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Kita wird wohl teurer

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VON GEORGIA LORI

Büdingen . Die Stadt Büdingen verfügt aktuell über elf Kindergärten. Doch das ist zu wenig, um den verbrieften Rechtsanspruch der Betreuung zu gewährleisten. Volle Wartelisten signalisieren schon lange, dass die ehemalige Kreisstadt mit knapp 23 000 Einwohnern als Zuzugsregion mehr Kita-Plätze benötigt, als zur Verfügung stehen.

»Früher war es so, dass wir bis April oder Mai noch Plätze anbieten konnten. Jetzt sind wir spätestens im Januar voll belegt«, erklärt Erste Stadträtin Henrike Strauch (SPD). Als Gründe dafür nennt sie steigende Geburtenzahlen und den enormen Zuzug. Schon im Sommer 2021 wurde deshalb in der Stadtverordnetenversammlung über eine neue viergruppige Kita diskutiert. Diese soll in der Orleshäuser Straße entstehen. Doch die Meinungen der Fraktionen waren kontrovers. So argumentierte der Haupt- und Finanzausschuss für die Anmietung einer Kita, mit der Begründung, dass es der Stadt mehr Flexibilität geben würde, sich nach sinnvolleren Standorten umzusehen und dort später einen weiteren Kindergarten zu errichten. Auch könne eine Anmietung zu einem schnelleren Einzug führen.

Argumente für den Kauf

Die Argumente für den Kauf und den Bau durch einen Generalunternehmer zeigten auf, dass ein weiterer Grund- erwerb für die Stadt einen Mehrwert bieten würde. Der Ausschuss stimmte knapp für den Bau der neuen Kinder- tagesstätte durch einen Generalunternehmer.

Carina Merz (CDU) zog in Betracht, dass eine alte Panzerhalle womöglich nicht frei von Schadstoffen sei. Dass es sich dabei um ein Filetstück handele, könne sie nicht unterstreichen, da dies auch für die ehemalige Polizeistation gelte, »die niemand möchte, da sie belastet ist«. Sie sprach sich für die Anmietung des Objektes aus, um später einen weiteren Kindergarten zu planen und zu bauen. Dem folgte auch Gunnar Bähr (Pro Vernunft). Er plädierte dafür, rechtzeitig Angebote für einen Kindergarten einzuholen, um dann mit eigenem Geld zu bauen. Auch Jonathan König, Fraktionschef der CDU, vertrat die Ansicht, dass das Gebäude und der Standort ungeeignet für einen Kindergarten seien. Aus Zeitnot habe man keine andere Wahl, als zunächst diesen Standort zu nutzen. Allerdings könne dies keine Dauerlösung sein. Vielmehr sei zunächst eine Mietlösung sinnvoll, um dann auf Grundlage eines durchdachten Konzeptes an geeigneten Standorten zwei neue Kitas mit Hortbetreuung zu bauen. SPD und FDP begrüßten das Ergebnis des Ausschusses als ein Stück Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung. Bündnis90/Die Grünen sprachen sich für den Bau durch einen Generalunternehmer aus und erwägten den Abriss des Gesamtgebäudes.

Neues Angebot und Altlasten

Nun steht der Ankauf einer schlüsselfertigen Kindertagesstätte in der Orleshäuser Straße erneut auf der Tagesordnung der Stadtverordneten. Der Grund ist laut Henrike Strauch darin zu suchen, dass ein vorliegendes Angebot teurer ist, als das, was eingeplant war. Dies bedeute, weiteres Geld in die Haushalte 2022 und 2023 einzustellen. »Vorgesehen waren 1,8 Millionen Euro. Nun kostet es 2,5 Millionen Euro«, sagt Strauch. Im Haushalt 2022 stehen 500 000 Euro, der Rest ist für 2023 eingeplant. Auch das Thema Altlasten sei noch nicht ganz vom Tisch. »Es war mir wichtig, dass die Stadtverordneten davon Kenntnis erhalten, da im Sommer die Debatte um diesen Kindergarten kontrovers war«, sagt Strauch.

Die Eröffnung findet voraussichtlich Mitte 2023 statt. 95 Kinder sollen dann in die ehemalige Panzerhalle einziehen. Die Halle wird komplett umgebaut. Nur Außenwände und Decke bleiben erhalten.

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