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Spuren nach Columbia

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Von: Oliver Potengowski

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Der Vorsitzende des Verschwisterungsvereins Uwe Bergheimer und Bürgermeister Guido Kempel präsentieren eine Glocke, ein Geschenk aus Columbia. © Oliver Potengowski

Gedern (ten). Auch auf die Partnerschaft mit der amerikanischen Stadt Columbia hat sich die Corona-Pandemie ausgewirkt. Mit einem Jahr Verspätung starten 34 Gederner am Freitag zum Besuch in der Partnerstadt. Der Gegenbesuch aus Columbia ist statt des üblichen Zwei-Jahres-Rhythmus bereits für nächstes Jahr geplant.

Obwohl die Verschwisterung zwischen den beiden Städten erst vor rund 30 Jahren begründet wurde, reichen ihre Wurzeln inzwischen 180 Jahre zurück. 1842 entschlossen sich die Bewohner von Wernings, einem Gederner Stadtteil, der heute nur noch aus einigen wenigen Häusern besteht, zur Auswanderung nach Amerika.

Am zweiten Weihnachtstag des Jahres erreichte die Gruppe schließlich nach einer beschwerlichen Reise St. Louis. Die meisten der Auswanderer ließen sich schließlich in den nahe gelegenen Orten Waterloo und Columbia nieder. Aus dem Besuch von Robert Schaefer und Marylin Harres, die in der Heimat ihrer Vorfahren nach deren Spuren forschten, entstand schließlich die Städtepartnerschaft zwischen Gedern und Columbia.

Diese deutschen Wurzeln der amerikanischen Stadt sind noch heute sichtbar. Deutsche Familiennamen wie sie auch in Oberhessen vorkommen, sind nicht nur im Verschwisterungsverein, sondern auch in der ganzen Stadt häufig anzutreffen. Auch deutsche Traditionen sind in Columbia und dem benachbarten St. Louis verbreitet.

Sie sind auch Teil des zehntägigen Besuchsprogramms der Delegation aus Gedern. So ist am 25. September ein Picknick auf dem Gelände der Anheuser-Busch-Brauerei am Mississippi geplant. Am Montag ist ein Mittagessen bei der Apfelernte auf Eckert’s Family Farm vorgesehen. Uwe Bergheimer, Vorsitzender des Verschwisterungsvereins räumt allerdings ein, dass sich die Amerikaner mit der Idee, aus den Äpfeln Wein zu keltern bei Besuchen in Frankfurt nicht anfreunden konnten. Das Stöffche sei ihnen zu sauer gewesen.

Bei solchen geselligen Programmpunkten wird es reichlich Gelegenheit geben, die Partnerschaft zu stärken und zu vertiefen. Dabei war es insbesondere auch der regelmäßige Schüleraustausch, der die Verschwisterung mit Leben erfüllt hat. Am Dienstag, 20. September, sind die rund 200 Schüler aus Columbia, die in den vergangenen Jahrzehnten im Rahmen dieses Austauschs Gedern besucht haben, zu einem Treffen mit der Delegation aus der Partnerstadt eingeladen.

Bergheimer erklärt, dass aus Gedern rund 300 Schüler zum Austausch in Columbia waren. Das habe auch dem Verschwisterungsverein gutgetan. »Wir haben bei 300 Mitgliedern einen relativ hohen Anteil an jungen Leuten im Verein.« Der Verein werde die Austauschschüler aus Gedern zu einem Treffen einladen, »um auszuloten, haben sie noch Interesse an der Städtepartnerschaft.« »Wir sind daran, peu à peu den Vorstand zu verjüngen«, beschreibt er das Ziel.

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