1. Startseite
  2. Lokales
  3. Büdingen

Werden lärmgeplagte Anwohner entlastet?

Erstellt: Aktualisiert:

leo_tempolimit_200122_4c
Seit der Versetzung des Ortsschildes klagen die Anwohner der Sudetenstraße über den Lärm der B 457. © Björn Leo

VON BJÖRN LEO

Büdingen. In den Jahren 2014 und 2015 ist die Bundesstraße 457 zwischen Büdingen und Büches grundhaft saniert worden. Das jahrelange Tempolimit gehörte der Vergangenheit an. Damit verschwanden auch die elektronischen Warntafeln, die Raser auf die vorgeschriebenen 60 km/h aufmerksam gemacht hatten. Seit dieser Zeit jedoch klagen vor allem die Anwohner der Sudetenstraße über verstärkte Lärmbelästigung. Der Grund: Nach den Straßenbauarbeiten sind die Ortsschilder ein ganzes Stück stadteinwärts verlegt worden. Mit der Folge, dass Fahrzeuge, die Büdingen verlassen, seitdem viel früher beschleunigen. Die daraus resultierende Lautstärke macht den oberhalb der Straße wohnen Bürgern sehr zu schaffen. Die CDU will das ändern und fordert eine Geschwindigkeitsreduzierung auf der Länge von etwa 300 Metern.

»Es wäre ein unkomplizierter und kostengünstiger Vorgang mit geringem Aufwand, der die Anwohner der Sudetenstraße erheblich entlasten würde«, sagt Jonathan König, Fraktionsvorsitzender der Büdinger CDU, im Gespräch mit dieser Zeitung. Seine Fraktion bringt deshalb einen entsprechenden Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein, die sich am Freitag, 21. Januar, mit dem Thema befassen wird. Die Forderung der Christdemokraten: Der Magistrat der Stadt Büdingen möge sich bei den zuständigen Behörden für eine Geschwindigkeitsreduzierung in diesem Bereich einsetzen. Die könnte mit einem 300 Meter vor dem Ortsschild beginnenden Tempolimit erreicht werden. Oder aber, in dem das Ortsschild, ab dem bekanntlich Tempo 50 gilt, auf der B 457 in Richtung Büches versetzt wird - was in diesem Zusammenhang wohl aber nicht möglich sein dürfte.

Unterschriften fast aller Anlieger

Bei einer Unterschriftenaktion gegen den von der Straße ausgehenden Lärm haben laut CDU fast alle Anlieger der Sudetenstraße im Bereich der Hausnummern 14 bis 34 unterschrieben. Aktuell beschleunigen und bremsen die Fahrzeuge direkt vor den Grundstücken 30 bis 34.

Die von Anwohnern gemessene Lautstärke erreicht nach Angaben der Union Spitzenwerte von 90 Dezibel. Dabei handelt es sich um die Maßeinheit des Schalldruckpegels. Erlaubt sind dagegen Lautstärken, die bei Mittelklassewagen 72 Dezibel betragen dürfen. »Wir sind aus der Bevölkerung bereits vielfach auf diese Problematik angesprochen worden«, schildert Jonathan König. Eine Geschwindigkeitsreduzierung im genannten Bereich, sagt er, ist ein probates Mittel, um die Bremsgeräusche und den oft durch maximale Beschleunigung verursachten Lärm vor die Bebauungsgrenze zu verlegen. Anhand der Verordnungslage sei davon auszugehen, dass diese Maßnahme rechtlich möglich ist, so der Fraktionsvorsitzende.

Die Anordnung zur Versetzung von Ortstafeln - mit dem Nebeneffekt einer Geschwindigkeitsreduzierung - kann jedoch nicht mit Lärmschutz begründet werden. Die Lage von Ortschildern ist in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung geregelt. Diese gibt vor, dass Ortstafeln ohne Rücksicht auf die Gemeindegrenze und Straßenbaulast dort anzuordnen sind, wo ungeachtet einzelner unbebauten Grundstücke die geschlossene Bebauung auf einer der beiden Seiten der Straße für den ortseinwärts Fahrenden erkennbar beginnt.

Einmündung eines Feldweges

Durch ein Tempolimit würden die Brems- und Beschleunigungsvorgänge in besagtem Straßenabschnitt deutlich von den Anliegergrundstücken wegverlegt. Zusätzlich würde die Gefährlichkeit der Einmündung eines Feldweges auf die B 457, die bis jetzt nicht berücksichtigt worden ist, entschärft werden. »Andernorts sind solche Maßnahmen bereits umgesetzt worden. Im Wetteraukreis gibt es viele Beispiele», so König.

Auch interessant