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»Tor zum Süden« bereitet sich vor

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Wuchern mit den Pfunden, die man hat. Die Gemeinde Limeshain ist das Bindeglied Oberhessens zum Ballungsraum und will für die Landesgartenschau ihre Streuobstwiesen in Szene setzen. Gedacht ist an einen Lehrpfad, der auf die Bedeutung dieses Ökosystems für Flora und Fauna hinweist. © pv

Limeshain . Der Gemeinde Limeshain als »Tor zum Süden« kommt bei der Landesgartenschau in nunmehr fünf Jahren eine besondere Rolle zu. Limeshain ist quasi das »Bindeglied zum Ballungsraum« Rhein-Main, wie es in der Machbarkeitsstudie zur Landesgartenschau heißt. Die Limeshainer seien sich dieser Tatsache durchaus bewusst und hätten den entsprechden Ehrgeiz, die 5800 Einwohner zählende Kommune mit den Ortschaften Hainchen, Himbach und Rommelhausen gut zu präsentieren, sagt Bürgermeister Adolf Ludwig (SPD).

Ob allerdings ein großer Bogen mit der Aufschrift »Tor nach Oberhessen« die Autobahnbrücke zwischen Hainchen und Himbacher Kreuz überspannen wird, wie es eine Bildmontage in der Machbarkeitsstudie zeigt, daran hat vermutlich nicht nur Ludwig seine Zweifel.

Unbestritten ist für den Sozialdemokraten jedoch, dass diese interkommunale Schau »eine große Chance für die Region Oberhessen« ist. Wenn jede der elf beteiligten Kommunen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bestmöglich darstelle, sei das ein Gewinn für alle. Nur im Zusammenschluss lasse sich Zukunft gestalten. »Das gelingt nicht, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht«, ist Ludwig überzeugt.

Noch laufen die meisten vorbereitenden Arbeiten für die Großveranstaltung im Hintergrund. In Limeshain hat sich, wie in den anderen zehn Kommunen auch, eine Steuerungsgruppe gegründet, der Vertreter aller drei Fraktionen der Gemeindevertretung angehören sowie Mitarbeiter aus den Fachabteilungen der Gemeindeverwaltung.

Mehr als Inszenierung

Zwölf mögliche Projekte habe diese Gruppe nun zusammengetragen und eine Priorisierung vorgenommen. »«Wir haben hier in Limeshain viele Streuobstwiesen, den Wald und den Limes mit einem barrierefreien Rundweg. Das alles lässt sich gut präsentieren«, findet Ludwig.

Der Fokus der Steuerungsgruppe liegt deshalb auf zwei Themen, zum einen auf einem Streuobstwiesenlehrpfad, angelegt als Rundweg, der auf die Bedeutung dieses Ökosystems für Flora und Fauna hinweist, und auf dem Wald als Lebensraum mit einem Waldgarten, in dem Esskastanien und Beeren wachsen.

Dem Bürgermeister ist der Hinweis wichtig, dass »nichts in Stein gemeißelt« sei und die Limeshainer noch dazu aufgerufen würden, sich mit eigenen Ideen an der Planung zu beteiligen. »Wir wollen auf jeden Fall die Leute mitnehmen.«. Denn die Ausrichtung dieser Veranstaltung sei auch eine gute Gelegenheit, den Zusammenhalt in der Gemeinde zu stärken.«

Die Landesgartenschau in Oberhessen will mehr sein als Inszenierung. Sicher, die Kulturlandschaft zwischen Schotten und Büdingen, Echzell und Gedern mit ihren Vorzügen und ihren Reizen, mit ihrer Verschiedenartigkeit bestmöglich zu zeigen und als Naherholungs- oder Urlaubsgebiet zu empfehlen, ist ein Aspekt der Großveranstaltung.

Ein zweiter ist der unmittelbare Gewinn für die Menschen, die hier leben, beispielsweise durch die Verbesserung und die Schaffung von Infrastruktur in den beteiligten Städten und Gemeinden oder durch die ökologische Aufwertung von Gewässern, um nur einige Gesichtspunkte zu nennen.

Keine neue »grüne Mitte«

Auch in Limeshain gäbe es einiges zu tun, um die Lebensqualität in den drei Orten aufzuwerten. Adolf Ludwig nennt exemplarisch die Gestaltung der Ortsmittelpunkte oder die Verbesserung der Parkplätze an den Sportplätzen in Rommelhausen und in Hainchen sowie am Georgenwald in Himbach und die Schaffung einer Fußwegverbindung zwischen den Ortsteilen der Großgemeinde, die insgesamt grüner werden soll. Dafür soll ein Blühflächenkonzept erstellt werden.

Eine neue »grüne Mitte«, die sich am Ortsrand von Himbach an die Gemeindeverwaltung anschließt und zentral inmitten der Großgemeinde liegt, wie es die Machbarkeitsstudie vorschlägt, sieht Ludwig indessen nicht. »Wir denken derzeit nicht darüber nach, ein weiteres Baugebiet zu entwickeln.«

Woran es in Limeshain fehlt, ist ein Hotel oder wenigstens ein Gasthof mit Übernachtungsmöglichkeit. »Aber wir haben einige Ferienwohnungen«, betont der Bürgermeister. Und Wohnmobilstellplätze in allen drei Orten. Schlicht zwar, aber immerhin. Auch diese könnten im Rahmen der Landesgartenschau ausgebaut und mit der entsprechender Infrastruktur wie Wasser und Strom aufgewertet werden.,

Ja, bekräftigt Ludwig, das Grün, Pflanzen und Bäume, müssten wachsen, um in fünf Jahren zu blühen und etwas darzustellen. Zunächst gelte es aber, die Strukturen für die Umsetzung der interkommunalen wie der kommunalen Projekte zu schaffen. Zu diesem Zweck wird jetzt unter anderem eine sogenannte Durchführungsgesellschaft gegründet. »So ein Großereignis braucht Koordination«, weiß Ludwig. Der Verein Oberhessen als Initiator der Landesgartenschau leiste da gute Arbeit mit guten Leuten. »Wir werden sicher auch Kompromisse schließen müssen«, räumt der Bürgermeister ein, »aber ich bin guten Mutes.«

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