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Hallenbäder öffnen, aber es gibt Einschränkungen

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Von: Sabrina Dämon

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Die Hallenbäder in der Wetterau öffnen zwar, allerdings mit Einschränkungen - dafür werden in jedem Bad eigene Maßnahmen umgesetzt. SYMBOL © DPA Deutsche Presseagentur

In vielen Hallenbädern wird es Einschränkungen geben: Temperaturabsenkungen, geschlossene Bereiche, ausgeschaltete Saunen. Welche Sparmaßnahmen werden in den Wetterauer Bädern umgesetzt?

Die Freibad-Saison ist vorbei, das Hallenbad des Usa-Wellenbads in Bad Nauheim ist wieder geöffnet - die Temperaturen der Becken sind zwar nicht abgesenkt worden, Einschränkungen gibt es dennoch, berichtet Betriebsleiter Sascha Rieck. Das große Schwimmerbecken wird weiterhin auf 28 Grad geheizt, sagt Rieck. Auch der sogenannte Badebrunnen, das Nicht-Schwimmer-Becken im Innenbereich, bleibt wie in den Vorjahren bei rund 30 Grad. Dafür gibt es andere Einschränkungen: Sowohl Außenbecken als auch Whirlpools sind außer Betrieb, außerdem bleibt die Sauna geschlossen.

Das Außenbecken ist in den vergangenen Jahren stets auf 32 Grad geheizt worden - der Energiebedarf sei damit ohnehin hoch, mit abfallenden Außentemperaturen würde er weiter steigen. »Vor dem Hintergrund der langen und anhaltenden Krise ist das nicht vertretbar«, sagt Rieck. »Mit diesen Maßnahmen ist eine enorme Energieeinsparung gegeben. Whirlpools und Außenbecken sind die Hauptenergiefresser.« Dadurch, dass sie wegfielen, bräuchte die Temperatur der anderen Becken nicht abgesenkt werden. Das, sagt Rieck, halte er für einen guten Kompromiss. Zwar würden mit einer Temperatursenkung pro Grad rund sechs Prozent Energie eingespart werden, doch dadurch, glaubt Rieck, gäbe es Einschnitte bei den Besucherzahlen und dem Kursbetrieb: »Wenn man die Becken- oder Hallenluft-Temperatur herunterdreht, ist damit zu rechnen, dass das Freizeitpublikum nicht mehr so viel Freude am Bad haben wird« - und nicht mehr komme. Auch für den Kursbetrieb sieht er eine Temperatursenkung problematisch: »Zum Beispiel für medizinische Anwendungen, bei denen warmes Wasser nötig ist, oder beim Baby- und Kleinkinderschwimmen.«

Was die Duschen angeht, appelliert Rieck an die Verantwortung der Nutzer, zumal eine Kontrolle im Duschbereich kaum umsetzbar sei. Und: »Wenn man ein angemessenes Duschverhalten an den Tag legt, ist das vertretbar. Da ist die Eigenverantwortung eines jeden gefragt.«

Installationen wie Automaten, in die man Geld einwirft und für eine bestimmte Zeit warmes Wasser zur Verfügung hat, seien nicht mehr umzusetzen: Das müsse geplant, organisiert und eingebaut werden. »Das ist keine Maßnahme, die kurzfristig in Kraft treten kann.«

Freitags kein Warmbadetag mehr

In Gedern hatte das Hallenbad in den vergangenen Wochen nicht geschlossen - weil es in der Stadt kein Freibad gibt. Dass der Betrieb aufrechterhalten bleibe, sei gerade wegen der vielen Schulkinder wichtig, die kommen, sagt Betriebsleiter Manuel Knaus. Rund 20 Schulen hätten im Hallenbad Schulschwimmen - etwa 800 Kinder.

Wie Knaus berichtet, habe man aber im August schon einmal getestet, wie der Schwimmbadbetrieb mit herabgesenkten Temperaturen funktioniere - sowohl Wasser- als auch Raumtemperaturen seien in der »Testphase« um zwei Grad heruntergedreht worden. Das Schwimmerbecken von 30 auf 28 Grad, das Kleinkinderbecken auf 31 Grad. Letztlich habe man sich aber darauf geeinigt, das Schwimmerbecken vorerst auf 29 statt auf 28 Grad zu heizen. »Wir haben viele Aqua- und auch Reha-Kurse« - da würde sich eine Temperaturabsenkung schneller bemerkbar machen. Zudem soll das Kleinkinderbecken bei 32 Grad bleiben. Was allerdings wegfällt: der wöchentliche Warmbadetag in den kalten Monaten. Ab Oktober sei an Freitagabenden die Wassertemperatur um zwei Grad erhöht worden. Zwar sei das Bad an diesen Abenden stets gut besucht gewesen, angesichts der aktuellen Situation werde man darauf aber verzichten.

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