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Einen kühlen Kopf bewahrt

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Von: red Redaktion

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Björn Herber (r.) aus Limeshain erhält die hessische Rettungsmedaille für seinen Einsatz als Ersthelfer bei einem schweren Unfall. Bürgermeister Adolf Ludwig gratuliert. © pv

Limeshain (red). Ein Unfall auf einer mehrspurigen Autobahn. Fahrzeuge werden von einem Lastwagen ineinandergeschoben, Autos geraten in Brand, ein Mensch kommt ums Leben, weitere werden verletzt. In einer solchen Situation Ruhe zu bewahren, Verletzten zu helfen, sie aus der Gefahrenzone zu bringen - diese Geistesgegenwart bewies der Limeshainer Björn Herber im vergangenen Jahr, als er am 1.

Juni unmittelbar Zeuge eines schrecklichen Unfalls zwischen dem Langenselbolder Dreieck und dem Hanauer Kreuz wurde.

Fahrzeuge fingen Feuer

Zwei Autos waren offenbar beim Spurwechsel zusammengestoßen, der Verkehr kam zum Stehen, der Fahrer eines Lastwagens konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen oder ausweichen und schob die vor ihm fahrenden Autos ineinander. Herber, der mit seinem Wagen im Stau stand, sah im Rückspiegel, wie ein Laster Autos »wie ein Schneeschieber zur Seite pflügte«, wie er später berichtete. Trümmer erreichten den Wagen direkt hinter ihm. Herbers Auto blieb verschont.

Er fuhr sofort zur Seite, setzte einen Notruf ab und stieg aus. Eine Frau, die offenbar verletzt und geschockt von der Situation zwischen den Autos herumlief, brachte er zu einer Gruppe verletzter Menschen, die bereits von anderen Ersthelfern betreut wurde. Danach half er, dass niemand mehr zu seinem Auto zurücklief, um zum Beispiel private Sachen aus dem Wagen zu holen. Denn einige Autos hatten bereits Feuer gefangen und es bestand die Gefahr, dass sich das Feuer noch weiter hätte ausbreiten können.

Der Blick in den Rückspiegel

Dass Herber Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Limeshain ist, kam ihm in dieser Lage natürlich entgegen. Er weiß als ausgebildeter Feuerwehrmann mit einer solchen Situation umzugehen. Dennoch hat ihn der Unfall sehr mitgenommen. »Die Zeit heilt Wunden«, sagt er. Aber vergessen könne er das Geschehen nicht. Gerade in der ersten Zeit nach dem Ereignis habe er, wenn er im Auto unterwegs war, Angst gehabt und ständig in den Rückspiegel geschaut, vor allem dann, wenn er mit seinen Kindern unterwegs war.

Dass er nun für sein rasches Eingreifen gemeinsam mit anderen Ersthelfern, die damals zur Stelle waren, ausgezeichnet wurde, ehre ihn. Er habe aber anfänglich erst noch gezögert, diese Auszeichnung anzunehmen.

Mut bewiesen trotz Gefahr

Gemeinsam mit sechs weiteren Ersthelferinnen und Ersthelfern erhielt Herber nun die Hessische Rettungsmedaille im Barbarossasaal des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen. Herber hatte seinen sechs Jahre alten Sohn Lennox zur Verleihung mitgenommen, der in der Kinderfeuerwehr in Limeshain aktiv ist. Die Rettungsmedaillen überreichte der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz, in Vertretung des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Er würdigte die Entschlossenheit der Ersthelfer, die in dieser gefährlichen Situation großen Mut und Zivilcourage bewiesen hätten.

An der Verleihung nahm auch Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig teil.

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