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Gederner Urgestein des DRK feiert 75. Geburtstag

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Hilfsbereit, engagiert und immerzu optimistisch: das ist Heinrich Otto Adolph, der heute 75 Jahre alt wird. © Ingeborg Schneider

Ohne Menschen wie Heinrich Otto Adolph würde der Gesellschaft etwas fehlen. Einerseits liebt er es ruhig und bescheiden, andererseits ist er ein Urgestein des DRK. Heute wird Adolph 75.

G ib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden.« An dieses Motto hat sich Heinrich Otto Adolph, der an diesem Samstag im kleinen Familienkreis seinen 75. Geburtstag begeht, ein Leben lang gehalten. »Das ist nicht immer einfach, aber ein gutes Mittel, im Herzen jung zu bleiben«, merkt der Jubilar schmunzelnd an, um sofort hinzuzufügen, generell seien geistige Regsamkeit sowie soziales Engagement und intakte zwischenmenschliche Beziehungen die wichtigsten Zutaten für ein glückliches Alter.

All diese Voraussetzungen hat Heinrich Otto Adolph erfüllt, der seit 1968 dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) angehört, ab 1983 bis zur Pensionierung 30 Jahre lang als hauptamtlicher Rettungssanitäter im Einsatz war und zudem seit 40 Jahren Vorsitzender der Ortsvereinigung Gedern im DRK-Kreisverband Büdingen ist.

Die Tätigkeit im Rettungsdienst hat seine hohe Wertschätzung für das Leben geprägt. »Man sieht einfach zu viel, als dass man das Familienglück für selbstverständlich halten könnte«, sagt Adolph nachdenklich. Sonst humorvoll und immer ein Wortspiel auf den Lippen, wird der engagierte Mann sehr ernst, vor allem wenn er sich an die jugendlichen Verkehrsopfer erinnert, bei denen jede Hilfe zu spät kam. So war er bei jenem denkwürdigen Unfall im Mai 2008 vor Ort, bei dem vier junge Menschen in einem Kleinwagen starben, als der 19-jährige Fahrer zwischen Ulfa und Harb in einen Lastwagen raste. »So etwas vergisst man nicht«, gibt Heinrich Otto Adolph zu.

Respekt vor dem Leben

Sein Respekt vor dem Leben hat ebenso wie die Erfahrung seiner Noteinsätze dazu beigetragen, dass er seit vielen Jahren keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt hat. Zu oft hat er erlebt, wie die Droge Menschenleben von einer Sekunde auf die andere auslöschte.

Seine Familie und die Arbeit in der Landwirtschaft und in freier Natur waren es, die ihm halfen, solche Erlebnisse zu verkraften. »Hinzu kommt die heutzutage exzellente Notfallseelsorge, die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen im Einsatz sowie natürlich die Kooperation im DRK, speziell in unserer Ortsvereinigung Gedern«, hebt der Jubilar hervor und erwähnt vor allem Iris Stoß sowie den Gederner Bereitschaftsleiter Hermann Sauer und seine Ehefrau Christiane, wie er seit über 40 Jahren im Dienst. »Inzwischen sind wir als Senile Senioren-Sanitätsstaffel bei allen Gederner Großveranstaltungen im Einsatz«, lacht Adolph, der unter vielem anderem mit seiner Frau auch als Fastnachter bei den »Sichenhäuser Nidder-Narren« aktiv ist. Doch auch zu diesem Spaß gibt es einen ernsten Hintergrund: Die Überalterung in der DRK-Ortsvereinigung Gedern, Nachwuchs wird dringend benötigt.

Für Heinrich Otto Adolph gehörte soziales Engagement schon früh zur Lebensplanung. Am 17. September 1947 inmitten dreier Schwestern in eine Sichenhäuser Landwirts- und Müllerfamilie hineingeboren, war früh seine tatkräftige Mitarbeit gefragt. Zusätzlich war der junge Mann nach der Volksschule im Tiefbau beschäftigt und half mit, die Frankfurter Nordweststadt zu errichten, später sollten zehn Berufsjahre im Sägewerk Sichenhausen folgen. Kurz vor seiner Bundeswehrzeit lernte der aktive junge Feuerwehrmann bei einem Besuch der befreundeten Wehr in Ulfa seine heutige Ehefrau Brigitte Adolph geborene Assmann kennen. Am 12. Dezember 1969 wurde geheiratet: »Ich war im siebten Himmel und sie im achten Monat«, sagt der Jubilar lächelnd und erinnert sich gerne an den privaten Shuttle, den die Sichenhäuser kurzerhand einrichteten, weil der ortsunkundige Busfahrer sich weigerte, die Ulfaer Hochzeitsgesellschaft zur Kirche auf die tief verschneite Herchenhainer Höhe zu fahren. Der ersten Tochter folgte die zweite, später gesellten sich zwei Enkelsöhne zur Familie, hinzu kam über Jahre hin die Renovierung der längst stillgelegten großelterlichen Mühle, in der die Adolphs bis heute leben.

Alt werden wie der Papst

Seinen letzten Einsatz als hauptamtlicher Bereitschafts-Rettungssanitäter hatte Heinrich Otto Adolph in der Silvesternacht vor seinem 65. Geburtstag. »Doch da blieb zum Glück alles ruhig«, erinnert er sich. Genauso ruhig und bescheiden wünscht er sich auch seine Geburtstagsfeier und die kommende Zeit. »Der Papst ist exakt zehn Jahre und neun Monate älter als ich und ziemlich fit - das muss also zu schaffen sein«, zeigt sich der Jubilar optimistisch.

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