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Ein Foto aus guten Tagen: Beim Weihnachtsmarkt 2018 in Nidda war der damalige Ortsvorsteher Rudolf Allmansberger als Nikolaus erschienen.

Weihnachtsmarkt

»Am Ende zählt nur die Vernunft«: Weihnachtsmarkt in Nidda abgesagt

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Der Gewerbeverein Nidda hat die Absage des Weihnachtsmarkts in der Stadt am Fluss angekündigt. Die zunehmend schwieriger werdende Pandemielage mache den Schritt unausweichlich.

Die Veranstalterkooperation aus Gewerbeverein und Stadt Nidda sieht sich gezwungen, den für den 27. und 28. November angesetzten Weihnachtsmarkt in der Niddaer Innenstadt abzusagen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist die aktuelle Corona-Lage, die sich auch im Wetteraukreis Tag für Tag dramatisch darstellt. Die aktuelle Welle der Pandemie erreicht gerade einen noch nie gekannten Höchststand. Die Reserven im Gesundheitssystem drohen erneut nicht auszureichen.

Die Situation war auch Thema einer Telefonkonferenz der Wetterauer Bürgermeister mit Landrat Jan Weckler und Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs vom Gesundheitsamt des Wetteraukreises. Merbs hatte zuvor in einem Interview bereits betont, »der beste Schutz sind Abstand und sich nicht begegnen, also daheim bleiben« (diese Zeitung berichtete). Aufgrund der stetig steigenden Inzidenzen und Hospitalisierungszahlen sollte auf publikumsträchtige Veranstaltungen verzichtet werden, ist auch der Tenor und lautet die Empfehlung der Konferenz.

»Als Bürgermeister blutet mir einerseits das Herz, dass wir alle erneut auf diese zwei stimmungsvollen Markttage zum ersten Advent verzichten müssen. Auf der anderen Seite bin ich aber auch verantwortlich für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger. Und es wäre mehr als fahrlässig, diese offizielle und eindringliche Empfehlung des Gesundheitsamtes zu ignorieren. Leid tut es mir nicht nur für unsere Bürgerinnen und Bürger, sondern auch für alle bereits angemeldeten, externen Standbetreiber, denen erneut eine Einnahmemöglichkeit genommen wird. Mein expliziter Dank für die bis hierhin geleistete Vorarbeit geht an den federführenden Gewerbeverein, der zusammen mit uns geplant und bis zuletzt gehofft hat«, sagt Hans-Peter Seum. Er hofft nun, dass der Weihnachtsmarkt im kommenden Jahr »endlich wieder vorbehaltlos und ungetrübt fröhlich stattfinden kann«.

G-Konzept geht in der Innenstadt nicht

Das Stadtoberhaupt betont zudem, dass auch die spezielle bauliche Situation in der Innenstadt mit ausschlaggebend für die Absage gewesen ist. Man könne weder die Marktfläche beliebig ausdehnen, wie das in größeren Städten mit größeren Flächen möglich ist, noch sei eine Umzäunung des Marktes, verbunden mit Zugangskontrollen zur Umsetzung eines G-Konzepts, in der Innenstadt möglich. Nun gehe es darum, alle Beteiligten zeitnah zu informieren, in der Hoffnung, dass noch nicht alle Standbetreiber für den Markt eingekauft haben.

Die Entscheidung, den Weihnachtsmarkt abzusagen, ist gemeinsam und einvernehmlich mit dem Gewerbeverein Nidda als Hauptveranstalter getroffen worden.

»Wir sind sehr traurig. Unzählige Stunden der Vorbereitung, Planungen von Standbetreibern, der Stadt und uns als Veranstalter waren leider umsonst. Egal, welche Entscheidung man trifft, es gibt immer auf beiden Seiten Befürworter. Ein Teil ist für die Durchführung, ein anderer für die Absage. Aber am Ende zählt nur die Vernunft, die Gesundheit und der vorsichtige Umgang mit der Situation, da sind sich Gewerbeverein und Stadt völlig einig«, ist seitens des Gewerbevereins rund um die erste Vorsitzende Antje Schmidt-Wolf zu hören.

Ausgrenzung kommt nicht infrage

Auf der Facebook-Seite des Gewerbevereins ist zudem zu lesen: »Ein Weihnachtsmarkt mit Einschränkungen wie Alkoholverbot oder Ausgrenzung von einzelnen Menschen kommt für uns nicht infrage und bringt auch den Standbetreibern längst nicht den benötigen Umsatz, um die Kosten zu decken.«

Vorsitzende Antje Schmidt-Wolf weist in der gemeinsamen Erklärung von Stadt und Gewerbeverein darauf hin, dass die »langen Samstage« der Innenstadtgeschäfte - unbenommen der Absage des Weihnachtsmarktes - an allen vier Adventssamstagen bis 17 Uhr wie geplant stattfinden. Auch ohne den Weihnachtsmarkt wollen Geschäfte und Läden durch ihre weihnachtliche Dekoration eine adventliche Atmosphäre schaffen, die zum Kauf der Weihnachtsgeschenke vor Ort einladen soll.

Auch in Büdingen steht das Thema Weihnachtsmarkt auf der Tagesordnung. Am Donnerstag wird sich der Magistrat damit beschäftigen. Bürgermeister Erich Spamer hat sich bereits im Vorfeld klar positioniert. Auch er spricht sich für eine Absage aus.

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