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50 Jahre Einsatz für die Natur rund um Gelnhaar

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Der amtierende Vorstand der Natur- und Vogelschutzgruppe Gelnhaar freut sich auf das Jubiläumsfest im Bürgerhaus. Auf dem Foto fehlt Jörn Reichel. © Erich Engel

1971 gründeten elf Naturfreunde die Natur- und Vogelschutzgruppe Gelnhaar. Zahlreich sind die Aktivitäten für die Natur in den vergangenen Jahrzehnten, was man nun nachträglich feiert.

Gelnhaar (een). Die Natur- und Vogelschutzgruppe Gelnhaar hoben 1971 elf Gründungsmitglieder aus der Taufe. Vergangenes Jahr wollte man den 50. Geburtstag feiern, doch machte Corona hier einen Strich durch die Rechnung. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben, und so lädt der rührige Verein am Samstag, 24. September, ab 19 Uhr ins Bürgerhaus Gelnhaar ein. Neben einem Blick auf die Vereinsgeschichte, einer Lichtbilderschau über die Biotope und Ehrungen stellt man auch das Programm »Wilde Bäche« vor.

Rasch stieg nach der Gründung die Mitgliederzahl der jungen Gruppe, und unter dem Vorsitz von Wilhelm Kromm konzentrierte man sich zunächst auf Vogelfütterung im Winter und Nistkastenbau. Auf dem »Hohlen Berg« richtete sich die Gruppe in einer Hütte einen Raum ein und traf sich zum geselligen Beisammensein. Schnell war man im Dorf anerkannt und beteiligte sich verstärkt an Veranstaltungen. Auch rückte die Öffentlichkeitsarbeit stärker in den Fokus. 1986 schloss sich der Verein dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) an. Man pachtete eine Streuobstwiese zwischen der Landstraße nach Usenborn und dem Erdbeerberg. Dort stand auch eine verfallene Holzhütte, die die Mitglieder in vielen Arbeitsstunden in eine respektable Vogelschutzhütte verwandelten. Die Grillfeste dort und die Nikolausfeier am Feuerwehrhaus brachten das nötige Geld in die Vereinskasse, für weitere Investitionen in Sachen Naturschutz.

Anlage mehrerer Biotope

Durch das Trockenlegen von Wiesen, die Begradigung des Bleichenbachs und die Flurbereinigung in den 60er Jahren nahm der Bestand an Fröschen, Kröten, Lurchen und Libellen rapide ab. So kaufte die Natur- und Vogelschutzgruppe mit öffentlichen Geldern das Grundstück »Inselchen« am Grundweg Richtung Bergheim und hob eine Lache als Regenwasserrückhaltung aus. Den alten Steinbruch in Richtung Wenings pachtete man ebenfalls, richtete ihn als Feuchtbiotop ein und setzte Fische aus. Bald nistete dort ein Eisvogelpärchen. Die Gruppe kümmerte sich auch um Schleiereulen und richtete ihnen Nistplätze im Feuerwehr-Schlauchturm, im alten Transformatorenhaus und im Kirchturm ein.

1990 übernahm man die ehemalige Genossenschaftshalle und schuf sich so einen Werk- und Ausstellungsraum. Ein besonderes Augenmerk richtete die Gruppe auf die Pflege der Hecken, die ein wichtiger Lebensraum für Niederwild und Vögel sind. 1995 erhielt die Gruppe den Ortenberger Umweltpreis für ihre vielfältigen und nachhaltigen Aktivitäten. Ein Jahr später feierte man das 25-jährige Bestehen mit Kommersabend und Familienfest.

Unter der Regie von Adalbert Finger, der ab 1996 25 Jahre lang den Vorsitz übernahm, schuf die Gruppe weitere Biotope, setzte die Heckenpflege fort, richtete den alten Hochbehälter als Quartier für Fledermäuse her, pachtete die Wiese »Bärnfeld« und legte weitere Streuobstwiesen an.

Mit Förderung durch Bund und Land plante man zusammen mit der Natur- und Vogelschutzgruppe Usenborn und dem Nabu Bindsachsen das Regionalbudget-Projekt der Leader-Region Wetterau/Oberhessen als »Drei-Täler-Wanderweg« und setzte ihn um. Die engagierten Naturschützer statteten den Weg mit 15 Infotafeln aus und stellten 120 Wegweiser auf. Als Weg-Logo dient der Schwarzstorch, der in der Region heimisch ist.

Im eigentlichen Jubiläumsjahr 2021 stand der Verein unter Führung von Vorsitzendem Adalbert Finger, dessen Stellvertreter Olaf Kromm, Rchner Willi Gummy, Schriftführer Gerit Henrich sowie den Beisitzern Oskar Daubert, Guido Erben, Jörn Reichel, Ralf Daubert, Mirja Steffen, Jens Pascher, Tobias Rohrbach, Dirk Daubert und Zdislaw Wetzig. Dieses Jahr nun übernahm Klaus-Andreas Finger den Vorsitz von seinem Vater, sein Stellvertreter ist Jens Pascher. Rechner und Schriftführer sind weiterhin Willi Gummy und Gerit Henrich, als Beisitzer fungieren Olaf Kromm, Guido Erben, Jörn Reichel, Mirja Steffen, Tobias Rohrbach, Nicole Minnert, Rainer Schick und Marcel Henrich.

Im Anschluss an die Jubiläumsfeierlichkeiten wird es zur Unterhaltung Live-Musik aus Hessen im Bürgerhaus geben.

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