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Von Columbia tief beeindruckt

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Vor der US-Flagge (v.l .): Don und Keri Völker, Paige Knight und deren kleiner Bruder Wyatt Völker. Hinter den deutschen Farben: Tanja Volz mit Tochter Lena sowie Harald Müller. © Michael Giers

Ein Jahr lang hat Lena Volz in Gederns US-amerikanischer Partnerstadt Columbia gelebt. Die Erwartungen, die sie mit ihrem Austauschjahr verbunden hatte, wurden übertroffen. Ein Blick zurück.

Besuche bei Spielen der St. Louis Blues, einem der besten Eishockey-Teams in der US-Profi-Liga NHL, oder der Baseballer der Cardinals in der Major League Baseball (MLB), Urlaub in Florida, Kurztrips in ein Ferienhaus an einem See - Lena Volz hat im vergangenen Jahr einiges erlebt. Das verbrachte die Schülerin in Gederns US-amerikanischer Partnerstadt Columbia im Bundesstaat Illinois, wo sie auch zur High School ging. Kein Wunder also, dass die 17-Jährige aus Usenborn beim Rückblick auf den Aufenthalt am Mississippi sagt: »Es hat mir so gut gefallen, da könnte ich gleich wieder hin.«

Die hohen Erwartungen der Schülerin der Gesamtschule Gedern an ihr Austauschjahr in Columbia wurden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Der Teenager aus Usenborn war bei der Familie von Don Völker untergebracht, dem Adoptivvater von Paige Knight, der gleichaltrigen, übers Internet kennengelernten Freundin von Lena.

Kaum Probleme,

sich einzufinden

Mittlerweile hat sich die 17-Jährige längst wieder zu Hause eingelebt. Zunächst musste Lena Volz, die schon vor Wochen zurückkehrte, weil die Sommerferien in Amerika eher begannen, noch die letzten Tage bis zu den Ferien in Hessen an der Gesamtschule Gedern verbringen. Die deutsche Gründlichkeit ließ keine andere Lösung zu. Das Schuljahr in Amerika wird ihr indes voll anerkannt.

In Columbia hatte Lena Volz kaum Probleme, sich einzufinden. »In der Schule hat sogar Chemie geklappt, was nicht unbedingt meine Stärke ist«, sagt sie lachend mit Blick auf ein Fach, in das sie sich zunächst etwas reinknien musste. »Ansonsten waren die technischen Möglichkeiten der Schule wesentlich breiter aufgestellt und moderner als bei uns«, bilanziert sie. Auch bei den Hausaufgaben entstand kaum Frust. Alles andere war wie in Deutschland: Mitschüler finden, mit denen man sich gut versteht, Spaß in Cliquen, Verabredungen ohne Ende.

Dass es familiär an nichts fehlte, dafür sorgten die aufmerksamen Gastgeber. Mit Freundin Paige verstand sich der Gast aus Deutschland bestens, sogar deren jüngerer Bruder Wyatt Völker ging ihr nur selten auf die Nerven. Ansonsten sorgten Mama Keri Völker, eine Lehrerin, und Papa Don, Gastronomiebetreiber und Immobilienhändler, dafür, dass alles in geordneten Bahnen blieb.

Im August 2021 saß Lena Volz im Flieger von Frankfurt nach Chicago. Für die Jugendliche aus Usenborn sollte ein Traum wahr werden, nachdem sie lange gezittert hatte, ob das Austauschjahr stattfinden kann. 2020, zum Ursprungs-Termin, machte die Corona-Pandemie ihr einen Strich durch die Rechnung. Ein Jahr später hatten die Amerikaner den Einreise-Stopp gelockert. Lenas Vater Harald Müller ermöglichte es mit persönlichem Einsatz, dass ein Visum ergattert wurde.

Die Reise in die große, weite Welt konnte beginnen, zumal auch der Verschwisterungsverein Gedern/Columbia das Vorhaben finanziell unterstützte. Seit etwa 30 Jahren läuft das Programm des Schüleraustausches in bewundernswerter Art und Weise. Was unter anderem auch daran liegt, dass der Austausch an beiden Schulen einen hohen Stellenwert genießt und von Führungspersonen angeschoben wird, wie etwa in Gedern von Englischlehrer Andreas Heuser, quasi ein Mann der ersten Stunde.

Mutter Tanja Volz war erleichtert, als sie erfuhr, dass ihre Tochter Lena in Chicago vom Gastgeber abgeholt wurde. Don Völker setzte sich in seinen Jeep, fuhr die über 400 Highway-Kilometer nach Chicago und holte die junge Deutsche nach Columbia in der Nähe von St. Louis. Was Lena dort ein knappes Jahr lang erleben sollte, wird sie so schnell nicht vergessen.

Vielleicht in den

USA studieren

Die ungeheure Sportbegeisterung der Familie Völker stand dann auch im Frühsommer dieses Jahres im Mittelpunkt, als alle dabei waren, um Lena Volz wieder nach Hause zu bringen, und zehn schöne Tage in Deutschland im Haus von Harald Müller und Tanja Volz verbrachten. Da während dieser Zeit das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen England stattfand, luden die Gastgeber ihre Gäste nach München ins Stadion ein, was ebenso erlebnisreich verlief wie der Rest des Aufenthalts.

Lena Volz kann sich nach ihren positiven Erfahrungen durchaus vorstellen, in Amerika zu studieren. Ihre Austausch-Freundin Paige Knight kommt schon Ende des Jahres wieder zu Besuch und möchte Weihnachten sowie Silvester in Deutschland verbringen. VON MICHAEL GIERS

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