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Das Büdinger Bündnis präsentiert eine Videoprojektion für das Impfen

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Mit Stellungnahmen fürs Impfen setzt das Büdinger Bündnis für Demokratie und Vielfalt ein Zeichen gegen die Kritiker der Corona-Maßnahmen. © Oliver Potengowski

Mit der Aktion will das Bündnis bewusst einen Akzent gegen die zunehmend lauteren und aggressiveren sogenannten »Montagsspaziergänge« setzen.

Büdingen (ten). Mit einer Videoprojektion in der Markthalle setzte das Büdinger Bündnis für Demokratie und Vielfalt am Freitag ein Zeichen gegen Impfskeptiker und Gegner der Corona-Maßnahmen. Diese zogen unter Missachtung der zentralen Regeln des Wetteraukreises zur Eindämmung der Pandemie kurz darauf durch die Stadt. Polizei und Ordnungsamt beobachteten mit einem erheblichen Personalaufwand den sogenannten Spaziergang.

Mit der Aktion wollte das Bündnis bewusst einen Akzent gegen die zunehmend lauteren und aggressiveren sogenannten »Montagsspaziergänge« setzen. Statt durch Konfrontation sollte mit Argumenten ein Zeichen gesetzt werden. Zahlreiche Büdinger erklärten neben ihrem Porträtfoto, warum sie sich für das Impfen aussprechen.

»Ich bin geimpft, weil mir Vertrauen und Solidarität wichtiger sind als Misstrauen und Egoismus«, bekannte etwa Pfarrer Friedrich Fuchs. »Wir sind geimpft!« erklärte Lilli Euler gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen »Weil wir möchten, dass die Schulen offen bleiben.«

In anderen Aussagen wurde der Wunsch auf bessere Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal durch eine geringere Belastung der Krankenhäuser geäußert oder auf den Schutz der Gemeinschaft für Ältere oder chronisch kranke Bürger hingewiesen.

Das Büdinger Bündnis hatte bewusst darauf verzichtet, außer der Projektion weitere Transparente oder Plakate aufzustellen. Auch auf öffentliche Redebeiträge verzichteten sie. Rund ein Dutzend Begleiter der Aktion standen mit Abstand vor der Markthalle im Gespräch beisammen.

Um zu vermeiden, dass es zu einem Konflikt mit den Teilnehmern des sogenannten »Spaziergangs«, die sich ab 18 Uhr an der Mühltorbrücke versammelten, kommt, hatte das Bündnis die Aktion für den Zeitraum zwischen 16.30 und 17.30 Uhr angesetzt.

Nach den derzeit geltenden »Hotspot-Regelungen« des Landes Hessen dürfte es diese »Spaziergänge« derzeit gar nicht geben. Denn weil der Inzidenzwert im Wetteraukreis am Freitag mit 739,2 mehr als doppelt so hoch war, wie der Grenzwert von 350, gelten auch in Büdingen strenge Beschränkungen. So gilt für »Veranstaltungen (mehr als 10 Personen) … im Außenbereich die 2G-Regel«, wie der Kreis auf seiner Internetseite mitteilt.

Doch diese Beschränkung wurde von den nach Angaben der Polizei rund 260 Teilnehmern ebenso wenig beachtet wie die Vorschriften zum Abstandhalten oder zum Maskentragen.

Stadtverordnete »spazieren« mit

Unter den Augen von Polizei und Ordnungsamt drängte sich die Masse durch die Kellergasse. Reaktionen der städtischen Mitarbeiter wie auch der Polizeibeamten waren weder zu bemerken, als sich Hunderte Menschen dicht an dicht an und auf der Mühltorbrücke unter den Schildern, die auf die Maskenpflicht hinwiesen«, trafen, noch als diese später vor dem Untertor durch einen Bereich zogen, wo ebenfalls Maskenpflicht herrscht.

Neben bisher politisch eher passiven Bürgern marschieren in den dicht gedrängten Reihen auch bekannte Rechtsextremisten und Büdinger Stadtverordnete von NPD und Pro Vernunft wie Daniel Lachmann und Wolfgang Faust mit. Auch Jochen Amann, der für die AfD kandidierte, lief bei der Demonstration mit. Viele Teilnehmer der Büdinger Veranstaltung waren vor zwei Wochen auch in Altenstadt zu sehen.

Es sei alles ruhig abgelaufen, erklärte die Polizei zum Ende des »Spaziergangs«. Die Leitstelle der Polizei Mittelhessen bestätigte dem Kreis-Anzeiger am Sonntag, dass keine Bußgelder wegen Verstößen gegen die Corona-Bestimmungen verhängt oder Personalien aufgenommen worden seien.

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