lag bei 14 Euro.

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