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Ziel: Ein inklusives Wohngebiet in Bad Salzhausen

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Die Unternehmensgruppe Lupp will zahlreiche Wohneinheiten auf dem Gelände des Hauses am Landgrafenteich errichten. © Petra Ihm-Fahle

In absehbarer Zeit dürfte Bad Salzhausen wachsen. Die Unternehmensgruppe Lupp aus Nidda plant, das Gelände des Hauses am Landgrafenteich mit einem Quartier zu bebauen.

Das Gebiet um das Haus am Landgrafenteich ist die pure Natur. Zweige rascheln im Wind, weites Grün und ein Wäldchen laden zum Spazierengehen ein. Dort, in der Roland-Krug-Straße 15 in Bad Salzhausen, wechselte kürzlich der Eigentümer: Die Behindertenhilfe Wetteraukreis (BHW) verkaufte das Grundstück und den halb leerstehenden Gebäudekomplex an die Unternehmensgruppe Lupp (Harb). Familie Lupp, die aus Bad Salzhausen stammt, möchte auf der 2,4 Hektar großen Fläche ein inklusives Wohngebiet umsetzen: Geplant sind laut Gesellschafterin Sina Lupp vier Mehrfamilienhäuser mit 40 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen, 17 Reihen- und sieben Einfamilienhäusern.

Mini-Appartements für Pendler

H inzu kommt ein Gebäude mit Büro- und Wohneinheiten für die BHW, zudem ein Haus mit Mini-Appartements für festangestellte Mitarbeiter, die Wochenendpendler sind. »Vorgesehen ist auch ein Gebäude mit einer Kita plus Restflächen für die gewerbliche Nutzung. Ein Café ist im BHW-Gebäude geplant, die BHW wird es betreiben«, erklärte Lupp. Wunsch sei ferner, ein kleines Geschäft einzurichten, um eine Versorgung sicherzustellen.

Nun stellten sie, Stadtplaner Richard Besel (Büro BLFP, Friedberg) und Mitarbeiter des Hauses Lupp die geplante Quartiersentwicklung im Bauausschuss vor. Einstimmig befürwortete das Gremium die Änderung des Bebauungs- und des Flächennutzungsplans. Das war notwendig, weil diese Pläne bislang eine »Sondernutzung Kur« vorsehen.

»Ursprünglich suchten wir nur nach Unterbringungsmöglichkeiten für unsere Mitarbeiter«, sagte Lupp. In dem Familienunternehmen seien 750 Menschen tätig. »Dadurch kamen wir mit der BHW ins Gespräch. Dabei stellte sich aber schnell heraus, dass das Gebäude erhebliche bauliche Mängel und einen starken Sanierungsbedarf hat.«

Die Geschäftsführerin der BHW habe erklärt, das Potenzial der viergeschossigen, flächig angelegten Immobilie nicht komplett nutzen zu können. Ziel war laut Lupp zunächst, das Gebäude zu erhalten, was aufgrund der baulichen Substanz aber nicht möglich sei. »Daher haben wir zusammen ein Konzept entwickelt, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden«, fuhr sie fort. Absicht sei dabei auch gewesen, die Zukunft der Behindertenhilfe in Bad Salzhausen zu sichern. Zielgruppe sind die BHW, die Mitarbeiter des Unternehmens Lupp und weitere Personen, die auf dem freien Wohnungsmarkt etwas suchen. »Unser Ziel ist die bestmögliche Entwicklung für das Gebiet«, erklärte Lupp.

Verkehrsberuhigte Quartiersstraße

Wie Stadtplaner Besel erläuterte, wird das Grundstück von der Roland-Krug-Straße erschlossen. Zudem soll es eine eigene, eventuell verkehrsberuhigte Quartiersstraße erhalten. Die Geschosshöhe für die Appartementhäuser wird bei drei und vier Stockwerken liegen, für die Wohngebäude sind bis zu zwei Geschosse plus Staffeletage vorgesehen. Von dem Standort aus seien die Bahnhöfe in der Kernstadt und Bad Salzhausen mit dem Fahrrad zügig erreichbar. Die Pläne sind nach Worten Besels erste Ideen einer Durchstrukturierung des Geländes. In Abstimmung mit den Niddaer Stadtverordneten und der Firma Lupp könnten sie noch verfeinert und weiterentwickelt werden.

Marcus Stadler (Grüne) erkundigte sich nach den Plänen für die Wärme- und Wasserversorgung. Wie Michael Fuchs (Technischer Geschäftsführer Lupp) schilderte, steht das Unternehmen bereits im Gespräch mit der Ovag, um nachhaltige Konzepte mit erneuerbaren Energien und Nahwärmekonzept zu realisieren.

Immenser Instandsetzungsstau

Christine Jäger (SPD) begrüßte das Konzept. Von einer früheren Berufstätigkeit in dem ehemaligen VdK-Hotel wisse sie um den immensen Instandsetzungsstau. »Es ist eine Bereicherung für Bad Salzhausen«, betonte sie. Sie wollte aber auch wissen, ob die künftigen Wohnungen nur als Eigentum oder auch zur Miete erhältlich sind. Wie Lupp erwiderte, ist ein Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen geplant. Das Mietangebot richte sich an Bewohner der Behindertenhilfe und den freien Wohnungsmarkt. Für die Einfamilien- und Reihenhäuser sieht das Unternehmen einen Verkauf vor.

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