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Liedermacher Stephan Sulke gibt in Ortenberg ein exklusives Konzert

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Liedermacher Stephan Sulke und Veranstalterin Dörthe Herrler präsentieren sich als eingespieltes Team. © pv

Der Gesangspoet nimmt sein Publikum in der Galerie am Alten Markt mit auf eine Zeitreise voller tief berührender textlicher und musikalischer Bilder.

Wer am vergangenen Freitagabend die Galerie am Alten Markt in der Ortenberger Altstadt betrat, der traute seinen Augen nicht: Die gemütliche Sinalco-Bar hatte sich in einen ebenso gemütlichen. aber technisch hoch aufgerüsteten Konzertraum verwandelt, der mit professioneller Technik aufwartete. Schon früh fanden sich aus nah und fern die Gäste ein, die dem Auftritt des altbekannten Gesangspoeten Stephan Sulke im ausverkauften Haus auf Einladung der Kulturfreunde freudig entgegenfieberten.

Die zuvor mehrfach gestellte Frage, wie es möglich sein könne, dass Stephan Sulke in einem solch exklusiven Rahmen auftritt, beantwortete der Künstler, der woanders in Deutschland immer noch größere Hallen füllt, gleich zu Beginn seines Auftritts: Erstens hätte Veranstalterin Dörthe Herrler von den Kulturfreunden sowieso nicht lockergelassen und zweitens würde er es lieben, auch mal die Reaktion des Publikums direkt und hautnah zu erleben und neue Dinge auszuprobieren.

Und dann nahm er, einer der ganz großen deutschen Chansonniers der Gegenwart, das Publikum mit auf eine Zeitreise voller tief berührender textlicher und musikalischer Bilder.

Zwiegespräch mit Gott

Das Zwiegespräch mit Gott - »Komm doch mal runter! Ich schwör dir, dass man hier verzweifeln kann« - präsentierte er gleich zweimal. Einmal am Piano und dann ebenfalls am Piano, aber mit verblüffender musikalischer Untermalung diverser Instrumente. Die Zuhörer gelangten schnell zur Auffassung, dass hier ein ganz Großer seines Fachs in der Instrumentenwelt zauberte.

Zudem brachte Sulke treffend rüber, dass er ganz viel zu erzählen hat und wie kaum ein anderer die Kunst versteht, das Publikum mit seinen Liedern und Texten zu unterhalten. Eben ein echter Entertainer, der immer wieder kleine Anekdoten und Witze einbaut, die Fülle des Lebens in allen Facetten sehr genau und skeptisch beobachtet und in wundervollen Liedern beschreibt.

Sulke erzählte über die Blödheit, dass man die Welt nur verändern könne, so lange man ledig sei, über die erschreckende Aktualität seines Songs beim Sauerstoffnutzungsschein und darüber, dass Liebe eine echte Glückssache sei.

Er hatte sie alle mitgebracht, an diesem Abend: Die dicke Ulla, das vergilbte Stück Papier, das alte Zimmer, Tom und den Mann aus Russland, der singen, weinen und lachen kann, wie wir eben auch. Sulke ließ die Zuhörer teilhaben an seiner Sehnsucht, versank in seiner Musik, berührte mit großen Gefühlen. Auch den »lieben Onkel May« besang er und erzählte, dass er als Schüler einen Aufsatz über den Autor Karl May geschrieben habe, in dem er äußerte, dass, wenn einer in Deutschland mehr Bücher verkaufe als die Lutherbibel, nicht so schlecht sein könne.

Und nun auch noch ein Roman

Ganz neue Lieder hatte Stephan Sulke ebenfalls im Gepäck und präsentierte an diesem Abend einige Premieren in der Galerie am Alten Markt - so hatte er auch seinen Kriminal-Roman mitgebracht, der noch nicht erschienen ist, über Garbor Senneck, der in Südfrankreich lebt und den ein ungelöster Fall ebenso beschäftigt wie das Verhältnis zwischen Gut und Böse, was immer dasselbe blieb, als sei es ein Grundgesetz der Natur.

Das Publikum reagierte begeistert. Natürlich durfte auch »Uschi« nicht fehlen - und das Publikum sang mit, wie bei vielen anderen Liedern auch.

Nach »Heut seid ihr alle eingeladen« ging nach zwei Stunden ein tief beeindruckender Abend zu Ende.

Aber Sulke wurde nicht von der kleinen Bühne gelassen, und so spielte er noch zwei Zugaben und versprach, bald wieder zu kommen - ein Versprechen, mit dem das Publikum glücklich und begeistert den Abend beschließen konnte. Wobei die Kulturfreunde bei einem weiteren Engagement Sulkes ganz sicher die Schottener Festhalle im Visier haben, wo das Konzert diesmal noch nicht über die Büne ging.

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