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Rückblick in Interviews zum Jubiläum der Fauerbacher Jugendwehr

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Im Rahmen der Feier zum Jubiläum der Fauerbacher Jugendwehr ehrt man auch engagierte pädagogische Kräfte der Feuerwehr (v. l.): Kai Langlitz, Boris Keutzer, Denise Lohrey, Vera Langlitz, Daniela Kirchner und Karl Heinrich Schmidt. © Elfriede Maresch

Ein halbes Jahrhundert ist die Fauerbacher Jugendfeuerwehr nun alt. In der Feierstunde blickten Mitglieder und Gäste nun in einer besonderen Weise auf diese 50 Jahre zurück.

Nidda (em). Zufrieden konnte Fauerbachs Wehrführer Karl Heinrich Schmidt bei der Begrüßung im Bürgerhaus in einen vollen Saal blicken. Beim Kommers zum 50-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr Fauerbach wurde deutlich, wie viele sich dieser Gruppe verbunden fühlen. Es kamen auch Bürgermeister Thorsten Eberhard, Kreisbrandmeister Leon Gierhardt, Stadtjugendfeuerwehrwartin Daniela Kirchner, Stadtbrandinspektor Benjamin Balser und Vertreter der örtlichen Vereine.

Fauerbachs Jugendwart Kai Langlitz führte durch das Programm, das er mit Bildern aus der Geschichte der Jugendwehr unterlegte. »Chronik einmal anders«: So interviewten Feuerwehr-Jugendliche von heute die Jugendwarte von früher. Das Publikum hatte seinen Spaß an der pfiffigen Gesprächsführung.

Da der Betreuer aus der Gründungszeit, Albrecht Nies, im Urlaub war, sprang Reimund Seum berichtend ein. Als 1971 die Ulfaer und Michelnauer Wehren Jugendgruppen gründeten, fand es Fauerbachs Wehrführer Otto Stock an der Zeit nachzufolgen. Etwa zwölf Jungen im Alter bis 16 Jahre fanden sich im Jahr darauf zusammen, und von 1972 bis 1976 führten Nies und sein Stellvertreter Wilfried Schröder die Gruppe. Die jungen Interviewer wollten alles genau wissen, fragten nach Wettkämpfen und Ausflügen.

Kunst der Improvisation

Auf die längste Zeit als Fauerbacher Jugendwart, nämlich von 1972 bis 1993, blickt Ronald Pflug zurück. Er erzählte von der geringen Geräteausstattung der damaligen Jugendwehr, vom Improvisieren: »Manchmal hingen wir am Alten Sportplatz eine Strickleiter in einen Baum.« Abenteuerlich waren die Zeltlager, 1980 in Ober-Lais, als noch das Wasser aus Tankwagen kam und man das Essen in der Feldküche zubereitete. Pflug: »Der Strom kam aus dem Eimer!« - nämlich aus einer Autobatterie, die dort deponiert war. 1982 waren schon alle Jugendwehren der Stadt zum Zelten in Fauerbach eingeladen. Seit Mitte der 80er Jahre gab es auch Mädchen in der Jugendwehr. Auf Initiative von Gerhard und Wiltrud Stock gründete man das Projekt »Jugend in der Bütt«, das bis 2006 im Fasching für Amüsement sorgte. Die Stadtjugendfeuerwehr lud damals jährlich zum Umweltschutztag.

Dann ehrten Karl Heinrich Schmidt, Daniela Kirchner und der stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwart Boris Keutzer Engagierte aus der Jugendarbeit. Denise Lohrey errang schon als Mitglied der Jugendwehr von 2006 bis 2013 die drei Jugendflammen und die DJF-Leistungsspange, wechselte 2013 in die Einsatzabteilung, wo sie sich zur Maschinistin und Atemschutzgeräteträgerin qualifizierte. »Sie hilft, wo sie kann«, hieß es über Vera Langlitz, die 2007 den Jugendfeuerwehr-Fanclub mitgründete und seit 2015 zusammen mit Denise Lohrey und Nadja Gehrmann die Kindergruppe »Fauerbacher Flämmchen« leitet. Lohrey und Langlitz erhielten die Florianmedaille der Jugendfeuerwehr in Bronze.

Von 1993 bis 2008 war Thomas Lohrey Jugendleiter, der damals auf bis zu 33 Jugendlichen zählen konnte und mit zwei Jungen- und einer Mädchenmannschaft zu Wettkämpfen fuhr. Nostalgie kam auf, als er von Fahrten zu »Frankfurt Galaxy« berichtete, von Missgeschicken beim Zeltlager in Fauerbach 2007 und den Freudentränen, als man doch Stadtmeister wurde.

Bürgermeister Thorsten Eberhard dankte in seinem Grußwort allen Aktiven in der Jugendarbeit und betonte die Bedeutung der »Helfenden ohne Funktion«, nämlich der Angehörigen: »Die Freiwillige Feuerwehr ist ein Familienunternehmen!«

Online-Formate in der Pandemie

Mit der neuen Kinderfeuerwehrmedaille in Bronze des Landesfeuerwehrverbands ehrte man Denise Lohrey, Vera und Kai Langlitz, der seit 2010 Mitglied der Einsatzabteilung, seit 2018 Jugendwart ist.

Interviewt wurde dann Jugendwart Manuel Kaufer (2008 bis 2013). Statt des erkrankten Tobias Seum (2013 bis 2018) berichtete Niklas Sonnenberg, damals selbst Mitglied der Jugendwehr. Neue Arbeitsformen wie die 24-Stunden-Übung, die Online-Formate in der Pandemie beschrieb Kai Langlitz.

Weitere Grußworte sprachen Daniela Kirchner, Boris Keutzer, Benjamin Balser und Ortsvorsteher Manfred Bohl. Mit der Florianmedaille in Silber ehrte man dann Kai Langlitz für sein Engagement in der Jugendarbeit. Für 40 Jahre Dienst in der Einsatzabteilung bekam Gerwin Jost das Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbands in Silber, Reimund Seum für 50-jährigen Dienst und lange Jahre des Engagements als Wehrführer und Vorsitzender das goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande in Sonderstufe.

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