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Oberhessens Orgel-Schätze

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Krystian Skoczwoski © Elfriede Maresch

Nidda/Region (em). »Wir konnten in engem Dialog mit den Zuhörenden darauf aufmerksam machen, welche schlafenden Kulturschätze es in den Kirchen der Orgellandschaft Oberhessen gibt!« Kurz und bündig fasst Kirchenmusiker Dr. Krystian Skoczwoski zusammen, was man seit 2015 in fünf Konzertreihen des Oberhessischen Orgel-Sommers erreichte. Dann kam Corona.

Doch aktuell gibt es bis zum 25. September erfreulicherweise einen sechsten Oberhessischen Orgel-Sommer.

Die drei Organisatoren - neben Skoczowski sind es Marina Sagorski, Propsteikantorin der evangelischen Propstei Oberhessen, und Thomas Wilhelm, Orgelsachbeauftragter der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau - bleiben ihrer Zielsetzung treu, auch wenn diesen Sommer die Planung wegen der schwankenden Inzidenzen weit aufwendiger war. Die Initiatoren verweisen auf gute Erfahrungen der Vergangenheit: »Die örtlichen Kirchengemeinden haben sich hilfsbereit den Veranstaltungen geöffnet. Das Ritual, in der Pause einen ›Orgeltropfen‹, nämlich Wein und Mineralwasser, anzubieten, hat sich absolut bewährt. Es gab lebhafte Gespräche der Zuhörenden mit den Interpreten. Dabei ging es um die historischen und neuen Orgeln sowie um die gebotenen Kompositionen. Das Vorurteil, Orgelmusik sei ›schwer zugänglich‹ und ›entrückt‹, enkräftete man gründlich.«

Nächstes Konzert

in Lißberg

So sieht das Programm bis Sonntag, 25. September, aus: Im historischen Raum der evangelischen Kirche von Lißberg spielt am Samstag, 20. August, um 18 Uhr Niddas Dekanatskantorin Katrin Anja Krauße auf der neuzeitlichen Hillebrand-Orgel, in den historischen Prospekt eingebaut und von der Firma Bosch erweitert.

In den nächsten Tagen entscheidet sich, ob das Konzert in Nieder-Florstadt am 27. oder 28. August stattfindet, auch die Uhrzeit wird noch bekanntgegeben. Der Orgelsachverständige der EKHN, Thomas Wilhelm, spielt auf der Bosch-Orgel ein auf das Instrument abgestimmtes Programm.

Eine romantisch gestimmte Orgel der Firma Eifert von 1910 steht in der evangelischen Kirche Ilbeshausen. Der Innenraum ist vom Stil des bäuerlichen Barock geprägt. Markus Noll, Kirchenmusiker aus Altenmittlau, wird die Orgel am Sonntag, 4. September vorstellen, auch hier wird die Uhrzeit noch bekanntgegeben. Zweiter Interpret ist Harald Höfler (Sopransaxofon). Die Orgelstimme und das eher weich und lyrisch eingesetzte Saxofon bilden eine reizvolle Klangkomposition.

Am Samstag, 10. September, bietet Krystian Skoczowski um 17 Uhr in der evangelischen Kirche Schwickartshausen ein Konzert. Er wird die von Förster&Nicolaus restaurierte Kirchenorgel, ein kleines, um 1900 gebautes Orgelpositiv mit einem Manual spielen, aber auch die Truhenorgel des Dekanats aus der Niddaer Kirche. Eine schöne Ergänzung sind Katharina Hardegen und Elvira Janocha (Oberursel) mit ihren Barockviolinen.

Die eindrucksvolle spätromanische Basilika in Ilbenstadt ist am Sonntag, 18. September, um 16 Uhr Ort des sechsten Konzerts. Das Vokalensemble Virga Strata (Berlin) singt gregorianische und mittelalterliche Kirchenmusik in der Tradition des Prämonstratenserordens, der die Ilbenstädter Kirche gründete. Dem Brauch mittelalterlicher Orden entsprechend, spielt Thomas Wilhelm im Wechsel mit dem Gesang liturgische Orgelmusik auf der 1735 gebauten Onimus-Orgel, die manche Veränderungen erlebte, aber in aufwendiger Recherche und Zusammenarbeit zwischen Wilhelm und Förster&Nicolaus-Geschäftsführer Martin Müller wieder mustergültig in den Originalzustand zurückgeführt wurde.

Eine weitere groß ausgelegte Orgel steht am Ende des Orgel-Sommers, die Oberlinger-Orgel der evangelischen Kirche Hirzenhain. Mit großem Aufwand hat sie Förster&Nicolaus in den vergangenen Jahren überarbeitet. Christof Becker, Kirchenmusiker an der Marienstiftskirche in Lich, spielt dort am Sonntag, 25. September um 18 Uhr. Der Eintritt ist jeweils kostenlos.

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