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Laptop schon für Windows 11 kompatibel? Auch Martina Sieler, Leiterin der Ehrenamtsagentur, lässt sich gern von Günther Schrank Tipps geben.

Soziales Engagement

Der Klick zum Kontakt - das Team der Ehrenamtsagentur in Nidda hilft

Ein Computer hat so seine Tücken, Handys sind voller Rätsel - erst recht, wenn man sich spät mit ihnen anfreundet. Freiwillige unterstützen beim Chatten, Schreiben oder Surfen.

Seit 2007 bietet die Ehrenamtsagentur Nidda Computerkurse für Neueinsteiger an, seit 2019 in größerem Umfang mit zwei Kursleitern und sechs Teilnehmenden speziell auf die Zielgruppe »Ältere, ohne berufliche oder private Vorerfahrung« zugeschnitten. Es kommen aber auch Absolventen der Grundkurse, die auf ihrem Laptop noch selbstständiger werden, im Internet unterwegs sein oder kommenden neuen Betriebssystemen wie Windows 11 gewachsen sein wollen. Ebenfalls gefragt sind die Kurse, in denen es um die Bedienung des Smartphones geht. »Interessierte kommen über die Großgemeinde hinaus zu uns«, sagt Günther Schrank, Koordinator der Kurse. Sie hatten schon Teilnehmer aus Gedern, Schotten, Glauburg, Ortenberg. Die Region ist gut vertreten.

In ein ganz neues Gebiet wagen

Was bringt die Interessierten - sehr oft Ruheständler und mehr Frauen als Männer - dazu, sich auf ein neues Gebiet zu wagen und dafür noch weit zu fahren? Elsbeth Glanz aus Gelnhaar etwa hatte im letzten Kurs einmal teilgenommen, ehe die Corona-Zahlen zu einer Pause zwangen. »Ich war 25 Jahre als Fußpflegerin tätig, hatte mit Computern gar nichts zu tun«, sagt sie. Wohl hat sie ein Smartphone, kann auf WhatsApp Kontakte halten. »Aber das genügt mir nicht mehr.« Von Freundinnen weiß sie, dass sie sich interessante Koch- und Backrezepte aus dem Netz herunterladen, auch mal einen Geburtstagsglückwunsch oder ähnliches gestaltet haben. »Die jungen Leute in meiner Familie bestellen über den PC, schauen sich Urlaubsziele an, buchen Kinokarten. Das sind schon tolle Möglichkeiten. Da kann ich bis jetzt nicht mithalten.«

Jetzt will sie sich auch einen Computerarbeitsplatz einrichten und einen eigenen Laptop anschaffen. »Herr Schrank hat mir angeboten, einen älteren Laptop leihweise mit nach Hause zu nehmen. Wenn man allein probiert, geht das noch mehr in Fleisch und Blut über!«

Elsbeth Glanz hat nach dem ersten Nachmittag im Kurs Lust auf mehr bekommen: »Die zwei anderen Teilnehmer waren auch komplette Neueinsteiger und mussten von Grund auf eingewiesen werden. Jeder hatte einen Ehrenamtlichen mit beruflicher Computererfahrung als Ansprechpartner. Das war ein richtiger Luxus und ich hoffe, dass es bald weitergehen kann mit den Kursen.«

Das hoffen Günther Schrank und seine Kollegen auch. Corona hat generell die Arbeit der Ehrenamtsagentur nicht leichter gemacht. Bei den Computer- und Handykursen wurde vor Weihnachten pausiert. Aber Günther Schrank ist hoffnungsvoll: »Wir erkundigen uns, wer alles geboostert ist, und machen dann weiter, allerdings je Lage nach der 2G- plus-Regel.«

Acht erfahrene Kursleiter helfen

Er selbst hat als ehemaliger Bankkaufmann von Anfang an die Entwicklung elektronischer Datenverarbeitung miterlebt, wenn auch zuerst voller Skepsis. Inzwischen freut er sich über alle, insbesondere aus der älteren Generation, die mit PC und Smartphone ihre Kontaktfelder erweitern können. Die Zusammenarbeit im Team der Kursleiter findet er erfreulich. Vor der aktuellen Corona-Pause waren acht Kursleiter in drei PC- und einem Smartphone-Kurs eingesetzt, alles Leute, die aus ihrer Berufserfahrung viel einschlägige Kompetenz mitbringen. Hubert Fleige gibt auch an der Volkshochschule PC-Kurse und wohnt wie sein Ehrenamtskollege Felix Anhäuser in Glauburg. Aus Eichelsdorf kommen Holger Selle und Jan Herold, aus Nidda Edmund Weber, der die Smartphone-Kurse hält. »Dass Lars Metz mit seinen Erfahrungen aus der IT-Technologie neu zu uns gestoßen ist und sich vor allem um die Gerätewartung kümmern will, ist eine Bereicherung.«

Auch der äußere Rahmen sei zufriedenstellend. Die Gruppen können kostenlos den großen und den kleinen Clubraum des Bürgerhauses samt der Hotspot-Netzverbindungen nutzen. Schrank: »So haben wir einen guten und stabilen Zugang ins Internet«.

Die Feinheiten der Bedienung

Wenn es keine Einschränkungen durch die Pandemie gibt, finden die Kurse wöchentlich mit je zwei Stunden und zehn Treffen insgesamt statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Schrank: »Behandelt werden die Betriebssysteme Windows 10 und 11. Internet, E-Mail, Bildbearbeitung und die Einführung in Word oder Excel.« Das klingt noch ein wenig trocken, aber dazu gehören ja viele Details. Sie gehen von den Feinheiten der Bedienung, dem Gestalten des Schriftbilds und des Textes samt Einfügen von Bildern, dem Speichern und Anlegen von Ordnern bis zum Erklären häufiger Begriffe. Ein weites Feld ist der Zugang ins Internet, das Mailen, das Finden von Informationen und der Schutz vor Viren und Co.

Eine Aufgabe, die Geduld erfordert

Verlassen alle den Kurs als lässige »digital natives«, für die digitale Welt rundum gewappnet? Schrank schmunzelt: »Etliche Teilnehmende haben vorher nicht einmal Schreibmaschinen benutzt. Da ist schon ein weiter Weg zu gehen. Öfter bekommen wir »Das schaff ich nie, ich bin zu alt für den PC« zu hören und müssen Entmutigte wieder aufbauen. Wir freuen uns, wenn neue Ehrenamtliche als Kursleiter bei uns mitmachen wollen. Aber wir sagen ihnen zu Anfang klipp und klar: »Für die Aufgabe brauchst Du viel Geduld«.

Interessierte für weitere PC-Kurse können sich bei Günther Schrank, Rufnummer 06043/3991, für Smartphone-Kurse bei Edmund Weber unter 06043/9851085 melden. Dankbar sind die Kursleiter für Sponsoren, insbesondere wenn die Arbeit mit neuen oder guten gebrauchten und Windows 11-kompatiblen Laptops unterstützt wird.

Computerkurs der Ehrenamtsagentur: Der gemeinsame Start und der Austausch in der Gruppe sind hilfreich.

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