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Kurkonzerte im Wandel: Reduziert, aber vielfältiger

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Von: Myriam Lenz

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Es gibt Veränderungen bei den Kurkonzerten in Bad Salzhausen. Kerstin Alt, Leiterin des Bereichs Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung, und Martin Guth, Chef des Kulturmanagements, präsentieren das neue Plakat. Ortsvorsteher Hans Joachim Schwarz, Peter Berthold vom Ortsbeirat und Bürgermeister Thorsten Eberhard (v. l. n. r.) finden es gut. © Myriam Lenz

Für die Kurkonzerte in Bad Salzhausen stehen einige Veränderungen an. Statt fünf sind es nochzwei Auftritte, neben dem Duo Bravo werden mehrere Künstler auftreten. Es gibt noch mehr Neues.

Es war ein gewohntes Bild, ein vertrauter Klang, wenn Spaziergänger freitags, samstags oder sonntags durch den Unteren Kurpark flanierten und entweder an der Außenbühne der Trinkkuranlage oder in dem historischen Gebäude den Klängen des Duo Bravo, der Pianistin Iryna Varady und dem Geiger Robert Varady, lauschten. Auf die Gewohnheit folgt ab Januar eine Veränderung. Darüber informierten jetzt der Chef des Kulturmanagements, Martin Guth, Bürgermeister Thorsten Eberhard und Kerstin Alt, Leiterin des Bereichs Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung.

Aus fünf Terminen werden zwei

Die aktuell fünf Termine für die Kurkonzerte werden erst mal auf zwei - an den Samstagen und Sonntagen jeweils ab 15.30 Uhr - reduziert. Neben dem Duo Bravo spielt das Duo Anja und Harald, die sich dem Schlager verschrieben haben. Ein weiteres neues Musikerpaar gab am Herbstmarkt und Bauernmarkt seine Visitenkarte ab: die City Rhythm Band alias Anita Vidovic und Frank Mignon spielen unter anderem Schlager der 50er und 60er Jahre. Auftreten wird auch Klavierentertainer Helmut Fischer aus Lich mit Evergreens. Die Dolphins und Stars mit Olaf Thurau haben sich dem Swing, Blues und einem, wie Martin Guth beschreibt, »nicht verkopften Jazz« verschrieben. Die Sommerkonzerte mit den Kapellen bleiben. In den warmen Monaten wird auch der Sonntagvormittag mit einem Kurkonzert, zum Beispiel während des Bauernmarktes, garniert werden. Priorität ist, wie Kulturmanager Martin Guth betont, mit dem Duo Bravo weiterzuarbeiten. Von den 115 Terminen wurden dem Ausnahme-Duo 67 angeboten. »Es sind nun fünf Parts, die autark arbeiten, das war uns wichtig«, betont Guth. Mit Fremdkünstlern wäre das schwierig. Die Termine zu verteilen, sei nicht ganz einfach gewesen. Doch nun stünden die Auftritte.

Die Veränderungen beziehen sich auch auf den Veranstaltungsort. Die denkmalgeschützte Trinkkuranlage im Unteren Kurpark ist der Anziehungspunkt schlechthin: mondän, verspielt, historisch und die Außenbühne steht quasi im Park. Dass die Türen des schmucken Gebäudes sich nun vorwiegend nur noch für Hochzeiten öffnen, ist energetisch begründet.

Das Heizen des Raumes mit einfach verglasten Fenstern ist teuer. »Der Aufwand und die Kosten sind nicht zu tolerieren«, sagt Kerstin Alt. Das Dach soll bis zur Landesgartenschau 2027 saniert werden. Über die Wintermonate werden die Kurkonzerte deshalb samstags in der Salzstubb in der Therme und sonntags im Kurhaushotel stattfinden. Der Eintritt ist jeweils frei. Ein Verzehr ist nicht verpflichtend, würde allerdings der Gastronomie helfen. Ab Ostern, so ist angepeilt, geht es wieder in den Park.

Auch auf der Internationalen Kulturbörse in Freiburg werden Talente für die Veranstaltungen in Nidda gesucht. Das Alter der Künstler ist für das Publikum nicht wirklich wichtig. Die Niddaer Kulturfans seien aufgeschlossen, freut sich Martin Guth. »Poetry-Slam ist Trend. Da kommt eine Generation nach, die etwas zu sagen hat.« Es sei ein großes Probierbecken für den Nachwuchs, in dem es viele Schnittmengen mit dem Kabarett gebe.

Gesucht sind auch Darbietungen, die was fürs Auge sind, und sich für das Parkfest oder den kleinen schmucken Parksaal mit dem Flügel eignen würden. Auch die Kinderanimation ist ein wichtiger Part. Es sei nicht immer das große Besteck, das die Kinder begeistert, manchmal liege der Zauber auch in den einfachen Dingen. Das Kinderprogramm ist in Nidda ein Selbstläufer. Das Kinderfest im Kurpark, das wie Ortsvorsteher Hans Joachim Schwarz bestätigt, der absolute Renner war, werde man wiederholen.

Für unterschiedliche Altersgruppen

Die anstehenden Bauarbeiten rund um den Kurpark hätten im Moment noch keinen Einfluss auf die Planung gehabt.

»Uns war die Abwechslung wichtig, um vielleicht mal unterschiedliche Altersgruppen anzusprechen, die Gastronomie nach dem Wegfall der Therme zu unterstützen und diese schwierige Zeit und die veränderten Bedingungen zu überbrücken«, sagt Bürgermeister Thorsten Eberhard. Er bekräftigt: »Wir wollen vor allem für Familien mehr bieten und die Attraktivität steigern.« Einer Zusammenarbeit mit Giuseppe Laviero, der am heutigen Tag die Elektropop-Band Glasperlenspiel und weitere Bands in den Kursaal holt, steht das Kulturmanagement offen gegenüber.

Zugleich ist es ein Ziel, in Zukunft die Veranstaltungen und die Gastronomie zu koppeln. Dass die Familien einen ereignisreichen Tag im Park zum Beispiel in einem Café oder einer Gaststätte ausklingen lassen.

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