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Baustelle Bad Salzhausen

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Die Ortsdurchfahrt Bad Salzhausen. Die Beschaulichkeit könnte bald gestört werden. © LENZ

Voraussichtlich zwei bis drei Jahre werden verschiedene Baustellen das Bild des Kurortes dominieren. Der kleine Kurort steht vor einer Rosskur. Es stehen fünf große Projekten an.

Bad Salzhausen ist einer der ältesten und kleinsten Kurorte Hessens. Seit Kurzem ist sich die Politik nach zwölf Jahren Diskussionen einig: Die Kernstadt erhält ein neues Hallenbad, die Therme soll abgerissen werden und ein kleines Vital- und Gesundheitszentrum entstehen (diese Zeitung berichtete). Mit diesem Vorhaben wären es fünf Großbaustellen und mehrere kleinere, die auf das ehemalige Staatsbad zukommen.

Im Mai 2023 wird begonnen, die Kanal- und Wasserleitungen in der Liebigstraße zu erneuern. Zudem erhält die Straße, die an der Therme beginnt und im Westen auf die Berstädter Straße trifft, einen neuen Belag. Die Bauzeit wird vermutlich zwei Jahre betragen. »Diese Maßnahme ist notwendig und nicht zu verschieben. Der ZOV hat das so eingeplant«, informiert Bürgermeister Thorsten Eberhard im Gespräch mit dieser Zeitung.

Ausweichen über die Kurstraße

Sollte der Schutt der Therme nicht über die Baustraße abtransportiert werden können, hätte man auch die Möglichkeit, dies über die Kurstraße und über Geiß-Nidda zu tun. »Wir versuchen, die ganze Baumaßnahme so sinnhaft wie möglich zu gestalten«, erklärt der Rathauschef.

Die Erschließung des Wohngebiets West ist ebenfalls für 2023 geplant. Das Areal grenzt im Süden an das Ende der Kurstraße an und westlich an die Berstädter Straße. Ist die Erschließung abgeschlossen, ist 2024 mit dem Baubeginn zu rechnen. Durch die Lage am westlichen Rand des Kurorts könnte vermieden werden, dass die Baustellenfahrzeuge durch den Ort fahren. Sie kämen dann aus Richtung Borsdorf beziehungsweise Geiß-Nidda, je nachdem woher die Baufirma kommt. Eberhard: »Wir werden darauf achten, dass die Lkw nicht durch Bad Salzhausen gelotst werden.«

Eine weitere Baustelle entsteht um das Haus am Landgrafenteich. Dort wird die Unternehmensgruppe Lupp auf 23 500 Quadratmetern ein neues inklusives Wohngebiet entstehen lassen. Im Moment befindet sich das Projekt im B-Plan-Verfahren, parallel laufen die Abstimmungen mit dem Architekten. Geht es nach der Unternehmensspitze, erfolgt im Herbst 2023 der erste Spatenstich. »Unsere Baustelle betrifft Bad Salzhausen nicht. Unsere Anlieferung erfolgt über die Harb und die Roland-Krug-Straße. Dort sind nur drei Anwohner unmittelbar betroffen«, sagt Sina Lupp von der Adolf Lupp GmbH und Co. KG.

Für das neue Vital- und Gesundheitszentrum an der Stelle der Therme saßen die Planer der Stadt Anfang der Woche mit einem Architekten zusammen, um konkrete Vorschläge zu erhalten. Wunsch ist es, dass 2022/2023 die Planungen und der Abriss über die Bühne gehen und 2024 mit dem Neubau gestartet wird.

Großprojekt Nummer vier sind die Konzepte für die Landesgartenschau. Unter anderem soll am Landgrafenteich ein Mehrgenerationenplatz entstehen, zudem sind die Pflichtelemente im Unteren Kurpark und Umbauarbeiten an der Gärtnerei vorgesehen. »Die Projekte sind noch nicht spruchreif, die Planungen noch nicht final, es gibt noch keine Entscheidungen«, verdeutlicht der Rathauschef.

Antriebsfeder und Damoklesschwert

Bad Salzhausen ist ein wichtiger Standort für das Event. Die interkommunale Landesgartenschau 2027 wird somit zur Antriebsfeder und zum Damoklesschwert zugleich für die Bauvorhaben. Der Bau der großen Kneipp-Anlage, die Erneuerung der Stahlquelle und die Renovierung und Umgestaltung des Brunnenhauses III wirken in Anbetracht der großen Projekte wie Kleinigkeiten. Die Kneipp-Anlage soll noch dieses Jahr umgesetzt werden, sofern sich eine Baufirma findet. An der Stahlquelle wird bereits gearbeitet. Die Fertigstellung ist für Ende Oktober terminiert, könnte sich nach Auskunft aus dem Rathaus bis Jahresende verzögern. Das Brunnenhaus III soll bis Ende des Jahres saniert werden, eine externe Firma ist derzeit an der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen.

»Was ist besser? Verursache ich über zehn Jahre permanente Bauarbeiten und einen Transfer durch den Ort oder einmal über ein bis zwei Jahre?«, stellt Thorsten Eberhard die rhetorische Frage. Er sei eher für eine kurze als eine lange Belastung. Es könne heftig werden, räumt der Bürgermeister ein. Jedoch relativiere sich das durch die Lage der beiden großen Baugebiete außerhalb von Bad Salzhausen.

Die Verwaltung prüft ein Baustellenmanagement, wie es schon in der Kernstadt erfolgreich umgesetzt wurde. »Wichtig ist, dass wir in Bad Salzhausen die Dinge gut durchdenken.« Der Kurpark werde nur zu einem kleinen Teil davon betroffen sein, die kulturellen Veranstaltungen sollen weiter stattfinden. Die Therme werde man in dieser Zeit nicht ersetzen können, dafür vielleicht andere Angebote schaffen.

»Wir schaffen Zukunft, gehen nach vorne und lassen etwas Neues am Standort entstehen«, betont Eberhard. Dreck und Lärm seien während des Umbaus nicht zu vermeiden. Jede Modernisierung hätte dies auch zur Folge gehabt.

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