1. Startseite
  2. Lokales
  3. Nidda

Alles bereit für Schlittschuhsaison in Ulfa

Erstellt: Aktualisiert:

myl_UlfaEislaufbahn3_181221
Dieses Bild ist aus dem Archiv, zeigt aber, wie schön die Eisfläche in Ulfa liegt, wenn es denn friert. © Elfriede Maresch

Eis statt Matsch und ein paar Grad unter null: Dann könnte in Ulfa die Schlittschuhsaison beginnen. Die Vorbereitungen auf den Wiesen zwischen Kalte Bach und dem Dorf sind abgeschlossen.

Das Wetter im November und Dezember 2021 hat der Großgemeinde Nidda wenig Winterfreuden gebracht, ein paar vereinzelte Schneeflocken zählen nicht wirklich. Viele hoffen insgeheim auf stimmungsvolle weiße Weihnachten und die Ulfaer haben einen ganz speziellen Wetterwunsch: ein paar klirrend kalte Frostnächte und klare Tage bei niedrigen Temperaturen. Dann werden die Schlittschuhe herbeigeholt und los geht’s zur Ulfaer Natureisbahn.

Seit mehr als 20 Jahren sind die überspülten und zugefrorenen Flächen zwischen Kalte Bach und Ulfa ein Treffpunkt der Schlittschuhläufer. Am Rand wird sogar eine Art Reling platziert, wo sich Neulinge, noch unsicher auf den schmalen Kufen, festhalten können. Daneben wird eine Bank für ein Ruhepäuschen aufgestellt. Gefährlich ist es hier nicht, das Wasser unter der Eisdecke ist kaum tiefer als 30 Zentimeter.

Es gab Grog und Würstchen

Wenn in der Vergangenheit das Wetter mitspielte, richtige Wintersportstimmung aufkam, gab es sogar Bewirtung mit Grog oder ein paar Würstchen in einem Pavillon.

Allerdings genügen Frostnächte allein nicht, um die großzügige Eisfläche von 100 auf 50 Meter herzustellen. Ein Wehr im Ulfa-Zufluss Kalte Bach muss geschlossen werden, damit eine große Wiesenfläche überspült wird und sich Eis bildet. Im vergangenen Winter hatte man auf das Stauen verzichtet, weil beim Eislaufen nicht immer der 1,50-Meter-Abstand eingehalten werden konnte. Das wurde sehr bedauert. Viele Ulfaer sind schon als Kind hier Schlittschuhe gelaufen. Ältere erinnern sich, dass es damals noch kein Wehr gab, sondern am Wiesenrand für den Staueffekt ein Erdwall aufgeschüttet war.

2011 übernahm Manfred Reutzel die Patenschaft für das Wehr, seit 2017 unterstützen ihn André Henneberg und Steffen Stahnke. 2020 zeigte die Anlage Verschleißspuren, das Wehr dichtete nicht mehr richtig ab und hing so schief, dass es umzukippen drohte. Der Auslauf war unterspült. Im Herbst 2020 bauten Reutzel, Henneberg und Stahnke das Wehr vollends aus, entrosteten, lackierten es und sorgten für richtige Abdichtung.

Sanierung des Wehrauslaufs

Von Verwaltungsseite zuständig für die beiden Wasserläufe sind zum einen der Wasserverband, zum andern die Stadt Nidda. Die Sanierung des Wehrauslaufs wurde mit beiden Behörden abgesprochen. Reutzel, Henneberg und Stahnke nahmen sich mit fachmännischer Unterstützung des Garten- und Landschaftsbauers Armin Woditschka die Aufgabe vor. In zweitägiger Arbeit wurde der Wehrauslauf ausgebaggert und mit Stahlbeton und Blaubasaltsteinen neu aufgebaut.

Reutzel: »Die Natureisbahn bei Ulfa wird den Winter über in Absprache mit dem Wasserverband und der Stadt Nidda von uns gewartet. Schon haben wir die drei Drainagen verschlossen. Wenn der Frost kommt, schließen wir das Wehr. Das Wasser steigt auf der Wiesenfläche und bis zur Eisbildung dauert es dann nicht mehr lang.

In der warmen Jahreszeit wird die Wiese wieder landwirtschaftlich genutzt. Die Fläche wird im Frühjahr und im Herbst vertikutiert, um das Moos herauszuholen. Im Sommer lässt die Stornfelser Schäferin Kerstin Tolksdorf ihre Herde hier weiden.«

Auch interessant