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Thorsten Eberhard (l.) im Gespräch mit dem Allgemeinarzt Wieland Sprengel.

Ärztliche Grundversorgung im Blick

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Nidda (red). Trotz leicht steigender Ärztezahlen ist in strukturschwachen Regionen, vor allem im ländlichen Raum zunehmend zu beobachten, dass Ärzte Schwierigkeiten haben, einen Nachfolger für ihre Praxis zu finden. Dies betrifft insbesondere die Hausärzte.

»Gründe dafür sind neben einer eventuell schlechteren Infrastruktur auf dem Land, teilweise auch die Arbeitsbedingungen. Landärzte müssen oft mehr Patienten betreuen als ihre Kollegen in der Stadt. Hinzukommen lange Anfahrtswege bei Hausbesuchen«, ist auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums dazu zu lesen.

Über die Herausforderungen der niedergelassenen Ärzte auf dem Land hat sich Bürgermeisterkandidat Thorsten Eberhard (CDU) mit Wieland Sprengel, Facharzt für Allgemeinmedizin in Eichelsdorf, ausgetauscht.

Im fortgeschrittenen Alter praktiziert er immer noch mit sehr viel Freude. »Einen Nachfolger zu finden, ist nicht gerade einfach« sagt er.

Junge Kollegen seien erst mal skeptisch, weil man sich damit in den klinischen Semestern kaum beschäftigte .

Erneuter Impftermin am Samstag

Sprengel und sein kleines Team haben in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Impfungen durchgeführt. Sehr gut wurde eine Impfaktion im Bürgerhaus Eichelsdorf ohne vorherige Terminvereinbarung angenommen. Hier konnten an einem Samstag rund 1350 Impfungen durchgeführt werden. Unterstützt wurde der Impfaktionstag von vielen Engagierten und der Freiwilligen Feuerwehr Eichelsdorf. Eine Wiederholung ist am Samstag, 8. Januar, von 9 bis 17 Uhr, an gleicher Stelle geplant, wobei erstmalig auch jüngere Mitbürger ab zwölf Jahren geimpft werden können.

Wieland Sprengel hält eine solche Aktion in Privatinitiative nur in einem intakten ländlichen Umfeld mit Freunden und Vereinen für möglich. Das sei das Besondere im ländlichen Raum.

»Wir haben nach unserer Aktion am Samstag eine Spende vorgesehen, die wir an den Förderverein Krebskranker Kinder der Station Peiper der Uni Gießen überweisen wollen und hoffen, dass unsere Impfaktion erfolgreich sein wird«, sagt Sprengel.

»Gerade auch im Kampf gegen die Corona-Pandemie zeigt sich, wie vielseitig und leistungsfähig kleine Praxen vor Ort sind«, betont Eberhard. »Diese Praxen müssen erhalten werden, um die medizinische Grundversorgung der ländlichen Bevölkerung sicherzustellen.« Das sei auch für die älteren Menschen elementar wichtig.

»Ich werde nach innovativen Ideen und Möglichkeiten suchen und neue Wege gehen, um die medizinische Versorgung in Nidda zu sichern«, bekräftigt Bürgermeisterkandidat Thorsten Eberhard nach seinem Besuch.

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