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Mit Verspätung feiert Natur- schutzgruppe Gelnhaar ihren 50. Geburtstag

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Ehrungen bei der Natur- und Vogelschutzgruppe Gelnhaar mit Jens Pascher, Lydia Desch, Willi Gummy, Adalbert Finger, Olaf Kromm und Berthold Weber. Erste Gratulantin war Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring (v. l.). © Erich Engel

In Gelnhaar hätten die Menschen über Jahrzehnte hinweg angepackt und »Wunderbares für Umwelt und Natur« geleistet., lobt Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring in ihrer Ansprache

Gelnhaar (een). Mit einem kurzweiligen und informativen Festabend feierte die Natur- und Vogelschutzgruppe Gelnhaar ihre Gründung vor 51 Jahren. Jens Pascher, der stellvertretende Vorsitzende, konnte dazu viele Gäste im Bürgerhaus willkommen heißen. Demonstrativ stellte sich der zwölfköpfige Vorstand hinter ihn, um ihm den Rücken zu stärken. Denn erst einen Tag vorher war er ins kalte Wasser geworfen worden, weil Vorsitzender Klaus-Andreas Finger sich wegen Krankheit von der Veranstaltung abmelden musste - übrigens aus dem gleichen Grund, weshalb das Fest erst mit einem Jahr Verspätung über die Bühne gehen konnte.

Die wenigsten Anwesenden wunderten sich, dass Olaf Kromm in Mundart moderierte. Er hatte sich ein Exemplar des »Kreisblättches« vom Gründungstag besorgt und gab daraus Interessantes zum Besten. Im Hintergrund erklang »Butterfly« von Danyel Gérard, der zu dieser Zeit auf Platz eins der Hitparade stand. Unterhaltsam wusste Kromm die Höhepunkte aus der 51-jährigen Vereinsgeschichte in Szene zu setzen. Dazu nahm er Zeitzeugen mit ins Boot, und so manche Anekdote wurde vom Publikum mit entsprechendem Beifall belohnt.

Jörn Reichel und Gerrit Henrich nahmen die Gäste in ihrem Bildervortrag mit auf eine Reise zu mehr als einem Dutzend Biotope, die von den Natur- und Vogelschützern in dem halben Jahrhundert nicht nur angelegt wurden, sondern auch gepflegt werden. Auch hier hatten die Akteure passende Hintergrundinformationen parat.

Anpacken statt meckern

Als zuständiger Dezernent bekräftigte Kreisbeigeordneter Matthias Walther, dass der runde Geburtstag ein guter Grund für eine würdige Feier sei und lobte die engagierte Arbeit der Naturschützer. Man werde prüfen, ob das Gemeinschaftsprojekt »Drei-Täler-Wanderweg« in das Programm der Landesgartenschau 2027 aufgenommen werden könne.

Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring beschrieb die aktuell schwierige Zeit, wo Menschen »demonstrieren und schimpfen, ohne konstruktive Zeichen zu setzen«. In Gelnhaar hätten die Menschen über Jahrzehnte hinweg angepackt und »Wunderbares für Umwelt und Natur« geleistet.

Lydia Desch, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Hessen des Naturschutzbundes (NABU), hob den vorbildlichen Einsatz für Umwelt- und Naturschutz von Adalbert Finger hervor, der dem Verein 26 Jahre lang vorstand. In Anerkennung dieser Leistung zeichnete sie ihn mit der Ehrennadel in Gold des NABU Hessen aus. Auch Jens Pascher hatte viele lobend Worte für den früheren Vorsitzenden parat und ernannte ihn unter dem stürmischen Beifall der Gäste zum Ehrenvorsitzenden. Der Verein überreichte dem Geehrten noch ein umfangreiches Buch mit detaillierten Aufzeichnungen und Bilddokumenten der langen Vereinsaktivitäten. Nicht weniger gewürdigt wurden die Verdienste von Berthold Weber, Willi Gummy und Olaf Kromm, die zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden.

Renaturierung des Bleichenbachs

Sowohl Desch als auch Frank Uwe Pfuhl vom Nabu Wetterau unterstrichen die wertvolle Arbeit der Ortsvereine. Pfuhl war bereits am Nachmittag mit dem »Bibermobil« am Bürgerhaus präsent gewesen. Gottfried Lehr, einer der führenden hessischen Gewässerökologen, stellte das Projekt »100 wilde Bäche« vor und machte deutlich, dass bei der geplanten Renaturierung des Bleichenbaches die angrenzenden Kommunen unter den ersten sind, die bei diesem ökologischen Projekt berücksichtigt werden. Er hatte jedoch nicht nur Anschauliches im Gepäck, sondern auch seine Gitarre, und so unterhielt er die Festgäste nach dem Programm mit Livemusik. Zuvor hatte sich Pascher noch bei der Feuerwehr bedankt, die den Verein bei der Bewirtung unterstützte. Ein großer Reigen von Gratulanten der Ortsvereine, wie auch der benachbarten Natur- und Vogelschutzvereine schloss sich an.

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