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Standard für die Zukunft

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Erster Stadtrat Herbert Weber, Bernd Euler von der Stadtverwaltung und Betriebsleiter Manuel Knaus freuen sich über die Modernisierung des Campingparks durch das neue Sanitär- und Wirtschaftsgebäude. © Oliver Potengowski

Gedern (ten). Eine positive Entwicklung, die durch die Corona-Pandemie zusätzlichen Schub bekommen hat, ist auf dem Campingpark am Gederner See zu beobachten. Ein neues Sanitär- und Wirtschaftsgebäude, das mit EU-Mitteln gefördert wird, trägt den gewachsenen Ansprüchen der Camper Rechnung.

Das Sanitär- und Wirtschaftsgebäude an der Nachtweide ist auch ein Bekenntnis zur Zukunft des Campingparks. Mit seiner blauen Fassade steht es für die Modernisierungen und Investitionen der vergangenen Jahre in das Freizeitgelände. Für den Badebetrieb hatten die Wirtschaftlichen Betriebe der Stadt auch zwei neue Toilettengebäude errichtet.

Das Sanitär- und Wirtschaftsgebäude ist ein Ersatzneubau für ein bestehendes Gebäude aus den 60er Jahren, das einige Hundert Meter entfernt steht. Der Erste Stadtrat Herbert Weber (FWG) erläutert, dass die alten Einrichtungen alle nicht barrierefrei gewesen seien. Es habe dringender Handlungsbedarf bestanden, um den Campingpark attraktiv zu halten.

Neubau kostet 1,3 Millionen Euro

Der Neubau wirkt nicht nur freundlicher und einladender als die alten, mit Eternitplatten gedeckten Sanitärgebäude. Er steht auch für Komfort beim Campen, sodass nicht nur die Bedürfnisse nach Hygiene befriedigt werden. Außer der behindertengerechten Ausstattung hat das Gebäude noch einen Kinderbereich mit Toiletten und Duschen, die von den kleinen Gästen selbstständig genutzt werden können.

Dazu kommt eine moderne Küche mit Elektroherd, Backofen, einer Industriespülmaschine und Edelstahlwaschbecken mit warmem Wasser. Dazu gibt es in einem weiteren Raum Waschmaschinen und Trockner. Das ist allein schon deshalb der Erwähnung wert, weil sich der Wirtschaftsbereich der alten Sanitärgebäude auf Steingutwaschbecken an der Außenwand mit fließend kaltem Wasser beschränkte.

»Wichtig war, dass wir uns für ein massives Gebäude entschieden haben, das eine deutlich längere Nutzungsdauer hat als eine Containerlösung«, erläutert Weber. Denn im Vorfeld des Neubaus gab es zum Teil heftige Diskussionen unter den Stadtverordneten wegen der hohen Investitionskosten. Ein Modulbau aus Containern wäre zwar billiger gewesen, hätte jedoch eine deutlich kürzere Lebensdauer gehabt.

1,3 Millionen Euro hat das neue Sanitär- und Wirtschaftsgebäude schließlich gekostet. Diese Investition war für Gedern möglich, weil das Projekt mit rund 550 000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wurde. »Die Investitionskosten sind weitgehend in Oberhessen geblieben«, führt Weber einen weiteren Vorteil des Massivbaus gegenüber der Containerlösung an.

Das Gebäude wird durch Kraft-Wärmekopplung beheizt. Ein Motor mit Generator erzeugt Strom für den Campingplatz. Die Abwärme des Motors wird für die Beheizung des Gebäudes und warmes Wasser genutzt.

Gästezahlen steigen an

»Wir haben einen deutlichen Zuwachs an Dauer- und Urlaubscampern«, stellt Betriebsleiter Manuel Knaus eine positive Entwicklung der Gästezahlen fest. Wurden 2012 noch 12 000 Übernachtungen gezählt, waren es 2019 schon 17 000. Während der Corona-Pandemie sei diese Zahl auf mehr als 20 000 gewachsen. Dazu kommen mehr als 400 Dauerstellplätze, damit sei der Campingpark am Gederner See einer der größten in Hessen. »Das ist im Prinzip wie ein weiterer Stadtteil von Gedern«, ergänzt Weber.

»Diese Steigerung der Gästezahlen braucht eine entsprechende Kapazität bei den Einrichtungen«, sagt Knaus und betont damit, wie wichtig die Investition war. »Wir hatten leider eine Phase von mehr als 20 Jahren, wo nichts investiert wurde. Das hängt uns jetzt noch nach«, stellt Weber fest. »Es ist eine Aufgabe für die Zukunft, auch die anderen Gebäude zu erneuern.«

Knaus sieht den Neubau als Modell für die Entwicklung des Platzes. »Das ist der Standard, wo wir als Campingpark hinwollen«, sagt der Betriebsleiter.

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