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Endlich wieder Normalität: Das wünschen sich die Büdinger fürs neue Jahr

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Neelam Preml. © Georgia Lori

Was erwarten die Menschen vom neuen Jahr? Manche wünschen sich Gesundheit, andere das alte Leben und dass die Impfbereitschaft steigt. Der Kreis-Anzeigfer hat sich in Büdingen umgehört.

Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt. Jeder Mensch bringt eine Geschichte mit. Eine Umfrage dieser Zeitung in Büdingen macht deutlich: Corona ist das große Thema. Da überrascht es nicht, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger nach mehr Normalität sehnen.

Neelam Preml (15) aus Düdelsheim spricht von eingeschränk-ter Freiheit. Zu Beginn der Krise habe ein ziemliches Durcheinander in der Schule geherrscht. Dann sei Normalität eingezogen. Aktuell rechnet sie jedoch damit, dass die Schulen wieder geschlossen werden, »Ich weiß nicht, ob es so so kommt. Ich lebe immer in Ungewissheit«, sagt Neelam Preml. Sie wünscht sich, dass sich der Schulbetrieb wieder normalisiert, denn die Maskenpflicht nerve sie sehr. Hinzu komme die Testpflicht, dreimal pro Woche. Dennoch steht auch für Neelam Preml fest: »Jeder soll gesund bleiben. Ich wünsche, mir, dass die Lage wieder besser wird.« Zudem hofft sie auf mehr Freiheit im täglichen Leben, spricht sich fürs Shoppen ohne 2G-Regel aus.

Linda L. (51) aus Schotten ist mit ihrer Tochter in der Vorstadt unterwegs. Sie wünscht sich, dass sie ihr normales Leben wieder zurückbekommt und dass sie es ohne Einschränkungen genießen kann. »Dass man hingehen kann, wo man will, ohne sich vorher Gedanken über die gerade aktuelle Regeln zu machen. Ich möchte das Leben genießen und nicht nur arbeiten«, Sie berichtet von einer Begebenheit in einem Möbelhaus in Gründau. »Wir waren heute dort, hatten beide den Impfausweis dabei. Ich hatte meinen Personalausweis dabei, meine Tochter nicht, nur eine Fotografie ihres Führerscheins und des Ausweises«. Wir sind nach Hause geschickt worden«. Die Schottenerin spricht von zwei Klassen in der Gesellschaft.

Heike Wolf (58) aus Vonhausen sagt: »Ich wünsche mir Normalität. In einen Laden gehen zu können, einen Kaffee zu trinken und keine Diskussionen darüber zu führen, ob jemand geimpft ist oder nicht. Einige Leute sollten Corona ernster nehmen«, erklärt sie. Die Pandemie sei eben nicht immer nur ein Spaziergang. Sie wisse aus Erfahrung, dass es auch anders sein kann. Ihre Mutter sei an Corona erkrankt und die Eltern ihres Ehemannes hätten im Freundeskreis drei Verluste zu beklagen. »Politisch wünsche ich mir eine klare Linie, dass alle Länder an einem Strang ziehen, um länderübergreifend eine Normalität zu garantieren«, so Wolf.

Heidi Helfmann (74) aus Büdingen wünscht sich in erster Linie Gesundheit, Zufriedenheit in alle Richtungen und dass sie weiterhin in Frieden leben kann. Sie hat eine eher abwartende Haltung, ob die neugewählte Regierung ihre Versprechen hält.

Sie wünscht sich auch, wieder einmal einen Urlaub zu planen, denn die letzte Reise sei vor zwei Jahren gewesen. Ihr gleichaltriger Ehemann Udo sieht die Gesundheit als wichtigsten Pfeiler für ein glückliches Leben an und wünscht sich mehr Aufklärung innerhalb der Gesellschaft in punkto Impfung. 2023 feiert Helfmann das 75-jährige Bestehen seines Geschäfts. Onlinehandel komme für ihn nicht in Frage. Er wisse von vielen Läden, dass bis zu 70 Prozent an Kleidung zurückgegeben werde. Udo Helfmann setzt auf Service, Änderungen und Gemütlichkeit.

Christine Brand (60), Inhaberin von Kraft-Schuhmode in der Vorstadt, wünscht sich ein Ende der Pandemie. In Büdingen sei man auf einem guten Weg, denn trotz Hochwasser im vergangenen Jahr habe man viele Leerstände beseitigen können. »Ich wünsche mir, dass es aufwärts geht, die Leute in die Städte gehen, einkaufen, essen oder sich ein Zimmer buchen und genießen«, sagt Christine Brand. Privat wünscht sie sich, unge-zwungen verreisen, sich mit Freunden treffen zu können und keine Maske mehr tragen zu müssen. Sie erwartet, dass die Geschäfte dieses Jahr nicht geschlossen werden und betont, dass der Handel kein Treiber der Pandemie sei. Ihr Geschäft besteht 2023 seit 150 Jahren. Der erste Laden am Mühltor handelte einst mit Gemischtwaren und einer Bierniederlage. Die Spez-ialisierung kam mit dem Umzug des Ladens in die Vorstadt.

Romy Blum (65) aus Hanau geht gerne in Büdingen einkaufen. Sie wünscht sich eine höhere Impfbereitschaft. Blum hat beobachtet, dass die Leute erkannt haben, wie wichtig soziale Kontakte sind und dass man daheim auch eine schöne Zeit verbringen kann. Kinder hätten durch Distanzunterricht einen schwierigeren Start in der Schule gehabt, auch weil digitale Mittel fehlten. Sie vermisst ungezwungenes Reisen.

Matthias Drehsen (56) aus Büdingen wünscht sich, dass die Polizei mehr nach der Ordnung schaut. So werde mit dem Fahrrad auf Gehwegen gefahren und Hunde liefen ohne Leine durch die Stadt. »Wir wollen unseren Urlaub, der zweimal verschoben wurde, endlich antreten und ins Allgäu reisen«, sagt Drehsen.

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Heike Wolf. © Georgia Lori
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Matthias Drehsen. © Georgia Lori
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Udo und Heidi Helfmann. © Georgia Lori

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