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Toxische Reste

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Von: red Redaktion

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Zigarettenkippen sind giftig und gehören nicht in die Landschaft, sondern in Müllbehälter. © pv

Limeshain (red). Für viele Menschen ist ein weggeworfener Zigarettenstummel eine Kleinigkeit - fast schon selbstverständlich, dass man ihn einfach auf den Boden wirft. Das Ganze summiert sich auf 4,5 Billionen jährlich weggeworfene Kippen. »Bei der Belastung der Umwelt durch Abfall spielen Zigarettenstummel damit zahlenmäßig die größte Rolle weltweit«, so die Nabu-Gruppe Limeshain jetzt in einer Pressemitteilung.

Die Naturschützer appellieren deshalb an ihre rauchenden Mitmenschen, Zigarettenreste ausschließlich in dafür vorgesehenen Behältern zu entsorgen.

»Bis zu 4 000 schädliche Stoffe sind in einer einzigen Zigarettenkippe zu finden, was Zigarettenreste zu Sondermüll macht, der keineswegs harmlos ist. So kann eine einzige Kippe mit ihrem Mix aus Toxinen zwischen 40 und 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen oder das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen«, informiert Andreas Kempf, Schriftführer der Nabu-Gruppe Limeshain.

Bis zu 4000 schädliche Stoffe

Nicht nur der Filter eines Zigarettenstummels sei umweltschädlich, sondern auch der Tabakrest. Zigarettenfilter seien keineswegs harmlose Baumwollstückchen. »Sie bestehen aus Celluloseacetat - ein schwer abbaubarer Kunststoff. Es dauert viele Jahre, bis die Filter zerfallen«, so Kempf. Über die Tabakreste in Zigarettenkippen werde Nikotin freigesetzt, ein toxisches Alkaloid, das die Umwelt noch mehr schädige als die Filter.

Unterwegs in Feld, Wald und Wiesen - überall sehe man achtlos weggeworfene Zigarettenkippen. Beinahe an jedem Ort des Planeten finde man sie. So beeinflussten sie das Leben von Mensch, Tier und Pflanze. »Man fand sie sogar im Magen-Darm-Trakt von Fischen, Vögeln, Walen, Meeresschildkröten und Landsäugetieren«, heißt es weiter in der Pressemitteilung..

Schon bei vier Milligramm Nikotin, die durch das Fressen aufgenommen würden, könnten zum Beispiel bei Hunden Symptome einer Nikotinvergiftung auftreten. Diese äußerten sich durch eine Steigerung der Nervenaktivität, das heißt durch Muskelzittern, Erbrechen, Speicheln, Temperaturanstieg, Gangunsicherheit und Herzrhythmusstörungen bis zum Herz-Kreislauf-Versagen.

Fehlende Aschenbecher könnten keine Ausrede für weggeworfene Zigarettenstummel sein. »Wenn keine Aschenbecher vorhanden sind, können ›Taschenbecher‹ wertvolle Dienste leisten«, weiß Andreas Kempf.

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