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Ökostrom für Stadtgebäude?

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Wenn möglich, soll bald in allen Liegenschaften der Stadt Florstadt Ökostrom genutzt werden. Zuvor soll der Magistrat die Vertragslage prüfen, Angebote einholen und die Kosten ausrechnen. SYMBOL © DPA Deutsche Presseagentur

Florstadt (lut). Ein Antrag der Grünen, der sich mit der Forderung nach Ökostrom in allen kommunalen Gebäuden beschäftigte, ist während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung nach längerer Aussprache in einen gemeinsam formulierten Prüfantrag an den Magistrat abgewandelt worden. Dieser wurde bei einer Enthaltung aus den Reihen der SPD-Fraktion einstimmig auf den Weg gebracht.

Demnach spricht sich das Parlament dafür aus, zum nächstmöglichen Zeitpunkt in allen Liegenschaften der Kommune Ökostrom zu nutzen. Das betrifft zum Beispiel das Rathaus, die Bürgerhäuser, Kindergärten, Sporthallen und Feuerwehrgerätehäuser. Der Magistrat soll den Stadtverordneten die derzeitige Vertragslage schildern, Angebote von regionalen Energieversorgern einholen, die wirtschaftlichen Konsequenzen darlegen und notfalls über eine Vertragsänderung verhandeln.

Thema für neue Mitarbeiterin

Für die Antrag stellende Fraktion der Grünen hatte Gerhard Salz ausgeführt, dass man sich vor einem Jahr im Parlament darauf verständigt hatte, in Florstadt die CO2-Neutralität bis 2040 zu erreichen. Dazu müsse man Strom von Fotovoltaikanlagen, Windrädern und »von mir aus auch von einem Wasserrad in der Nidda« nutzen. 2020 habe die Stadt 25 Millionen Kilowattstunden verbraucht; damals kamen lediglich 18 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien. Ökostrom sei zwar teurer, aber der Wetteraukreis habe diese Umstellung bereits 2019 mit der kompletten Verwaltung vollzogen und damit ein deutliches Plus in der Ökobilanz verzeichnet.

»Die Stadt hat hierbei eine Vorreiterrolle«, sagte Salz, was Torsten Trupp von der SPD-Fraktion so nicht stehen lassen wollte. Er konterte: »Öko-strom ist teurer - die Stadt unterliegt einem Wirtschaftlichkeitsprinzip.« Das bedeute, dass man die eingenommenen Steuern wirtschaftlich verwenden müsse. Außerdem habe Bürgermeister Herbert Unger (SPD) kürzlich mitgeteilt, dass die Ovag den Stromliefervertrag für 2026 gekündigt habe. Trupp gab auch zu bedenken, dass viele Ökostrom-Anbieter bereits insolvent seien. Der Antrag passe so nicht in die Realität. Das Thema gehöre in die Hände der neuen Klimaschutzbeauftragten. Aus diesem Grund warb Trupp für die Umwandlung in einen Prüfantrag.

Salz erwiderte, das Wirtschaftlichkeitsprinzip gelte ebenso für den Wetteraukreis, und auch die Ovag biete Öko-Tarife an. Ein Prüfantrag eröffne aber die Chance, zeitnah Informationen im Parlament zu erhalten und die neue Mitarbeiterin beispielsweise in einer Ausschusssitzung kennenzulernen. Auch Christel Schmidt (CDU) vertraute dem Fachwissen der neuen Kollegin, sprach sich aber eher für regionalen Strom aus. Ihr Credo lautete: »Regional ist besser als öko.« Christian Trupp (SPD) gab kritisch zu bedenken, dass der Markt der Anbieter derzeit schwer zu bewerten sei.

Mit den gemeinsam erarbeiteten redaktionellen Änderungen wird der neue Prüfantrag am heutigen Dienstag im Magistrat auf der Tagesordnung stehen.

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