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IG prüft, ob es in Bleichenbach genug Interessenten dafür gibt

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Von: red Redaktion

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Wer es warm haben will, muss tief in die Tasche greifen. Die Interessengemeinschaft Dorfwärme in Bleichenbach will mit einem Nahwärmenetz unabhängiger werden von politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen. SYMBOL © pv

Seit dem vergangenen Frühjahr hat ein siebenköpfiges Team in vielen Sitzungen auf den Infoabend hingearbeitet. 130 Zuhörer fanden sich dazu im Feuerwehrhaus ein.

Bleichenbach (red). Großes Interesse hatten die Bleichenbacher an einem Infoabend, zu dem die Interessengemeinschaft (IG) Dorfwärme in das Feuerwehrhaus eingeladen hatte. Die IG will prüfen, ob es im Ort genügend Interessenten gibt, um ein Nahwärmenetz wirtschaftlich betreiben zu können. Seit dem vergangenen Frühjahr hatte das siebenköpfige Team in vielen Sitzungen auf den Infoabend hingearbeitet. Jetzt konnten sie über den Stand der Planung und über das weitere Vorgehen informieren.

Die Auswirkungen des Klimawandels und die Explosion der Energiepreise waren Antreiber, das »Energiedorf Bergheim« in direkter Nachbarschaft ein Vorbild für das Dorfwärme-Team. Mit einer Präsentation und einer anschließenden Fragerunde wurden alle Aspekte des Projektes beleuchtet.

Valentin Schwarz, Ortsvorsteher in Bleichenbach und Mitglied der IG, stellte zunächst den Grundgedanken eines Nahwärmenetzes vor. Bei einer zentralen Heizanlage geht es um eine gemeinsame Investition und um künftige Teilung der Kosten für Wartung und Instandhaltung. Dabei soll eine regionale und nachhaltige Wärmeerzeugung möglich werden - sprichwörtlich »von Bleichenbach für Bleichenbach«.

Grundlagen erläutert

Die Dorfgemeinschaft würde dann unabhängiger von politischen und wirtschaftlichen Ereignissen und Einflüssen sein können, so Schwarz. Unterstützt sieht sich die IG von den aktuellen Weichenstellungen der Politik, die beispielsweise künftig einen Neubau von Ölheizungen unter bestimmten Voraussetzungen verbieten.

Die technischen Grundlagen einer zentralen Anlage und eines Nahwärmenetzes stellten Swen Ciupke und Florian Schäfer den knapp 130 Zuhörern vor. Dabei gingen sie auf die Funktionsweise einer zentralen Heizung ein, aber auch auf Nach- und Vorteile einer solchen Anlage beziehungsweise des Leitungsnetzes. Am Beispiel des Bergheimer Trassenplanes zeigten sie, dass es möglich ist, die Rohre beispielsweise durch Wiesen oder Feldwege zu verlegen. »Eine zentrale Heizung ist wesentlich klimafreundlicher, als 450 kleine Heizungen«, sagte Florian Schäfer, denn so viele Gebäude hat Bleichenbach. Für die Immobilienbesitzer wäre keine Neuanschaffung einer eigenen Heizung mehr notwendig, auch individuelle Wartungskosten entfielen. Alle 20 Jahre sei sogar ein Wechsel der Heizquelle möglich, wenn es zukünftig effizientere Systeme geben sollte.

Vielen Bleichenbacher Bürgern ist das Projekt bereits bekannt. Die IG Dorfwärme hatte mit Flyern sowie in Print- und Online-Medien dafür die Werbetrommel gerührt, wie Eric Fridrich darstellte. Für eine Machbarkeitsstudie, die Basis des weiteren Vorgehens, sind finanzielle Mittel notwendig, welche über ein Crowdfunding-Projekt eingesammelt werden sollen. Björn Pfeiffer erläuterte, dass eine von externen Ingenieurbüros erstellte Machbarkeitsstudie mehrere mögliche Wärmequellen beleuchten wird.

Baubeginn nicht vor 2024

»Dann wird es Kostenschätzungen für die Heizzentrale, das Netz und die künftigen Wärmepreise geben«, so Pfeiffer. Um die Studie auf den Weg zu bringen, so erfuhren die Besucher von Stefan Leiß, ist das Ausfüllen eines Erhebungsbogens wichtig. Hierbei werden für jedes Haus Angaben zur Bauart und zum aktuellen Energieverbrauch benötigt. »Aus der Rückgabe des Bogens ergeben sich keine Verpflichtungen für einen möglichen späteren Anschluss«, erklärte Leiß.

»Wichtige Fragen werden durch die Machbarkeitsstudien beantwortet werden«, so Valtentin Schwarz, der die Fragerunde moderierte. Der Bau sei frühestens ab dem Jahr 2024 möglich. Sogar die bevorstehenden Kanal- und Straßenbauarbeiten in Bleichenbach könnten in die Planungen mit einbezogen werden.

Als große Unterstützerin der IG Dorfwärme zeigte sich Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring. »Sie sind zur richtigen Zeit unterwegs. Machen Sie mit, es lohnt sich. In Bergheim sind die Häuserpreise seitdem angestiegen«, rief sie in die Runde.

Diese Aussage bestätigte eine kleine Delegation aus Bergheim, die aus über zehnjähriger Erfahrung von vielen Vorteilen des Energiedorfes berichtete.

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