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Pläne für Nidda: Bühne frei für Ü40

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Von: Myriam Lenz

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Giuseppe Laviero holt die bekannte Band Glasperlenspiel nach Bad Salzhausen. © Myriam Lenz

Elektro-Pop trifft auf Kursaal-Ambiente: Die Band Glasperlenspiel kommt am 3. Dezember nach Bad Salzhausen. Derjenige, der diese nicht alltägliche Kombination ermöglicht, ist Giuseppe Laviero.

Giuseppe Laviero verkörpert vieles: Früher war er Fußballtrainer und Gastronom, heute ist er Versicherungsfachmann, Agenturinhaber und seit diesem Juli Ehemann. Seine Generalvertretung in Kohden erinnert an ein Bistro. Neben den Büros sind eine Theke und ein Kaffeevollautomat, man findet dort Weine und italienische Feinkost. Ein Immobilienbüro und neuerdings eine Event-Agentur gehören dazu. Im Concept-Store LA 40 in der Hoherodskopfstraße 31 laufen viele Fäden zusammen.

Donnerstagabends sitzen Freunde, Bekannte und Geschäftsleute zum »time for wine« am langen Bistrotisch aus kanadischer Eiche. Es ist wie eine kleine europäische Union. Da werden Erinnerungen aus dem Italien-Urlaub wach, als man den Radiosender andrehte: Im Stakkato wirbeln die Sprachfetzen durch die Luft, es wird gelacht, irgendjemand wird mit den Händen wild gestikulieren. Dazwischen der deutsche, etwas weniger temperamentvolle Einschlag mit viel Pragmatismus. Beim Vino erklingt das Wehklagen der Ü40-Generation: Für Kinder oder auch Senioren werde viel in Nidda gemacht, aber für sie? Laviero hat einen Plan: Wir machen was ganz Großes. 16 sagen zu, diese Idee als Sponsor zu unterstützen.

Ein italienischer Niddaer Bub

Pino Laviero, wie er von seinen Bekannten gerufen wird, nennt sich selbst einen echten italienischen Niddaer Bub. Seine Eltern kommen aus Salandra in der süditalienischen Provinz Matera, sind seit 60 Jahren in Deutschland. Ihr Sohn ist in Lich geboren. Regelmäßig sitzt er in jungen Jahren in dem Laden seiner Mutter, »Isabellas Blumenboutique« neben der Therme in Bad Salzhausen mit Blick auf das Kurhaushotel. Später wird er Chef der Bellini Bar am Marktplatz, organisiert dort Feste. Dann zieht er mit seinem Versicherungsbüro in die Bahnhofstraße, vor zwei Jahren nach Kohden. Der 45-Jährige bezeichnet sich als Social-Media-Junkie, bespielt die Kanäle mit Leidenschaft.

Das Versicherungsgeschäft läuft. Er will mehr Leute treffen, gestalten und veranstalten. »Wir haben in Nidda und der Region super Locations, die nicht genutzt werden. Warum sollen wir nach Bad Nauheim oder nach Frankfurt fahren, wenn wir hier gemeinsam etwas reißen können?« Er meint zum Beispiel das alte Kino in Nidda, den Parksaal oder den Kursaal - Plätze mit besonderem Flair. Als Pino und Jana Laviero im Juli im Kursaal dieses Jahr heiraten, singt kein geringerer als Bühnenstar Giovanni Zarrella, der ihm in die Hand verspricht, zu einem Konzert nach Bad Salzhausen zu kommen. Sein Management das anders und so wird aus dem italienischen Barden die Elektro-Pop-Band Glasperlenspiel. Carolin Niemczyk und Sänger und Keyboarder Daniel Grunenberg wünschen sich gegenseitig »ein geiles Leben mit knallhartem Champagnerregen«, bestechen durch glaubwürdige Texte, Songs zum Mitsingen und Feiern. Sie versprechen 90 Minuten Live-Programm. Eigentlich treten auch sie nur auf großen Bühnen auf. Es sei denn, es wird etwas Besonderes geboten.

Das ist Lavieros Ziel. Er hat noch die Bottle Inspectors, den Songwriter Pasi der Pogo und die Band Schallbrücke aus Taunusstein verpflichtet, einen Caterer engagiert, einen Foodtruck bestellt. Der VIP-Bereich wird zur exklusiven Lounge. Ein Wohnzimmerkonzert der Extra-Klasse für 350 Personen.

Es geht erst mal nicht ums Geld verdienen, betont Laviero. Die meisten der knapp 40 Helfer sind Freunde und Familie. Alle arbeiten daran, dass dieses Event perfekt, zur Visitenkarte des Event Stores wird. »Es ist super interessant, wie viele Leute dir helfen und welche dich boykottieren. Die fragen sich, warum macht das der Pino ganz alleine?« Schließlich sei der Aufwand enorm und koste unglaublich viel Zeit.

Das Konzert ist ausverkauft

Dass sich solche Veranstaltungen refinanzieren können, davon ist er überzeugt. Weil für den Auftritt von Glasperlenspiel und die Bands Sponsoren und auch die Stadt sowie das Kulturmanagement mit im Boot sind. Gemeinsam sei einiges in Nidda zu bewerkstelligen. »Es gibt viele junge Künstler, die sich über eine Bühne freuen.« Er stecke voller Ideen. Seine Idealvorstellung: Dass die Leute aus der Umgebung der Events wegen in die Stadt am Fluss kommen. Und: Er organisiert die Künstler und die Events, die Verwaltung sorgt für die Bühnen, kümmert sich um den Ticketverkauf und die Werbung.

Das Konzert am 3. Dezember in Bad Salzhausen ist ausverkauft. Der Großteil der Karten wurde über Instagram verkauft. »Erfolg braucht Zeit«, postete Pino Laviero vor einiger Zeit auf seinem Account. Wenn das Fest mit Glasperlenspiel rauscht, die Leute tanzen und zufrieden sind, wird er vermutlich kurz aus dem Kursaal gehen, von außen durch die Fensterscheiben ein Bild schießen und es posten. Dann wird er gespannt das Feedback in Social Media abwarten.

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