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Stadt Nidda stellt Antrag für Justus-von-Liebig-Therme

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Sport-, Begegnungs- oder Gesundheitsoase: Die Therme sucht nach ihrer Bestimmung. © pv

Die Stadtverwaltung hat gestern einen Antrag auf eine Förderung für Sportstätten für die Justus-von-Liebig-Therme eingereicht. Es war kurz vor knapp, denn heute, am 17. August, endet die Frist.

Auf den letzten Drücker hat die Stadt Nidda einen Antrag für den Investitionspakt Sportstätten beim Hessischen Wirtschaftsministerium für die Justus-von-Liebig-Therme eingereicht. Der Impuls kam auf etwas ungewöhnlichem Wege zustande. Eine Mitarbeiterin des Ministeriums war im Fernsehen auf die Proteste zur geplanten Schließung und den Abriss des Bades in Bad Salzhausen aufmerksam geworden, wandte sich an den Ortsbeirat und brachte die Möglichkeit der Förderung ins Spiel. Zur Erinnerung: Die Fraktionen hatten sich auf den Erhalt der beiden Freibäder und für den Neubau eines Hallenbads nahe des Schulzentrums entschieden. Am Ort der jetzigen Therme soll ein kleineres Vital- und Gesundheitszentrum entstehen (diese Zeitung berichtete). Es sollte keine neue Therme in Bad Salzhausen in der bisherigen Größe gebaut werden. Die Prioritäten sind deutlich.

Eigentlich nicht für Thermen gedacht

Normalerweise fallen bei besagtem Förderprogramm Thermen durchs Raster. Letztlich scheint es eine Frage der Definition zu sein: Machen Präventions- und Reha-Sport sowie Schwimmkurse das Bad zu einer Sportstätte? Ebenfalls ein wichtiges Kriterium: Die Therme ist ein Ort der Begegnung.

Diese Informationen gab der Ortsbeirat an den Bürgermeister weiter und sieht eine große und einmalige Chance, »mit der Förderung die Justus-von-Liebig-Therme zu erhalten sowie auf einen Stand zu bringen, der nach professioneller Planung im laufenden Betrieb nahezu keine Kosten für den Haushalt verursacht«.

Therme ist nicht gleich Therme, ist eine Auskunft aus dem Ministerium zu interpretieren. »Das Gebäude in Bad Salzhausen aus den 80ern entspricht vermutlich nicht dem Angebot einer modernen Wellnesstherme oder eines Spaßbades. Ein klassisches Hallenbad, das beispielsweise für Senioren, Familien und Präventionssport genutzt wird, könnte hingegen gefördert werden.« Demnach besteht eine Möglichkeit, auch für technische Anlagen, also Heizungen. Sollten die Kosten die Fördersumme überschreiten, könnte das Programm Lebendige Zentren, in dem die Stadt seit 2016 ist, zu einer ergänzenden Förderung für einzelne Bauabschnitte verhelfen.

Das Programm Investitionspakt Sportstätten wird voraussichtlich im nächsten Jahr nicht mehr aufgelegt.

Im Niddaer Rathaus war man irritiert. »Nach einer ersten Prüfung wurde die Chance nicht so gesehen, weil die Förderung gezielt auf Sportstätten abzielt«, sagt Rathauschef Thorsten Eberhard im Gespräch mit dieser Zeitung. Diese Info habe man auch zunächst von der Förderstelle von jener Dame erhalten, die den Ortsbeirat kontaktiert hatte. »Die Informationen sind etwas widersprüchlich.« Dies sei etwas unglücklich vonseiten der Fördergeber. Eberhard weiter: »Nun kam die Aussage, dass unter bestimmten Voraussetzungen, dem Aspekt Gesundheit und der Erweiterung des ISEK-Fördergebiets, eine Beantragung Sinn machen könnte.«

Keinen Einfluss

auf die Schließung

Ob für eine Sanierung oder einen Ersatzbau - das Programm sei für beide Maßnahmen tragfähig. Eine Sanierung hänge jedoch nicht von der Förderung ab, betont Eberhard. Man sei im Gespräch mit einem Architekten, um zu prüfen, ob vielleicht doch Wände stehen bleiben können, also ein Komplettabriss vermieden und die graue Energie genutzt werden kann.

Auf die Schließung der Therme zum 30. September hat dies nach Aussagen des Bürgermeisters keinen Einfluss. Eberhard nennt zwei Gründe: »Ob wir abreißen oder modernisieren, wir müssen die Therme erst schließen. Die Maßnahmen, wie zum Beispiel am Dach oder der Technik, sind zu groß. Es geht ja auch darum, neue Konzepte und Ideen für den weiteren erfolgreichen Betrieb zu finden.«

Zweiter Grund ist der Energieverbrauch. »Die Therme ist einer der größten Energiefresser im Wetteraukreis. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass in diesem Jahr noch andere Thermen geschlossen werden, es sei denn, Putin dreht den Gashahn wieder auf.«

An einen Fortbestand der Therme in dem neuen Gesundheits- und Vitalzentrum glaube er nicht. »Wir können uns im Bereich der Therme nicht von Bad Nauheim absetzen.«

Ob ein Gesundheitszentrum mit Therapiebecken überhaupt möglich ist, scheint mit dem Erfolg des Antrags zusammenzuhängen.

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