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Brücke statt Mauer

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Eine Gruppe aus Gedern ist derzeit zu Gast in der amerikanischen Partnerstadt Columbia. © Oliver Potengowski

Gedern (ten). Herzlich und spektakulär sind 34 Gederner, die derzeit zu Besuch in der US-Partnerstadt Columbia sind, nach ihrer Ankunft am Flughafen in St. Louis empfangen worden. Sowohl Bürgermeister Guido Kempel als auch sein amerikanischer Amtskollege betonten, wie wichtig solche Städtepartnerschaften für das Verständnis zwischen den Völkern seien.

Kempel zitierte Isaac Newton, laut dem die Menschen zu viele Mauern und zu wenige Brücken bauen. Das Zitat beziehe sich auch auf die Mauern in den Köpfen und sei damit aktueller denn je. Mit der Städtepartnerschaft hätten Columbia und Gedern dagegen eine Brücke gebaut.

Kempel erinnerte an seine Rede vor fünf Jahren in Columbia. Darin hatte er die gesellschaftliche Verpflichtung betont, »unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen eine Welt vorzuleben, in der wir alle Freunde sind und uns nicht mit Waffen gegenüberstehen und uns bekriegen«. Angesichts der weltpolitischen Situation und besonders des russischen Krieges gegen die Ukraine hätten diese Worte eine sehr konkrete Bedeutung bekommen. Die Partnerschaft zwischen Gedern und Columbia werde abseits der großen Politik durch die Vereine und Menschen gelebt. Nur in dieser familiären Form könne sie auf Dauer Bestand haben. Kempel dankte der Columbia High School und Taylor Nickerson sowie der Gesamtschule Gedern mit Andreas Heuser und Britta Schäfer-Clarke, die durch den Schüleraustausch die Partnerschaft belebten.

Dazu sei auch den Verschwisterungsvereinen mit ihren Vorsitzenden Ingrid Soraghan und Uwe Bergheimer zu danken. »Unsere Freundschaft ist nicht nur ein wertvolles Geschenk, sondern auch eine dauernde Aufgabe«, erklärte Kempel. »Eine einmal errungene Freundschaft bleibt nur bestehen, wenn sie gelebt und erneuert wird.«

Eskorte in die Stadt

Wie viel Arbeit in der Organisation der Verschwisterungsvereine und insbesondere in der Vorbereitung der Besuche stecke, sei vielen nicht bewusst. Kempel appellierte an die Bürger in Columbia und Gedern, die Partnerschaft weiter mit Leben zu füllen, damit auch kommende Generationen möglichst lange Freude daran haben.

Soraghan erinnerte an die historischen Wurzeln der Partnerschaft, als vor 180 Jahren die Bewohner von Wernings nach Columbia auswanderten. Bergheimer betonte, dass er in den rund 30 Jahren Partnerschaft persönliche und auch familiäre Bindungen geknüpft habe. Bob Hill, der neue Bürgermeister von Columbia, wies ebenfalls auf die Bedeutung der Freundschaft zwischen den beiden Städten für die Völkerverständigung hin.

Diese Bedeutung würdigten auch der deutsche Generalkonsul Wolfgang Moessinger, der aus Chicago zum offiziellen Empfang der Gederner nach Columbia gekommen war. Außerdem waren der Honorarkonsul Paul Obernuefemann aus Fallon/Illinois sowie die Vorsitzende des Verschwisterungsvereins St. Louis/Stuttgart, Susanne Evans, dabei.

Wie wichtig ihnen das Wiedersehen mit den Gedernern in ihrer Stadt nach drei Jahren Pause ist, drückten die Bürger von Columbia durch einen besonderen Empfang aus. Kurz vor der Stadtgrenze stieß die Delegation auf zahlreiche Einsatzfahrzeuge. Mit einer Eskorte von Polizei-, Feuerwehr- und Sanitätsfahrzeugen wurden die 34 Besucher nach Columbia geleitet.

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