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Ortsbeirat Orleshausen übt deutliche Kritik an Tempo-30-Entscheidung

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Von: red Redaktion

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Problemfall Ortsdurchfahrt: Der Ortsbeirat Orleshausen fordert mehr Verkehrsberuhigung und kritisiert die ablehnende Haltung der Parlamentsmehrheit für einen Betritt zu Städteinitiative Tempo 30. © Monika Eichenauer

Mit deutlicher Kritik reagiert der Ortsbeirat Orleshausen auf das mehrheitliche Parlamentsvotum gegen einen Beitritt zur Städteinitiative Tempo 30. »Chance verpasst«, heißt es in einem offenen Brief.

Einen Beitritt Büdingens zur Städteinitiative Tempo 30 hat das Stadtparlament in seiner Juli-Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Orleshausen mehrheitlich abgelehnt. Der Antrag ging auf die FWG zurück. Ebenfalls auf überwiegende Ablehnung stieß ein Prüfantrag der Grünen, wonach die Stadtverwaltung prüfen sollte, auf welchen Straßen oder Straßenabschnitten in der Kernstadt und den Ortsteilen die Einführung von Tempo 30 unter Beachtung der Vorgaben der Straßenverkehrsordnung möglich ist. Nun meldet sich in dieser Sache der Ortsbeirat Orleshausen mit einem offenen Brief an die ablehnenden Fraktionen zu Wort.

Chance für Zeichen nicht genutzt

Darin heißt es: »Seit Jahren werden unsere Anträge für 30 km/h für die Hauptstraßen durch Orleshausen von den Behörden, die in Friedberg, Wiesbaden oder Gelnhausen sitzen, mit für uns nicht nachvollziehbaren Begründungen abgelehnt. Nach dem Motto der Verkehr muss durchs Dorf fließen, stehen die Interessen der Pkw und Lkw-Lobby im Vordergrund der Beurteilung für die Genehmigung bzw. Ablehnung der Verkehrsberuhigungs-Maßnahmen wie zum Beispiel 30 km/h.«

Jetzt habe die Stadt Büdingen die Möglichkeit, sich der Städteinitiative Tempo 30 anzuschließen und sich für ein Umdenken stark zu machen.

»Doch statt diese Chance zu ergreifen, wird diese unter anderem mit dem Argument ›es kostet zu viel Zeit‹ zunichte gemacht. Das ist wie ein Schlag ins Gesicht für alle Ortsbeiräte, die sich seit Jahren für verkehrsberuhigende Maßnahmen einsetzen.«

Welche Auswirkung die ca. 15 000 Pkw/Lkw, die täglich durch Orleshausen fahren, für die Anwohner, Fußgänger oder Schulkinder hätten, werde dabei leider nicht so sehr beachtet: »Die Schulkinder müssen für ihrem Schulweg zur Bushaltestelle die Hauptstraßen queren. Welche Wichtigkeit hat hier die Schulwegsicherung?«, fragt das Stadtteilgremium.

Der ist der Meinung, dass hier endlich ein Umdenken stattfinden müsse und das die Bewohner im Mittelpunkt stehen bzw. die Auswirkung auf die Bewohner höher gewichtet werden müssten.

»Gerade deshalb hatten wir gehofft, dass auch Büdingen der Städteinitiative Tempo 30 beitritt. Leider wurde diese Chance nicht genutzt um zumindest ein Zeichen diesbezüglich zusetzten.«

Der Ortsbeirat kritisiert, dass auch Fraktionen gegen die Städteinitiative Tempo 30 gestimmt hätten, »die uns ihre Unterstützung, für eine Verkehrsberuhigung in Orleshausen, schon öfters bei Ortsterminen zugesagt haben«.

Alle Verkehrsberuhigungs-Maßnahmen wie 30 km/h, Fahrbahnverengung, Lkw-Nachtdurchfahrtsverbot, die der Ortsbeirat bisher für Orleshausen vorgeschlagen habe, seien von den Behörden abgelehnt worden. »Und in einer der letzten Sitzungen des Ausschusses für Bauangelegenheiten, Umwelt- und Hochwasserschutz wird uns dann noch erklärt, dass man da leider nichts machen kann.«

Das sei alles sehr frustrierend. »Deshalb fordern wir die Fraktionen auf, Vorschläge zu machen, mit welchen Maßnahmen sie für eine Verkehrsberuhigung/-entlastung in Orleshausen und restlichen verkehrsgebeutelten Ortschaften sorgen möchten. Und wie diese umgesetzt werden können«, schreibt der Ortsbeirat abschließend.

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