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Kooperationen für Senioren sind unabdingbar

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Die Seniorenbeiratsvorsitzenden Marlies Fels (links) und Ute Kohlbecher sitzen über den Plänen. Die sind vielschichtig. © Martin Ritter

Der Seniorenbeirat in Nidda hat sich neu konstituiert - es gibt viel zu tun. Auch Jüngere sollen sich einbringen, wünschen sich Ute Kohlbecher und Marlies Fels, die dem Gremium vorstehen.

Während der konstituierenden Sitzung des Seniorenbeirates der Stadt Nidda verabschiedete Bürgermeister Thorsten Eberhard jüngst den langjährigen Vorsitzenden des Seniorenbeirates Adolf Jäger. Eberhard würdigte sein außerordentliches Engagement mit den Worten: »Jahrzehnte lang engagierte sich Adolf Jäger ehrenamtlich in zahlreichen Vereinen und Verbänden, so prägte er auch die Arbeit im Seniorenbeirat und sorgte sich in vielfältiger Weise um das Wohl der Niddaer Senioren«.

Bei den sich anschließenden Vorstandswahlen wurden jeweils einstimmig die Ehrenstadträtin Ute Kohlbecher zur neuen Vorsitzenden und Marlies Fels zu ihrer Stellvertreterin gewählt. Dem Beirat gehören zudem Otmar Dietz, Wilfried Ey, Jürgen Gerhard Heldt, Helmut Jung, Veronica Kiel, Hildegard Schneider, Günter Sczeponek und Gerald Wagner an.

Begegnung der

Generationen

Die beiden Vorsitzenden trafen sich mit dieser Zeitung im Dorftreff Neue Mitte in Wallernhausen, um ihre Vorstellungen und Wünsche darzulegen. Der Dorftreff Neue Mitte ist für Ute Kohlbecher ein Ort der Begegnung der Generationen. Und genau an diesem Punkt möchten die beiden Frauen, beide Jahrgang 1949, ansetzen.

Der Fokus ihrer Arbeit soll nicht nur auf der Verbesserung der Lebensqualität der ganz Alten liegen, sondern sie möchten erreichen, dass sich auch die Jüngeren mehr in diesem Bereich engagieren und Kompetenzen einbringen, die die Gemeinschaft dieses Teils der Gesellschaft enger zusammenführt. Und es gehe nicht nur um alte Menschen, sondern auch um solche mit Handicap, deren Probleme oft nicht erkannt werden.

Marlies Fels weist auf einen unscheinbaren, aber dennoch auffälligen Mangel hin: Wer zu Fuß vom Niddaer Bahnhof zum Friedhof gelangen möchte, finde in der Innenstadt nur schwer eine Sitzmöglichkeit zum Ausruhen. Aber, so betont Ute Kohlbecher, es gehe ja nicht allein um die Kernstadt, auch die Ortsteile müssten viel stärker in die Seniorenarbeit eingebunden werden, weil zum Beispiel Mehrgenerationenfamilien immer rarer werden.

Kleine, bezahlbare Wohnungen gefragt

Ein Kernpunkt dabei sei die Wohnraumsituation, nicht nur in Nidda selbst. Viele ältere Menschen würden ihre viel zu groß gewordenen Häuser gegen eine angemessen kleinere Wohnung eintauschen, wenn sie denn bezahlbar wäre. Aus eben diesen Gründen sei Mobilität vor allem aus den Ortsteilen ein wichtiges Thema, Parkplätze sollten auf ihre Senioren-Tauglichkeit überprüft und eventuell angepasst werden. Es könnten weitere Fahrdienste etabliert werden, die auch bei Behördengängen Unterstützung bieten könnten. In Zusammenarbeit mit Fahrschulen könnten Senioren ihr Wissen und Können im Straßenverkehr auffrischen, um neue Sicherheit zu erlangen und um Selbstständigkeit zu bewahren.

Das Feld, das es zu beackern gilt, ist groß und vielfältig. Deshalb betonen die beiden Vorsitzenden, dass eine Kooperation mit zahlreichen Einrichtungen und Verbänden, allen voran dem Magistrat und der Verwaltung der Stadt Nidda, unabdingbar ist. Wichtige Partner sind die Sozialstation mit der Gemeindeschwester, das Diakonische Werk, das Deutsche Rote Kreuz, die AWO, der VdK, die Kirchen, der Kneipp-Verein und nicht zuletzt die Stadtbücherei.

Um die Arbeit des Seniorenbeirates präsenter werden zu lassen, möchten Kohlbecher und Fels die Pressearbeit intensivieren, den Internetauftritt des Gremiums aktuell gestalten und pflegen, auch der »Seniorenwegweiser« solle mehr ins Bewusstsein gerückt werden, müsse eventuell überarbeitet und aktualisiert werden.

Die Arbeit mit den Senioren solle sich aber nicht nur auf einige wenige Events beschränken, es sollen regelmäßige Treffen stattfinden, in denen Senioren auch ihre eigenen Sorgen und Nöte äußern können, über die man sich dann konkret Gedanken machen könne. Hier ist unter anderem an eine Fragebogenaktion gedacht, die Aufschluss über die Wünsche der Senioren geben könnte.

Gegenseitige

Wertschätzung

Dass die Wertschätzung nicht nur einseitig sein kann, haben die beiden Vorsitzenden ebenfalls erkannt. Es gilt auch, die vielen Facetten, die die Stadt für diese Generation bietet, zu würdigen.

Als Beispiel wird Bad Salzhausen genannt, mit seinen beiden Kurparks mit jeweils eigenem Charakter, der Elfe-Weg mit seinen Farbtupfern als einem zusätzlichen Ort der Besinnung und der Ruhe. Ob der geplante Abriss der Therme ein Verlust für Senioren sei, verneinen sie, denn es gebe ja einen guten Ersatz durch das neue Hallenbad - das dann aber auch angenommen werden müsse.

Der Seniorenbeirat hat sich einiges vorgenommen und ist sich dessen auch bewusst. Dabei sei es wichtig, die Arbeit auf möglichst viele Schultern zu verteilen, um gemeinschaftlich eine Steigerung der Lebensqualität für alle Niddaer Seniorinnen und Senioren zu erreichen.

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