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Alles in den Startlöchern bei Niddas Jugendzentrum

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Das Niddaer Jugendzentrum erhält eine Sanierung. Aufgrund seiner für die Aufgabe vorteilhaften Lage entschieden sich die Verantwortlichen, die Einrichtung im denkmalgeschützten Gebäude zu belassen. © Isabell Reißer

Lange rangierte das Niddaer Jugendzentrum in Sachen Sanierung nicht auf den vorderen Rängen der Prioritätenliste. Nun hat sich das geändert, die Planungen befinden sich auf der Zielgeraden.

S eit vielen Jahren steht die Idee im Raum, Niddas Jugendzentrum zu sanieren. Nun nimmt die Stadt das Vorhaben in Angriff. Nachdem die Entwurfsplanung weitestgehend abgeschlossen ist, bereitet man die Einreichung des Bauantrags vor.

Für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes sind Gesamtkosten von bis zu 1,8 Millionen Euro geplant. Die Förderquote liegt bei zwei Dritteln. Die Bauphase ist für die Zeit von Mai 2023 bis März 2024 angesetzt. Die Eröffnung soll kurz danach, voraussichtlich im März oder April, geschehen.

»Es war längst Zeit für eine Sanierung«, erklärt Pablo Hildebrandt, Fachdienstleister der Bauverwaltung. Feuchtigkeit im Dachbereich, undichte Fenster und in die Jahre gekommene Heizungs- sowie Sanitäranlagen sind der Beweis dafür. Seit das Jugendzentrum in den 80er Jahren in das Gebäude zog, hat es keine großen baulichen Änderungen mehr gegeben. Das Gebäude prägt das Eingangsbild der Stadt und bietet einen Zufluchtsort für viele Kinder und Jugendliche. Daher sei es umso wichtiger, die Sanierung nun in Angriff zu nehmen.

Barrierefreier Zugang

Der Fokus liegt auf einer allgemeinen Modernisierung und Instandsetzung des Gebäudes, vor allem im Innenraum. So will man Barrierefreiheit für das Haus herstellen, um es für jeden zugänglich zu machen. So will man eine Aufzuganlage in das Gebäude integrieren, um alle Stockwerke problemlos erreichbar zu machen.

Das Gebäude soll grundlegend in seiner Struktur erhalten bleiben. Daher ändert sich auch an der künftigen Raumaufteilung nichts. Lediglich das Erdgeschoss wird, im Vergleich zum aktuellen Stand, gespiegelt, um den Zugang zur neuen Toilettenanlage zu verbessern. Der Faktor Nachhaltigkeit spielt bei der Sanierung ebenfalls eine Rolle. Durch neue Fensterdichtungen und den Erhalt der Bausubstanz will man Energie einsparen. Wegen des denkmalgeschützten Außenbereichs, beschränkt sich die energetische Sanierung auf den Innenraum. Größere Probleme in der Bauplanung habe es nicht gegeben.

Das Haus gilt als Einzeldenkmal. In diesem Fall sei der Erhalt des Gebäudes aus geschichtlichen und städtebaulichen Aspekten wichtig. Entstanden ist es um 1820. Der kubische Baukörper ist für Nidda selten und als Blickpunkt des Aufeinandertreffens der Schiller- und Hindenburgstraße erhaltenswert, so die Maßgabe. Daher begleiten Denkmalpfleger die gesamte Maßnahme. Die Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes kann sich zäh und planungsintensiv entwickeln. In diesem Fall funktionierte die Beratung zwischen Denkmalpflegern, Architekten und Bauamt jedoch sehr gut.

Vielfach ein zweites Zuhause

Eine Ausquartierung des Jugendzentrums kam nie infrage. Neben dem baulichen und geschichtlichen Wert ist das Gebäude eine Art »zweites Zuhause für die Kinder und Jugendlichen«, erklärt Geertje Adjinschi, Fachbereichsleiterin Soziales der Stadtverwaltung Nidda. Das Haus besitze einen idealen Standpunkt für seinen Zweck. Es sei gut erreichbar und liege in der Nähe aller Niddaer Schulen.

Die Nachfrage nach Jugendangeboten ist immens. Wegen der Corona-Pandemie ist der Betrieb zwar noch nicht auf den früheren Stand gestiegen, jedoch erhoffen sich die Verantwortlichen einen Aufschwung nach der Sanierung. Während der aktiven Bauphase werden keine Treffen im Jugendzentrum oder anderen Räumen erfolgen können. In dieser Zeit wird das Spielmobil verstärkt in den Ortschaften fahren.

»Konkrete Pläne, wie das Programm nach der Sanierung aussehen soll, haben wir noch nicht«, erklärt Adjinschi. Aktionen, wie Koch- und Töpferkurse oder Bandproben, will man aber noch vielfältiger und regelmäßiger anbieten - angepasst an die Wünsche der Kinder und Jugendlichen. Diese in die Planung einzubinden, soll ihnen das Gefühl vermitteln, wertgeschätzt zu sein und es soll vor allem Spaß machen. Der Fokus des Jugendzentrums liegt nämlich darauf, ein Ort des Vertrauens zu sein. Ziel ist es, eine ungezwungene und angenehme Atmosphäre zu schaffen. Die Sozialarbeiter und Pädagogen zeigen sich als neutrale Ratgeber, die den Kindern und Jugendlichen eine erwachsene Sichtweise auf deren Probleme geben können.

Natürlich will man die Jugendlichen auch in die Sanierung des Gebäudes einbinden. Eine mögliche Idee ist, die Jugendlichen ein Graffiti an der Wand des Kaffeeraums anbringen zu lassen. Endgültig entschieden ist aber noch nichts.

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Die Verantwortlichen, Geertje Adjinschi (Mitte) und Pablo Vitalis Hildebrandt (vorne, r.), von der Stadt Nidda freuen sich mit Projektleiterin Jasmin Richter, Leon Gierhardt (Gierhardt Architekten) und Projektsteuerer Max-Florian Repp (v. l.) auf die bevorstehende Sanierung des Jugendzentrums. © Isabell Reißer

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