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Kein Badeverbot am Gederner See und am Nidda-Stausee

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Am Nidda-Stausee können Besucher derzeit ein uneingeschränktes Badevergnügen genießen. © Stefan Weil

Ferien und Hitze - was kann es da Schöneres geben, als in kühle Fluten einzutauchen? Viele Badeseen laden dazu ein. In Hessen sind derzeit viele Gewässer mit Blaualgen befallen. Wie ist die Lage an den heimischen Seen?

Gewässer in Hessen sind derzeit mit Blaualgen befallen, die das Wasser blau-grünlich färben und es vermoost wirken lassen. Das ist nicht ohne: Wer mit diesen Bakterien in Kontakt kommt, kann Übelkeit, Durchfall, Fieber oder Atemwegserkrankungen erleiden. Die Gesundheitsämter haben deshalb einige Badeseen gesperrt.

Das Vogelsberger Gesundheitsamt rät derzeit davon ab, im Nieder-Mooser See zu baden. Einem Besuch des Gederner Sees und des Nidda-Stausees bei Schotten steht aktuell dagegen nichts im Weg.

Vor einer Woche hatte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) auf seiner Internetseite Warnungen für einige der 61 offiziellen Badeseen in Hessen ausgesprochen (der KA berichtete). In der Liste tauchten auch der Gederner See und der Nidda-Stausee auf. Von einem Baden im Nieder-Mooser See wurde sogar abgeraten. Ein Verbot, mit dem derzeit vier Badeseen in Hessen belegt sind, wurde nicht ausgesprochen.

Irritationen

in Schotten

Wegen der Warnmeldung für den Nidda-Stausee habe es einige Irritationen in der Bevölkerung gegeben, berichtet Dirk Schneider, Leiter der Wirtschafts- und Versorgungsbetriebe der Stadt Schotten. Anrufe besorgter Bürger seien eingegangen. Und in den sozialen Medien kursierten Gerüchte, dass das Baden sogar verboten sei. Schneider: »Das trifft nicht zu. Es gibt keine Einschränkungen.« Alle 14 Tage kontrolliere das Vogelsberger Gesundheitsamt das Wasser. Bei der jüngsten Prüfung habe es keine Beanstandungen gegeben.

Dieser Bewertung hat sich jetzt auch das Landesamt angeschlossen. Die Warnmeldung auf seiner Internetseite (https://badeseen.hlnug.de), auf der die Gesundheitsämter Daten zu den einzelnen Seen einstellen können, wurde kurz nach einer schriftlichen Anfrage des Kreis-Anzeigers zum Thema Blaualgen und Wasserqualität zurückgenommen.

Ann Katrin Thomas von der Abteilung Gewässerökologie des Landesamtes teilt mit, dass es zum Nidda-Stausee einen Hinweis gegeben habe. »Das Gesundheitsamt hat eine Nachricht eingestellt, die keine Beanstandung beinhaltet hat. Daher ist diese Nachricht mittlerweile seitens des Gesundheitsamtes gelöscht worden«, sagt die Sprecherin.

Grundsätzlich werde die hygienische Wasserqualität vor dem Beginn einer Badesaison mit »ausgezeichnet«, »gut«, »ausreichend« oder »mangelhaft« bewertet, erläutert Thomas das Verfahren. Grundlage für die Einstufung seien die vom Gesundheitsamt übermittelten Keimwerte sowie eine Statistik mit mindestens 16 Werten aus den vergangenen vier Jahren. »Für den Nidda-Stausee ergibt sich nach diesem Verfahren eine ausgezeichnete Qualität«, betont die Behördensprecherin.

In Gedern gute

Wasserqualität

Laut Dirk Schneider entnimmt ein beauftragtes Labor während der offiziellen Badesaison alle 14 Tage Wasserproben. Sowohl die Termine als auch die Dauer der offiziellen Badesaison - in diesem Jahr geht sie vom 2. Juli bis zum 4. September - würden vom Vogelsberger Gesundheitsamt in Lauterbach festgelegt. Bei den drei bisherigen Kontrollen am 28. Juni sowie am 13. und 26. Juli habe es keine Beanstandungen gegeben. Der nächste Termin ist am 9. August.

Etwas anders stellt sich die Situation am Gederner See dar. Das Serviceportal des HLNUG weist darauf hin, dass es dort aktuell zu einer Vermehrung von Blaualgen kommen könne. Anette Dähne, Mitarbeiterin der für den Campingpark Gedern zuständigen Wirtschaftlichen Betriebe der Stadt, berichtet, dass der See ganz normal geöffnet ist und das die nächsten Tage auch bleiben wird. Bereits am kommenden Montag werde die nächste Wasserprobe entnommen und ausgewertet.

Das Wetterauer Gesundheitsamt habe die Badesaison für den Gederner See vom 1. Mai bis zum 4. September festgelegt. Alle vier bisher vorgenommenen Kontrollen hätten keine Beanstandungen nach sich gezogen. Dem Gederner See werde eine »gute Wasserqualität« bescheinigt.

Vom Baden im Nieder-Mooser See rät das Vogelsberger Gesundheitsamt derzeit ab. Am Mittwoch sei dort eine »deutliche Aufschwemmung« von Blaualgen festgestellt worden.

Weitere Duschen

aufgestellt

»Diese Situation haben wir jedes Jahr«, sagt Florian Apel, Geschäftsführer des Campingplatzes. Man habe die Besucher auf die Vermehrung der Blaualgen hingewiesen und weitere Duschen bereitgestellt, damit sich die Badegäste direkt nach dem Schwimmen duschen könnten. »Das empfiehlt auch das Gesundheitsamt«, sagt Appel. »Natürlich sollte niemand das Wasser trinken, besonders Kinder nicht. Aber das ist selbstverständlich.«

INFO: Im Sommer entwickeln sich oft übermäßig viele Blaualgen in Badeseen, teilt das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie mit. Dabei handelt es sich nicht um Algen, sondern um Cyanobakterien. Laut Wetterauer Gesundheitsamt sind die meisten Blaualgenarten für den Menschen harmlos. Bei sensiblen Personen seien dennoch im Einzelfall allergische Reaktionen möglich. Das Schlucken dieser Bakterien oder das Eindringen in die Atemwege kann zu Übelkeit und Durchfall führen. Auch Entzündungen von Hals, Augen, Ohren und Magen-Darm-Bereich sowie Atemwegserkrankungen können die Folge sein. Hinweise und Badeverbote sollten beachtet werden. Das Landesamt empfiehlt, eine andere Badestelle aufzusuchen, wenn man im knietiefen Wasser die Füße wegen der grün-blauen Trübung nicht mehr erkennen kann. Bei Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht oder das Gesundheitsamt informiert werden. VON STEFAN WEIL

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