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Nach Konzert von Glasperlenspiel: Appetit auf mehr

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myl_Glasperlenspiel2_061_4c © Oliver Potengowski

Eine mehr als überzeugende Premiere hat Giuseppe Laviero als Veranstalter gegeben. Mit Glasperlenspiel holte er einen Top-Act auf die Bühne des Kursaals in Bad Salzhausen.

Schon beim Betreten des Kursaals wird klar, dass Laviero mit dem Konzertabend in einer eigenen Liga spielen will. Vor der Tür steht ein ansprechender Catering-Wagen, aus dem unter anderem frisch gebackene Pizza serviert wird. Auf einem Teppich werden die Besucher an einer dekorierten Wand entlang ins Foyer geleitet. Auch dort zeigen sich die Glaswände dekoriert. Davor sind Sitzgruppen mit Barhockern aufgebaut, sodass sich die Auftritte der Musiker auch von dort genießen lassen.

Doch das tun nur die wenigsten. Denn mit der aus dem Taunus angereisten Band Schall-Brücke und den Lokalgrößen Frisco Preachers (früher Bottle Inspectors), die in der Region ein großes Stammpublikum haben, kommt schon frühzeitig Stimmung auf. Bald ist der große runde Raum vor der Bühne dicht gefüllt.

Chance auch für junge Künstler

Dabei steht der Höhepunkt des Abends noch bevor. Dass Laviero für den Konzertabend, den er mit Unterstützung seiner Frau Jana und vor allem auch Maren Scholz, die einen großen Teil der Arbeit im Hintergrund übernommen hat, das Elektropop-Duo Glasperlenspiel verpflichten konnte, zeigt, dass er es ernst meint. Er hat angekündigt, mit seinen Veranstaltungen ein Publikum ab 40 Jahren ansprechen zu wollen. Dazu möchte er auch jüngeren Künstlern wie Schall-Brücke eine Bühne bieten.

Dabei erweist sich die Verknüpfung ambitionierter Nachwuchsbands mit festen Größen, die ein entsprechendes Publikum garantieren, als sinnvoll. Denn der Rahmen, den Laviero bietet, ist für kleines Geld nicht zu haben. Doch rechtfertigen Ambiente und Professionalität der Veranstaltung mit Moderation durch Germaine Stragies und natürlich die Hauptband gehobene Eintrittspreise.

Entsprechend gefeiert werden Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg, als sie gegen 21.30 Uhr die Bühne betreten. Der erste Titel von Glasperlenspiel kann dabei durchaus mit Bezug zu Corona-Pandemie und Lockdown verstanden werden. »Ich hab euch so vermisst, Ihr habt mir so gefehlt«, singt Niemczyk. »Es war so einsam ohne euch«.

Insbesondere die Veranstaltungsbranche habe unter den Beschränkungen gelitten, sagt Niemczyk. Zwar dürfte die Pandemie das Duo Glasperlenspiel nicht so existenziell wie weniger bekannte Künstler und Veranstaltungstechniker getroffen haben. Denn insbesondere Niemczyk ist medial gut vernetzt und mit Musik und im Fernsehen erfolgreich. Trotzdem nimmt man ihr ab, dass sie wie viele andere Musiker glücklich ist, endlich wieder vor Publikum auftreten zu können.

Und dieses ist ebenso glücklich, wieder Konzerte von großen Musikern erleben zu können. Dass Laviero mit seinen Unterstützern und Sponsoren das in Bad Salzhausen möglich machen, und man nicht in die Großstadt fahren muss, ist ein echter Gewinn für die Region.

»Es müsste öfter so etwas sein«, meint Kerstin Sharp von der Blumenwiese in Nidda. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Martina und Carmen ist sie schon am Nachmittag in den Kursaal gekommen. »Wir hatten heute hier unsere Weihnachtsfeier«, erklärt sie. »Super Abend«.

Der Kursaal als Konzertbühne

Auch Hans-Jürgen Eckhardt, Eigentümer des Kurhaushotels ist begeistert. »Das ist ein Hammer«, stellt er nach dem Auftritt von Glasperlenspiel fest. »Der Mut des Inhabers ist belohnt worden. Ich hatte selbst nicht gedacht, dass das funktioniert«, lobt er. »Ich bin froh, dass er den Raum so großzügig umgebaut hat, dass ein Konzert so wirkt.«

Auch Bürgermeister Thorsten Eberhard freut sich über die Bereicherung der Niddaer Kulturszene durch Laviero. Eine Fortsetzung des Konzepts sei zu begrüßen. »Wir unterstützen dabei.« Laviero dankt im Gegenzug für die sehr gute Unterstützung durch die Stadt für die Organisation des Abends. Die Vorbereitungen seien zwar sehr aufwendig gewesen, »aber wir haben es mit Herzblut gemacht.« Sein Dank gilt neben den vielen Helfern vor allem seiner Frau Jana und Maren Scholz, die auch für die Kontakte zu den Sponsoren zuständig war. Im Frühjahr sei das nächste Konzert vorgesehen, »vorausgesetzt, die Leute haben Bock auf Party.«

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myl_Glasperlenspiel3_061_4c © Oliver Potengowski

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