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Gederner Holz auch für Weningser

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Noch gibt es im Gederner Wald genug Holz, um alle Brennholzbestellungen erfüllen zu können. © Oliver Potengowski

Gedern (ten). Noch keinen Regelungsbedarf sehen die Gederner Verwaltung und die Stadtverordneten beim Brennholzverkauf aus den städtischen Wäldern. SPD und FWG zogen während der jüngsten Sitzung des Parlaments einen Antrag zurück, wonach nur an Gederner Bürger verkauft werden solle. Für Heiterkeit sorgte Jürgen Balser (CDU), der wissen wollte, ob Einwohner von Wenings bei einer Beschränkung noch Brennholz kaufen dürften.

Angesichts steigender Energie- und Brennholzpreise befürchteten FWG und SPD, dass zunehmend auswärtige Holzkäufer ihren Bedarf zu möglicherweise günstigeren Preisen in Gedern decken könnten. Weil die Holzmenge, die verkauft werden kann, durch die Menge, die im Jahresverlauf nachwächst, begrenzt ist, sahen die beiden Fraktionen die Gefahr, dass Gederner Bürger am Ende nicht genug Brennholz für den Eigenbedarf bekommen könnten.

Händler spielen keine große Rolle

Deshalb beantragten sie eine Regulierung, um »ortsansässige Bürger« beim Verkauf zu bevorzugen, falls dies erforderlich werden würde. Nur überschüssige Holzmengen sollten an Ortsfremde verkauft werden dürfen.

Balser bat zunächst um eine Klärung des Begriffs »ortsansässig«. »Darf ein Weningser in Gedern kein Holz kaufen, weil er nicht ortsansässig ist«, erkundigte er sich. Zu klären sei, ob der Begriff sich auf den einzelnen Stadtteil oder die Großgemeinde beziehe.

Sebastian Stroh (FWG) stellte klar, dass 50 Jahre nach der Bildung der Großgemeinde selbstverständlich die Bürger aus allen Stadtteilen Holz aus allen städtischen Wäldern kaufen dürften.

Balser regte ergänzend an, die Holzmenge, die ein einzelner Käufer erwerben dürfte, zu beschränken. »Es wird vielleicht alles etwas überbewertet«, entgegnete Bürgermeister Guido Kempel (parteilos) der einsetzenden Diskussion. Bis auf das laufende Jahr, als große Mengen an Kalamitätsholz angefallen waren, sei die Menge des verkauften Brennholzes in den vergangenen Jahren weitgehend gleich geblieben. Auch habe es nur sehr wenige auswärtige Käufer und professionelle Händler gegeben.

2020 seien 583 Festmeter und 2021 518 Festmeter Brennholz verkauft worden. Durch die massiven Waldschäden hätten in diesem Jahr 2685 Festmeter Holz verkauft werden müssen.

Davon habe ein professioneller Händler 2017 Festmeter abgenommen. Außer diesem habe es 2022 nur noch zwei weitere auswärtige Käufer gegeben, von denen einer ebenfalls offenbar ein Händler gewesen sei. Dem hätten 81 ortsansässige Käufer gegenübergestanden.

2020 seien unter insgesamt 78 Käufern zwei Nicht-Gederner gewesen, offenbar beide Händler. Im vergangenen Jahr seien von vier auswärtigen Käufern drei Händler gewesen. Angesichts von insgesamt 72 Brennholzkäufern hätten auch 2021 die Auswärtigen keine bedeutende Rolle gespielt.

Michael Siebert (SPD) erklärte: »Uns war eigentlich nur wichtig, dass die Bürger der Großgemeinde bevorzugt werden.« Das werde schon jetzt getan, stellte Kempel fest. In der Praxis sei es aber noch nie zu Problemen gekommen.

Menge soll begrenzt werden

»Wir hatten in den vergangenen Jahren Holzkäufer, die damit offensichtlich Handel getrieben haben«, sagte Kempel. »Wir waren aber noch nie in der Situation, dass wir jemandem sagen mussten, wir haben kein Holz.« Trotzdem sei geplant, die Menge, die ein einzelner Käufer bekomme, auf zwölf bis 15 Festmeter zu begrenzen, um einen Weiterverkauf zu verhindern.

Fabian Orth (CDU) regte an, das Thema während einer öffentlichen Ausschusssitzung zu diskutieren, statt nur in der Betriebskommission, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit tage. Kempel mahnte, dass dann die Veröffentlichung für die Anmeldung der Brennholzbestellungen für 2023 verschoben werden müsse. Diese sei für die nächsten Wochen geplant. Siebert erklärte schließlich, dass seine Fraktion und die FWG den Antrag zurückzögen. Über das Thema, bei dem Balser Diskussionsbedarf sah, könne man auch in der Betriebskommission diskutieren.

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