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Schulen und Vereine: Lern- und Lebensraum

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Die Umweltschule Ober-Schmitten arbeitet auch mit den Vogelschützern zusammen. © Steffen Frühbis

In Nidda ergänzen sich zahlreiche Bildungsstätten und örtliche Gemeinschaften. Für Schüler ist es eine willkommene Abwechselung.

Nidda (stf). Unter dem Titel »Schule und Verein« fördern Landessportbund und Hessisches Kultusministerium die Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen. Doch auch neben der rein sportlichen Betätigung arbeiten Niddaer Schulen rege mit örtlichen und überörtlichen Vereinen auf verschiedene Arten zusammen.

Gemäß dem Motto »Wir lernen fürs Leben, nicht für die Schule« ergänzen Vereine und Ehrenamtliche in zunehmendem Maße das Schulangebot sowohl an Grundschulen als auch an weiterbildenden Schulen.

Hoch im Kurs steht - insbesondere an Schulen mit Ganztagesbetreuung - die Zusammenarbeit mit örtlichen und regionalen Sportvereinen. »Unsere Schüler nehmen die Nachmittagsangebote sehr gerne an«, weiß Schulleiterin Carolin Stein von der Otto-Dönges-Schule. »Die Bewegung tut den Kleinen sehr gut und ist ein prima Ausgleich zu den digitalen Medien und dem Stillsitzen im Unterricht.«

Auch eine gewisse Entlastung

Die Grundschule in der Niddaer Kernstadt arbeitet sowohl mit der Handballspielgemeinschaft (HSG) Nidda-Gedern als auch mit dem Basketball-Verein in Lich zusammen. Im Rahmen des Förderprogrammes »Schule und Verein« fördert das Land Hessen die Kooperation mit der HSG finanziell. Auch für die Zusammenarbeit mit den Basketballern aus Lich gab es Finanzmittel vom Land. Nach drei Jahren Anschubfinanzierung über das Landesprogramm bezahlt die Grundschule das Basketballangebot nun eigenständig aus Schulmitteln. »In den Nachmittagsstunden stellen die Betreuungsangebote der Vereine auch eine gewisse Entlastung für die Lehrer und Lehrerinnen dar«, wertschätzt Stein die Unterstützung.

Auch die Schulleitung des Gymnasiums Nidda integriert als ›Partnerschule des Leistungssports‹ Sportvereine in die Nachmittagsstunden. Neben den Leichtathleten vom Turnverein Nidda, den Handballern der HSG und den Basketballern aus Lich koopertiert das Gymnasium unter dem Namen ›Sport im alten Gewand‹ mit dem Mittelalter-Verband ›Eisenliga‹. Verbandsmitglied Axel Friedersdorf gibt wöchentliche Kurse im historischen Schwertkampf, selbstredend mit Soft-Waffen. Schulleiterin Alexa Heinze sieht das Gymnasium als Bestandteil der Großgemeinde und die Kooperationsverträge mit den Vereinen als Teil ihres Verantwortungsgefühls. »Schule ist weit mehr als ein Lernort, sondern auch ein Lebensraum«, ist Heinze überzeugt. »Lernen ist ein Prozess, der auch dazu dient, ein reflektiertes Verhältnis zu sich selbst, seinen Mitmenschen und der Umwelt aufzubauen.«

Als ›Umweltschule‹ sieht sich die Josef-Moufang-Schule im Ortsteil Ober-Schmitten. Neben Kooperationen mit dem Tennisclub Ober-Schmitten und dem Turnverein Eichelsdorf gibt es hier eine langjährige Zusammenarbeit mit der Natur- und Vogelschutzgruppe Ober-Schmitten. »Unser naturnaher Schulhof und das Insektenhotel wurden gemeinsam mit der Vogelschutzgruppe eingerichtet«, erzählt Schulleiterin Katja Bender. »Wir sind eine Schule inmitten des Dorfes und versuchen einfach, alle miteinzubinden.«

Die Einbettung in die schulischen Betreuungsangebote ist auch ein Gewinn für die Vereine selbst. In Zeiten schwindender Mitglieder und Nachwuchssorgen mancher Vereine stellen die Kooperationen einen direkten Kontakt zu möglichem Nachwuchs dar. Ein Gewinn für beide Seiten.

Kooperation auch mit Einzelpersonen

Nicht immer sind es Vereine, mit denen Schulen zusammenarbeiten. Die Grundschulen Ulfa und Ober-Lais binden punktuell ehrenamtlich tätige Einzelpersonen in den Unterricht ein. Bekanntes Beispiel: Die Arbeitsgemeinschaft ›Ilfer-Platt‹. Seit 2010 hilft Petra Graf mit der Mundart-AG mit, dass der Ulfaer Dialekt nicht ausstirbt. Ute Hacker und Friedel Wenzel aus Ulfa unterstützen im Rahmen des Projektes »Grünes Klassenzimmer« bei naturkundlichen, Günter Stahnke vom Geschichtsverein bei historischen Themen. Auch die Hoheberg-Schule in Ober-Lais kooperiert mit Ehrenamtlern. »Vom Fledermausexperten über Autorenlesungen bis hin zur Verkehrserziehung bieten wir den Schülern einen Blick auf die Welt außerhalb der Schule«, berichtet Schulleiterin Britta Schaumburg.

Eine etwas andere Art des Zusammenspiels mit Vereinen praktiziert die Berufsschule Oberhessen (BSO). Im sprachlichen Bereich arbeitet das dortige Fremdsprachensekretariat seit vielen Jahren eng mit Vereinen wie Arbeit und Leben Hessen, 3K-Aktiv oder dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft zusammen. Unter Programmnamen wie Euro-Mobility, Erasmus+ oder Europaktiv entsenden die Trägervereine regelmäßig sogenannte Mobilitätsberater an die BSO. Im Rahmen von Informationsveranstaltungen tragen die Vereine dazu bei, die Schüler auf teilweise mehrmonatige Auslandspraktika vorzubereiten. Sie sind weiterhin als Mentoren Ansprechpartner während der Dauer des Auslandsaufenthaltes.

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