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Fußball und den TSV Geiß-Nidda im Blut

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Die Mannschaft 1994 nach dem Spiel gegen Merkenfritz. Trainer war Willi Ludwig (r.), Spielausschussvorsitzender Robert Hof (links in der zweiten Reihe) und Vorsitzender Wolfgang Schneider (rechts daneben). REPRO/FOTO:MARESCH © Elfriede Maresch

42 Jahre Vorstandsmitglied im TSV 1921 Geiß-Nidda, davon 30 Jahre als Vorsitzender und dienstältester Vereinschef im Sportkreis Büdingen - das macht Thomas Künzl so schnell keiner nach.

Thomas Künzl war schon Jugendtrainer, Pressesprecher, Schriftführer, Rechner, Spielertrainer im Seniorenbereich, Stellvertreter des damaligen Vorsitzenden Wolfgang Schneider, und seit 30 Jahren dessen Nachfolger. Jetzt ist wieder viel zu tun. Am 1. und 2. Oktober feiert der Verein sein 101. Bestehen. Corona verhinderte, das hundertjährige Bestehen ausgiebig zu feiern. Das wird jetzt nachgeholt.

1921 kamen junge Männer im Lokal Dechert zusammen. Zwar bestand in Geiß-Nidda schon ein Turnverein, aber sie wünschten sich mehr Möglichkeiten für ihren Lieblingssport und gründeten unter dem Vorsitz von Otto Knöpp einen Fußballverein. Erst wurde auf verschiedenen Wiesen gekickt, 1924 wurde auf dem Hahnenköppel ein einfaches Spielfeld angelegt und nach dem Ausbau 1933 als Sportplatz eingeweiht. Besonders verdienstvolle Vorstände von damals waren Heinrich Kniß und Otto Kaiser. Seit dem Beitritt zum Fußballverband 1929 nahm der TSV regelmäßig an der Verbandsrunde teil.

Im Zweiten Weltkrieg ruhte der Spielbetrieb. Schon kurz nach Kriegsende wurden die Aktivitäten wieder aufgenommen, junge Männer aus dem Kreis der Evakuierten und Heimatvertriebenen verstärkten den Verein. »Eine Mannschaft wurde geformt, die durch vorbildliche Kameradschaft und Einsatzwillen zu großen Leistungen kam«, heißt es in der Vereinschronik im Blick auf den Aufstieg in die A-Klasse - entsprechend der heutigen Kreisoberliga - nach der Meisterschaftsrunde 1950/51. Es gab Wechsel und dadurch bedingt ein Auf und Ab in den Leistungen in der Mannschaft. Unvergessen aus dieser Zeit ist der engagierte Vorsitzenden Willi Roos.

Seit 1959 hat der TSV auch eine Tischtennismannschaft. In den Jahren 1975 bis 1978 wurde unter dem Vorsitzenden Karlheinz Gottmann und seinen Mitstreitern Willi Künzl, Willi Siebenborn, Karl-Heinz Schmieder, Peter Schmidt und andere der neue Sportplatz mit dem modernsten Flutlicht zu dieser Zeit im Sportkreis angelegt, das Sportheim, wesentlich kleiner als heute, gebaut. Ende der 70er-Jahre wurde die heutigen Vereinsfarben Gelb-Schwarz gewählt. Gute Nachwuchsarbeit wurde immer angestrebt. In dieser Zeit brachte die Initiative von Mechthild Lauckhardt, Heinz Barsch und Thomas Künzl die Jugendarbeit voran, was sich dann auch mit jungem, motiviertem Spielerzuwachs im Seniorenbereich auszahlte. Das Sportheim wurde zu klein, unter dem damaligen Vorsitzenden Wolfgang Schneider, wurde 1987 ein Anbau errichtet.

Noch heute erin nern sich Mitglieder und Dorfgemeinschaft gern an das 75-jährige Vereinsjubiläum 1996 mit Thomas Künzl als Festpräsidenten. Die bekannte Band »Die Klostertaler« begeisterte ein Riesenpublikum. Im riesigen Festzelt gab es eine FFH-Disco.

Durch Künzls gute Verbindungen zur Eintracht Frankfurt konnte er einige der ganz Großen der Fußball-Bundesliga zum Freundschaftsspiel nach Geiß-Nidda locken: Bernd Hölzenbein, Charly Körbel, Bernd Nickel, Harry Karger und Jürgen Kalb, um nur einige zu nennen, liefen dort am 3. Mai 1996 auf das Sportgelände gegen den heimischen TSV auf.

Auch in den Jahren danach gab es schöne Erfolge. Von 2002 bis 2003 und dann wieder von 2004 bis 2005 stieg der Verein in die A-Liga auf. Mit viel Eigenleistung sorgten die Mitglieder für eine zeitgemäße Entwicklung von Platz und Sportheim. Das Haus wurde erweitert, das Dach neu gedeckt, der Boden komplett erneuert und eine Theke erbaut. Die aktuelle Verbesserung am Platz ist eine Ballfangnetzanlag. Mithilfe von Crowdfunding bei der VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen und vielen Spendern konnte Künzl eine beträchtliche Investitionssumme zusammenbringen.

Die Konk urrenz anderer Sport- und Freizeitangebote ist beträchtlich. Um den Spielbetrieb abzusichern, bildete man 2021 eine Spielgemeinschaft mit Steinberg/Glashütten unter dem Namen SG Geiß-Nidda/Steinberg/Glashütten und vorher schon fünf Jahre mit Ober-Widdersheim/Borsdorf bis zum Sommer 2021. Die Jugend trainiert mit allen Teams in der JSG Nidda.

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Thomas Künzl Vorsitzender © Elfriede Maresch

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