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Jungfeuerwehrmann der ersten Stunde bei Lißbergs Brandschützern

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50 Jahre ist Otfried Hacker (Mitte) bei Lißbergs Feuerwehr, bis vor Kurzem auch aktives Mitglied. Dazu gratulieren (v. l.) Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring, Wehrführer Lars Wagner, Nadine Schubert, stellvertretende Jugendwartin der Stadt, und Lißbergs Jugendwart Niklas Schmied. FOTO:POTENGOWSKI © Oliver Potengowski

Otfried Hacker war eines der ersten Mitglieder der 1972 frisch gegründeten Lißberger Jugendwehr. Und er blieb den Brandschützern 50 Jahre treu. Beim Jugendwehrjubiläum gab es dafür eine Ehrung.

Lißberg (ten). Trotz des mehr als durchwachsenen Wetters am Wochenende feierte die Jugendfeuerwehr Lißberg ein gelungenes Jubiläum. Seit 50 Jahren sichert sie inzwischen den Nachwuchs für die Einsatzabteilung. Die neu gegründete Kinderfeuerwehr hilft, frühzeitig Mitglieder zu gewinnen, die später in die Jugendfeuerwehr aufrücken.

Ein Höhepunkt der Jubiläumsfeier stand am Samstag noch vor der Siegerehrung des Geländespiels an. Jugendfeuerwehrwart Niklas Schmied bat Otfried Hacker, eines der ersten Mitglieder der Jugendfeuerwehr bei ihrer Gründung 1972 vor die Gäste im Festzelt. Denn von den elf Jugendlichen, die damals in die Feuerwehr Lißberg eintraten, war Hacker bis vor einigen Tagen als einziger noch im aktiven Dienst gewesen.

Sichtlich gerührt erinnerte er sich, wie er am 3. September mit einem simulierten Einsatz und dem Kommando »zwei Mann zur Menschenrettung« von der Einsatzabteilung verabschiedet worden war. »Mir kamen wirklich die Tränen«, berichtete Hacker von der gelungenen Überraschung seiner Kameraden.

Auch Ortsvorsteher Hans-Rudolf Kramny gehörte damals zur Gruppe der ersten elf Jugendfeuerwehrleute. Angesichts der vielen Kinder und Jugendlichen, auch aus den Nachbarorten zeigte er sich mit der Arbeit der Jugendfeuerwehr zufrieden. »Der Nachwuchs in Lißberg, in der Gemeinde Ortenberg und auch in Gedern ist gesichert.«

Wichtige Lücke nun geschlossen

Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring verwies in diesem Zusammenhang auf die jüngst verstärkte Nachwuchsarbeit der Feuerwehr. »Ich gratuliere Lißberg nicht nur zu 50 Jahren Jugendfeuerwehr, sondern auch dazu, dass sich vergangenen Samstag eine neue Kinderfeuerwehr gründete.« Sie erklärte, dass die Kinder durch die Ausbildung in den Nachwuchsabteilungen nicht nur sich selbst vor Gefahren schützten, sondern auch anderen Kindern und Jugendlichen in Gefahr helfen könnten. »Wir brauchen euch.«

Niklas Schmied erläutert im Gespräch mit dieser Zeitung, dass man schon länger plane, eine Kinderfeuerwehr zu gründen. Doch hätten die geeigneten Betreuer gefehlt. »Fußball kann man mit vier oder fünf Jahren spielen«, sagt der Jugendfeuerwehrwart. Wenn sie schließlich in die Jugendfeuerwehr aufgenommen werden könnten, »dann haben die Kinder ihre Hobbys«, hat er beobachtet. »Da ist es schwer, sie für die Feuerwehr zu gewinnen.« Mit Michelle Schmied und Julia Takantzias sei es endlich gelungen, die Idee umzusetzen. Zehn Kinder gehören der Gruppe derzeit an.

Mit acht Jugendlichen ist die Nachwuchsabteilung derzeit kleiner, als bei ihrer Gründung. Niklas Schmied nennt dafür verschiedene Gründe. Wegen Corona habe die aktive Jugendarbeit fast ein Jahr geruht. »Die Mitglieder sind alle dabei geblieben«, betont er die enge Bindung der Kinder und Jugendlichen an die Feuerwehr. Der zweite Grund ist durchaus positiv zu sehen. Denn in den vergangenen drei Jahren wechselten zehn Jugendfeuerwehrleute in die Einsatzabteilung. Zugleich verweist der Jugendfeuerwehrwart auf die ersten Übernahmen aus der Kinderfeuerwehr.

Rudolf Beck, bei der Gründung neben Robert Schmied stellvertretender Jugendfeuerwehrwart, erinnert sich, dass genau dieser Gedanke, frühzeitig für Nachwuchs für die Einsatzabteilung zu sorgen, dazu führte, dass 1972 eine der ersten Jugendwehren der Region in Lißberg entstand. Der Anstoß kam bereits 1971 vom Vereinsvorsitzenden und Wehrführer Karl-Heinz Leier. Nachdem man Lißberger Eltern anschrieb, gab es im Dezember 1971 eine erste Versammlung. Am 10. Januar 1972 gründete sich die Jugendfeuerwehr schließlich offiziell.

Fordernde erste Schritte

»Der Anfang war recht schwierig, weil zu dieser Zeit die Gebietsreform stattfand«, blickt Beck zurück. Zu gemeinsamen Sitzungen mit anderen Jugendwehren musste man schon bald nach Gründung oft in den Westkreis mit entsprechend langen Wegen fahren. Am 30. April 1972 stellte man die neu gegründete Jugendwehr bei einer Löschübung der Öffentlichkeit vor.

Um einen einheitlichen Auftritt der Jugendlichen bei der ersten Präsentation zu erreichen, improvisierte man. Blaue Arbeitsoveralls ersetzten die Uniform. Die Jugendwehr ebnete auch den Feuerwehrfrauen den Weg, die heute in Einsatzabteilungen selbstverständlich sind. »Wir hatten in der Jugendfeuerwehr mal zwei oder drei Jahre, in denen wir mehr Mädchen als Jungen hatten«, erinnert sich Beck.

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