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»Schau ins Land« bei Wenings: Ein Mittelhessen-Panorama

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Immer was zu tun am Lieblingsort: Norbert Greb, Bürgermeister Guido Kempel und Herbert Neun (von links) beim Blumengießen. © Elfriede Maresch

Norbert Greb aus Wenings hat viel dazu beigetragen, seinen Lieblingsort auszugestalten. Es ist der Rastplatz »Schau ins Land« auf dem 409 Meter hohen Wartkopf, dem Hausberg von Wenings.

Norbert Greb aus Wenings hat viel dazu beigetragen, seinen Lieblingsort auszugestalten. Es ist der Rastplatz »Schau ins Land« auf dem 409 Meter hohen Wartkopf, dem Hausberg von Wenings. Der Ruheständler, 1953 geboren, bezeichnet sich selbst als »echten Weningser Bou« und ist seinem Heimatort sehr verbunden. Schon als Kind ist er oft über den Wartkopf gelaufen. »Unser Ackerland lag auf der einen Seite, unsere Wiesen auf der anderen. Bei den landwirtschaftlichen Arbeiten gab es viel Hin und Her«, erinnert er sich.

Eine ideale

Ergänzung

Nach der Schule erlernte er den Beruf des Schmieds und Landmaschinenmechanikers, qualifizierte sich dann zum geprüften Baumaschinenführer weiter und leistete den Schwerpunkt seiner Lebensarbeit beim Feldwegeverband Vogelsberg.

Als die Windräder in der Nähe des Wartkopfes abgebaut wurden, wurde Greb nicht nur auf die Fernsicht aufmerksam, sondern auch auf die kahle Kuppe, den mit Nesseln und Dornsträuchern zugewachsenen Waldrand. »Wirklich einladend für eine Wanderpause war es dort nicht«, schildert er.

Für die Umwandlung zum ansprechend gestalteten Rastplatz suchte Greb 2019 Partner und fand bei Bürgermeister Guido Kempel (parteilos) und Dr. Angela Metzner vom Kultur- und Tourismusbüro der Stadt Gedern Unterstützung.

Am Rande des nahen Ackers läuft der »Eisenpfad« vorbei, eine der regionalen Wanderrouten, die Geschichte und Naturraum thematisch verbinden, 200 Meter unterhalb verläuft ein Radweg. Daher war ein Rastplatz eine ideale Ergänzung.

Zusammen mit Herbert Schäfer und Heini Klein machte sich Greb an die Arbeit und räumte die zugewachsene Fläche frei. Sein Leben lang hat er Freude am handwerklichen Arbeiten gehabt und den ehemaligen Stall im Bauernhof der Familie zu einer Metallwerkstatt umgewandelt. Dort fertigte er zunächst vier Metallstelen zur Markierung des Platzes. Das Metall, das er für solche Vorhaben braucht, spendete die Firma Holger Muth aus Wolferborn.

Eine Stele zeigt an ihrer Spitze die Silhouette des Spessarts, die nächste den Umriss des Messeturmes, die dritte den Feldbergturm, die vierte den Dünsberg. Der Vogelsberg wurde nicht vergessen. Greb fertigte eine Eingangspforte mit einigen schmiedeeisernen Gestaltungselementen, darüber ein bogenförmiges Metallschild. Alle Beschriftungen führte Udo Kipper (Ober-Seemen) aus. Daneben kam die Stele mit der Vogelsbergsilhouette. Mit Spenden unterstützten Vereine, Parteien, Geldinstitute, aber auch Privatpersonen die fortschreitende Ausgestaltung. »Auf einen richtigen Berg gehört ein Blickpunkt«, dachte sich Greb. Er nutzte einen großen Basaltfindling als Basis und schuf ein schmiedeeisernes Gipfelkreuz mit dem Namen des Berges, das er darauf befestigte. In einem Kästchen gibt es ein Gipfelbuch, in dem sich Wanderer verewigen können.

Genug Spenden für eine großzügige Info-Tafel waren zusammengekommen. Greb suchte Kontakt zum Bindsächser Alfred Leiß, dem Vorsitzenden des Wetterauer Naturschutzbeirats. Leiß gestaltete eine bebilderte Info-Tafel »Tiere am Wartkopf«, die neben der Sitzgruppe aufgestellt wurde. Und wieder halfen Sponsoren weiter. Mit Mitteln des Regionalverbandes und weiteren Spenden konnte ein metallener Halbkreis angeschafft werden, der das ganze Panorama beschriftet abbildet. Greb fasste den ganzen Rastplatz mit Lesesteinen aus Basalt ein, säte einen Blühstreifen, bepflanzte Blumentöpfe. Das alles hat unter der Hitze gelitten, aber Herbert Neun aus Wenings kommt jeden Tag zum Gießen.

Beliebt

bei Gruppen

Über jeden Fortschritt am Rastplatz freut Greb sich sehr, ebenso über die kontinuierliche Aufmerksamkeit von Bürgermeister Kempel und Dr. Angela Metzner. Greb: »Wenn was geändert werden muss, klappt das mit ganz kurzem Draht zum Rathaus.« Oft genug trifft er Gruppen auf »Schau ins Land«: Kindergärten, Schulklassen, Wanderer und Radfahrer, Touristen auf dem Eisenpfad, aber auch Weningser Mitbürger.

Kürzlich musste er den Rastplatz erweitern, neue Basaltlesesteine auslegen. Heinrich Maul hat eine selbst gebaute Sinnesliege gespendet, auf der müde Wanderer eine Pause machen können (Bericht folgt). Greb schmunzelt und zitiert seinen Grundsatz: »Einen Vorteil im Leben hat der, der anpackt, während andere noch lange drüber reden.« VON ELFRIEDE MARESCH

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