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Besucherzentrum am Flughafen: Nur Fliegen ist schöner

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Auf der riesigen Videowand „The Globe“ bringt man im Handumdrehen die ganze Welt zu sich in das Besucherzentrum am Frankfurter Flughafen. Foto: Robin Kunze
Auf der riesigen Videowand „The Globe“ bringt man im Handumdrehen die ganze Welt zu sich in das Besucherzentrum am Frankfurter Flughafen. © Robin Kunze

Das Besucherzentrum am Frankfurter Flughafen bietet für die Besuchenden ein neuesAusflugsziel für die Ferienzeit an

Schon das lichtdurchflutete Foyer weiß zu gefallen, doch richtig spannend wird es nach einer kurzen Aufzugfahrt in das obere Stockwerk des Zentrums. Um die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher ringen nach Verlassen des Fahrstuhls sowohl die lange Fensterfront, die einen beeindruckenden Blick aufs Rollfeld samt Landebahn und landender Flieger gewährt, sowie ein riesiges Modell des Frankfurter Airports im Maßstab 1:750.

Was soll man da zuerst näher ins Auge fassen? Am besten tatsächlich das Flughafenmodell, denn dieses bietet einen äußerst informativen Einstieg, speziell in Verbindung mit den sogenannten „Smartwindows“. Diese Tablets stehen am Eingang kostenfrei für alle Besucherinnen und Besucher zur Verfügung und mit ihnen werden die einzelnen Stationen dank der „Augmented-Reality-Technik“ zum interaktiven Spaß. Mit der Kamera des Geräts nur schnell einen Code an der jeweiligen Station einscannen und schon werden Daten und Zahlen zum Airport direkt in das Kamerabild eingeblendet.

Die wichtigsten Fakten über das rege Treiben in den und um die beiden Terminals sind gesondert nochmals auf einer Wand mit großen LEDs abgebildet. Von Frankfurt aus können 244 Ziele weltweit angeflogen werden. Jährlich machen von diesen Verbindungen 1 250 000 umsteigende Passagierinnen und Passagiere Gebrauch. Darüber hinaus werden unvorstellbare 2 274 969 Tonnen an Cargo pro Jahr in Frankfurt verladen. Damit das alles reibungslos klappt, sind 81 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 88 Nationen im Einsatz.

Flughafen Frankfurt: Einen Airbus zur Parkposition leiten

Apropos Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Aktuell fehlen dort Arbeitenden, und viele aus dem Ausland sollen für Entlastung sorgen. Bei einer weiteren Station können Besuchenden in den verantwortungsvollen Job eines Marshallers reinschnuppern – und zwar ganz praktisch. Möglich machen es authentische Einwinkstäbe, die mittels Bewegungssensoren erfasst werden. Ein Airbus folgt auf einem großen Display den Bewegungen der Besucherinnen und Besucher bis zur endgültigen Parkposition. „Dazu muss man wissen, dass die echten Mitarbeiter:innen auf dem Vorfeld im Sommer Temperaturen von bis zu 60 Grad über dem Asphalt haben“, berichtet Barne Groneberg vom Fraport-Besucherservice. Im klimatisierten Besucherzentrum ist es hingegen auch an heißen Tagen angenehm kühl.

Richtig cool wird es an der nächsten Station, genannt „The Globe“. Ganze 28 4K-Monitore ergeben in Reihe geschaltet eine riesige Videowand, die wirkt, als wäre sie aus einem James-Bond-Film entnommen. Nachdem die Software startet, ist zunächst der Frankfurter Flughafen aus der Vogelperspektive zu sehen. In Echtzeit sieht man Flugzeuge, die sich dem Airport nähern oder gerade gestartet sind. Nachverfolgen lassen sich die Verbindungen bis zur Destination, und zwar auf der ganzen Welt. Mit einem feinfühligen Joystick können Besucherinnen und Besucher nämlich stufenlos herauszoomen, bis tatsächlich der ganze Globus auf dem XXXL-Display zu sehen ist.

Virtual Reality auf dem Frankfurter Flughafen. Foto: Robin Kunze
Virtual Reality auf dem Frankfurter Flughafen. © Robin Kunze

Dank einer Zeitrafferfunktion bietet „The Globe“ einen umfassenden Einblick in einen Tag der globalen Flugbranche. Gehen in Frankfurt aufgrund des Nachtflugverbots um Punkt 23 Uhr die Lichter aus, kann man in den Vereinigten Staaten sehen, wie die großen US-Knotenpunkte wie LAX und JFK zum Leben erwachen. Das I-Tüpfelchen auf dem Globus: Neben der Bedienung per Stick ist auch hier eine Bewegungssteuerung verbaut. Mittels Wisch- oder Schiebegesten dreht sich der ganze Erdball buchstäblich mit nur einem Handstreich.

Schafft man es, sich von „The Globe“ zu lösen (was angesichts des gestochen scharfen Bildes gar nicht so einfach ist), stehen unweit analoge Exponate zur Besichtigung bereit. „Das ist der originale Reifen eines Schleppers“, erklärt Groneberg und deutet auf ein Rad, das ihm fast bis zum Hals reicht. „Man darf die Stücke auch anfassen und kann am Reifen sogar das Ventil öffnen. Ich frage mich, warum das bisher noch kein Besucher gemacht hat.“ Die Antwort liefert sich der sympathische Fraport-Mitarbeiter umgehend selbst: Er dreht am Ventil und sofort entfleucht dem riesigen Reifen mit einem scharfen Zischen die komprimierte Luft. Kein Wunder, schließlich herrscht im Innern ein Druck von 10 Bar – viermal so viel, wie in einem Autoreifen.

Auch das nächste Ausstellungsstück weiß zu verblüffen, erneut handelt es sich um ein Original: Zu sehen ist ein Stück der Außenhülle eines ausrangierten Airbus A340. „Das verbaute Material dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen, mit jedem Start und jeder Landung“, erklärt Groneberg, „daher können Flugzeuge auch nicht unendlich im Einsatz bleiben.“ Besonders überraschend für Laien ist, wie dünn die äußere Hülle doch ausfällt. Dass dieses nur wenige Zentimeter dünne Metall dem gewaltigen Druck, der auf einen Flieger einwirkt, standhält, gleicht einem Wunder der Ingenieurskunst.

Dirigenten des Flugfeldes: An interaktiven Stationen können Besucher in die Rolle des Boden-Lotsen schlüpfen. Foto: Robin Kunze
Dirigenten des Flugfeldes: An interaktiven Stationen können Besucher in die Rolle des Boden-Lotsen schlüpfen. © Robin Kunze

Doch nicht nur die Flugzeuge machen am Frankfurter Airport so einiges mit. Auch das Gepäck der Fluggäste erlebt innerhalb der großen Abfertigungshallen ein etwas länger andauerndes Abenteuer. An diesem Abenteuer können die Gäste im Besucherzentrum dank Virtual-Reality-Brillen und vibrierenden Sitzen teilhaben. Kaum nimmt man in den bequemen Sesseln Platz und setzt die VR-Brille auf, da donnert man schon zusammen mit einem Koffer über die kilometerlangen Förderbänder, steile Rampen inklusive. „Es gibt durchaus Besucher, die während der Fahrt richtig laut werden“, verrät Groneberg schmunzelnd. Nachvollziehbar, denn zur Achterbahnfahrt fehlt hier im Grunde nur noch der Looping.

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