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Poetry-Slam in Nidda: Leah Weigand siegt

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Von: red Redaktion

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Poetry-Slammerin Leah Weigand wird ihrer Favoritenrolle gerecht. © pv

Sie werden oft Poeten genannt, sie sind Dichter: Fünf Poetry-Slammer präsentierten am Mittwochabend ihre Werke. In den Beiträgen ging es um Heimat, Lockdown und Schokolade.

Das erste Mal seit Beginn der Pandemie traten am Mittwochabend wieder fünf Poetry-Slammer im Kinosaal des Lumos Lichtspiel und Lounge auf. Im Dichterwettstreit der Moderne präsentierten sie ihre Gedanken und Poesie und warben damit um die Gunst der Zuhörer.

Die Kinosäle für die Poetry-Slammer

Ab sofort werden wieder zwei- bis viermal im Jahr die Türen der Kinosäle für Poetry-Slammer und Zuschauer geöffnet werden. Die Poetry-Slam Gruppe der Wetterau plant die Veranstaltung und bucht die Teilnehmer, das Lumos-Team übernimmt das Marketing und stellt die Räumlichkeiten. Auf jeden Poetry-Slam, der im Kino veranstaltet wird, folgt eine Sneak Preview.

Voller Vorfreude griff Moderatorin Pauline Puhze aus Frankfurt, die selbst erfolgreich slammt, zum Mikrofon. »Es geht einzig und allein um das gesprochene Wort der Poeten«, betonte Puhze und wünschte allen eine großartige Zeit. »Respect the poets«, dieser Regel gelte es zu folgen. Die folgenden zwei Stunden sollten von bewegenden Auftritten, leidenschaftlichen Texten und begeistertem Applaus gefüllt sein.

Nachdem die Moderatorin den Ablauf des Events erklärt hatte und das Publikum durch einige Sprüche und Fakten zur Filmgeschichte aufwärmen konnte, kam es zum ersten Auftritt. Als erste von insgesamt fünf Künstlern stellte Leah Weigand mit ihrem Werk »Europa« die verschiedenen Seiten Europas dar. Die Marburgerin gewann 2021 die hessischen Meisterschaften im Poetry-Slam. In ihrem gefühlvollen Auftritt sprach sie vom Glück, eine Heimat zu haben, und gleichzeitig der Sehnsucht, jeden Fleck des Kontinents zu erforschen.

Auf ihren Auftritt folgte ein kontrastreicher Auftritt von Uli Höhmann. Der Journalist ist auf Kabarettbühnen unterwegs und leiht seine Stimme dem Pop-up-Theater »Wenig Theater«. Der Frankfurter nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in dessen Studienzeit, die geprägt war von Schaumschnauzbärten, Grütze und vielem mehr.

Situationen, die den ein oder anderen Zuschauer belustigt schmunzeln ließen. Ihm sei bewusst, dass er mit seiner Erzählung über seine erotische Begegnung während seiner Studienzeit vor 25 Jahren für Verstörung sorgen würde. Es sei sogar sein Ziel.

Dritte in der Reihe war Julia Zimmermann. Sie hinterließ dank ihres melancholischen Auftritts über verschiedene Trauerphasen einen bleibenden Eindruck. Als nächste Poetin folgte Valentina Dietrich, die das Publikum mit ihrem ersten Bühnenauftritt beeindrucken konnte. Mit vielen kleinen Briefen ans Leben erzählte sie den Zuhörern eine Geschichte über sich selbst. Zum Abschluss der Vorrunde präsentierte Maya Leuchner ein Werk über ihre Erfahrungen während des Lockdowns und bezeichnete die Corona-Pandemie als längsten Donnerstagnachmittag ihres Lebens.

Drei Slammer in der Finalrunde

Bei Poetry-Slams ist es üblich, dass das Publikum nach der ersten Runde entscheidet, wer in die nächste und letzte Runde vorrücken wird. Der Applaus war deutlich: Maya Leuchner, Uli Höhmann und Leah Weigand gingen nach einer kurzen Verschnaufpause für Künstler und Gäste in die letzte Runde. Maya Leuchner startete die Finalrunde mit ihrer Hommage an die Jahreszeiten. Uli Höhmann präsentierte in seinem siebenminütigen Auftritt, wie sich eine hitzige Kommentierung von Poetry-Slams anhören würde. Leah Weigand präsentierte ein Werk über Schokolade und beendete den Dichterwettstreit mit den Worten »Ciao Kakao«. Auch hier entschied der Applaus des Publikums: Leah Weigand ging als Siegerin des Abends hervor.

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