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Klosteranlage Konradsdorf beeindruckt Kulturministerin Angela Dorn

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Wissenschaft- und Kunstministerin Angela Dorn (links) lässt sich von Dr. Anja Dötsch, Leiterin des Fachgebietes Bauangelegenheiten Denkmalpflege bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Hessen (SG), und dem stellvertretenden SG-Direktor, Reinhard Kraus, den Fortgang der Arbeiten auf dem Gelände der Konradsdorfer Klosteranlage erläutern. © Ingeborg Schneider

Bald wird die Klosteranlage Konradsdorf mit Basilika und Propstei wieder für Kultur, Bildung und Tourismus freigegeben. Vor Ort zeigte sich die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn beeindruckt.

Über Jahrhunderte dem Verfall und der Fremdnutzung freigegeben, wird die romanische Klosteranlage Konradsdorf mit Basilika und Propstei bald wieder für Kultur, Bildung und Tourismus freigegeben: Auf ihrer Sommerreise überzeugte sich die hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, vom Fortgang der umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten.

»Ich bin begeistert und zolle Ihnen als Team meinen tiefen Respekt für die Planung und Umsetzung dieses Mammutprojektes, mit dem Sie Hessen ein hochwertiges Kulturdenkmal und der Bevölkerung eine beliebte Stätte der Kultur wie auch der Einkehr und Reflexion zurückgeben«, resümierte Dorn nach einer mehr als einstündigen Besichtigung in Begleitung von Vertretern der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen (SG) und des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH).

Die SG betreut das Gesamtprojekt denkmalpflegerisch, wissenschaftlich und liegenschaftlich, der LBIH ist als Bauherr für die Einbindung und Koordinierung sämtlicher vor Ort tätigen Fachgewerke zuständig.

Architektonische und künstlerische Qualität

Für die SG erläuterten Projektbeauftragte Dr. Anja Dötsch, Leiterin des Fachgebietes Bauangelegenheiten Denkmalpflege, sowie der stellvertretenden SG-Direktor, Reinhard Kraus, der Ministerin die Geschichte der im 11. Jahrhundert durch den Edelfreien Hartmann von Büdingen als Hauskloster und Grablege begründeten Anlage, die 1190 durch Erzbischof Konrad von Mainz dem Prämonstratenserorden eingliedert wurde.

»Nach der Säkularisation 1581 und den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg wurden die Gebäude landwirtschaftlich genutzt und gingen zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Gutshof in Staatseigentum über«, skizzierte Dötsch die Vergangenheit.

Dötsch und Kraus verwiesen, unterstützt von den Vertretern des LBIH, auf die nunmehr wieder sichtbare architektonische und künstlerische Qualität der Gebäude, die zuvor eher der Fachwelt bekannt waren, doch auch für kulturelle Ereignisse genutzt wurden - dann stets mit herausragendem Erfolg, wie im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Sommerkult« von Hans Schwab und Ronka Nickel.

Traumhafter Blick über Nidderauen

Seit nunmehr sechs Jahren schicke man sich an, Kloster Konradsdorf aus seinem oft bedauerten Dornröschenschlaf zu holen. »Es ist sehr spannend, ein Teil des Ganzen zu sein und so viele wichtige Entdeckungen und Erkenntnisse mitzuerleben«, erläuterte auch die junge Restaurateurin Daniela Klumpp der Wissenschaftsministerin in einem kurzen Gespräch.

Dorn zeigte sich beeindruckt von der schlichten Schönheit und der besonderen Atmosphäre der Basilika mit vielen Details wie Seitenschiffe, Arkadenbögen, Spuren von Fresken und historischen Grablegen. Ebenso fand die künftige informative Nutzung der Propstei ihre volle Zustimmung.

»Die dortigen Sitznischen mit dem traumhaften Blick über die Nidderauen hinweg könnte ich mir gut für ein politisches Gespräch auf Augenhöhe vorstellen«, merkte die Ministerin humorvoll an.

Im Rahmen eines abschließenden Imbisses unterstrich Ministerin Dorn nochmals das Engagement und die jahrelange intensive Arbeit des Teams. »Sie haben meine volle Bewunderung. Kulturdenkmäler und historische Zeugnisse der Vergangenheit unseres Landes zu erhalten, ist eine Aufgabe, der sich die hessische Landesregierung verschrieben hat. Kloster Konradsdorf ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Zum Jahresende werden wir diesen Ort und seine Geschichte allen Gästen in bestmöglichem Erhaltungszustand präsentieren. Künftig werden verschiedene Initiativen das Kloster als gut ausgerüstete Kulturstätte nutzen.«

Info: 6 Millionen Euro Gesamtkosten

Bereits in den 1990er Jahren wurde die Baugeschichte des Klosters umfassend erforscht. 2016 begann die Schlösserverwaltung mit der denkmalpflegerischen Instandsetzung der Propstei, die aus Mitteln des Kulturinvestitionsprogramms finanziert wird.

Auch die Kirche wird aus Landesmitteln saniert. Die Kosten für die gesamte Maßnahme belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro. Hinzu kommen Ausgaben für die Ausstellung in der Propstei sowie für Infrastruktur auf dem Grundstück mit Ladestationen für E-Bikes und Wlan, erläuterte die Projektbeauftragte Dr. Anja Dötsch bei Besuch von Ministerin Angela Dorn in der Konradsdorfer Klosteranlage.

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Kunstvoll: Romanisches Doppelfenster in der Propstei, dem ehemaligen Wohnsitz des geistlichen Leiters. © Ingeborg Schneider

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